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Jubiläumsfest: Der Riedbergpass feiert 60. Geburtstag

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Von: Josef Gutsmiedl

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Obermaiselstein – Deutschlands höchste Passstraße feiert Jubiläum: Der Riedbergpass wird 60! Ein buntes Programm an der Straße gibt es am Wochenende.

Riedbergpass
1 / 2060 Jahre Riedbergpass: Eine Straße feiert Geburtstag © Josef Gutsmiedl
Riedbergpass
2 / 20Alpstieg 1930: Verbindung von Obermaiselstein zu den Alpen im Schönbergerachtal und am Riedberger Horn. © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
3 / 20Baubeginn August 1956 © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
4 / 20Betonmischer im Einsatz © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
5 / 201959: Erreichen der Passhöhe © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
6 / 20Maschineneinsatz an den Ränkwiesen © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
7 / 201960/61: Bau der Ränkertobelbrücke © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
8 / 201. September 1961: Der erste PKW fährt über die Ränkertobelbrücke © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
9 / 20Maustraße ab September 1961 © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass Gastarbeiter
10 / 20Gastarbeiter im Einsatz © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
11 / 2016. September 1962: Feierliche Eröffnung und Einweihung auf der Passhöhe © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
12 / 20Gottesdienst zur Eröffnung der Passstraße © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
13 / 20Der Winterdienst — damals wie heute eine Herausforderung © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
14 / 20Winterdienst 1962 © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
15 / 20Winterdienst 1966 © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
16 / 20Werbung für den Tourismus: Höchste Passstraße Deutschlands © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
17 / 201967: Entstehung des Skiparadies Grasgehren © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
18 / 207. April 1971: Blockade der Mautstraße durch Balderschwanger © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
19 / 201. Januar 1972: Übernahme der Mautstraße durch den Landkreis Sonthofen © Dokumentation Alexander Milz
Riedbergpass
20 / 20Durch den vor wenigen Jahren neu gebauten Tunnel in Obermaiselstein geht es auf Deutschlands höchster Passstraße hinauf und über den Riedbergpass nach Balderschwang © Dokumentation Alexander Milz

Obermaiselstein / Balderschwang – Die „Idee“ war nicht neu, doch Mitte der 1950er Jahre nahm sie konkrete Gestalt an. Und 1956 begannen die Bauarbeiten für eine richtige Straße, die Balderschwang mit Obermaiselstein über den Riedbergpass (1460 m) verbinden sollte. Fünf Jahre später wurde die neue Passstraße feierlich eröffnet und war fortan als „Deutschlands höchste Passtraße“ ein touristischer Magnet.

Als „Lebensader unseres Tales“ bezeichnet Balderschwangs Bürgermeister Konrad Kienle die Straße über den Riedbergpass. Heute mehr denn je, auch wenn die Verbindung große Bedeutung hatte lange bevor das erste Auto über den Pass fuhr. „Die Straße habe die Entwicklung vom Alpdorf zum Tourismusort eingeleitet.

Alpbesitzer machten Bau möglich

Eine „ungeheure Leistung“ sei es damals gewesen, die mehr als 100 Grundbesitzer auf der Trasse über den Berg zusammenzubringen, betont Kienle. Und ohne Beteiligung der Grundeigentümer – in der Regel Landwirte – sei auch der notwendige Ausbau in den vergangenen Jahren nicht möglich gewesen, dankt der Bürgermeister allen. „Mit viel Mut haben die Menschen damals angepackt, um aus dem schmalen Alpweg eine richtige Straße zu bauen.“

Auch Obermaiselsteins Bürgermeister Frank Fischer spricht von einer „unheimlich interessanten Historie“. Pläne, Balderschwang besser an das Oberallgäu anzubinden habe es schon Mitte des 19. Jahrhunderts gegeben. Damals kam es zu keiner Einigung mit den Alpbesitzern.

Gastarbeiter aus Italien bauten Passstraße

Vor dem Ersten Weltkrieg war die Finanzierung nicht gesichert. In den 1940-er Jahren wurden gar vier Trassenvarianten von den Straßenbauern diskutiert. Angepackt wurde dann in den 1950-er Jahren. Im Sommer 1956 begann der Bau bei Obermaiselstein, im Jahr darauf auf Balderschwanger Seite des Passes. „Weil wir Balderschwanger schneller sind, konnten wir später anfangen”, kommentiert Bürgermeister Kienle humorvoll diese Verzögerung.

Neben vielen Gastarbeitern aus Italien, die auf die Baustelle kamen, waren auch schwere Baumaschinen im Einsatz. 1959 wurde die Passhöhe bei Grasgehren erreicht, wo die Ränkertobelbrücke die von beiden Seiten des Passes herangeführten Straßenabschnitte verband. Am 1. September 1961 passierte der erste PKW die neue Brücke auf der Passhöhe.

Dauerbaustelle: Mehr als 60 Millionen Euro

Der steile Pass wurde später zu einer Dauerbaustelle für den Landkreis. In den vergangenen 20 Jahren wurde die Straße auf der gesamten Länge in mehreren Bauabschnitten grundlegend saniert. Mehr als 60 Millionen Euro – vor allem aus Mitteln des Freistaates Bayern – wurden „vergraben”. In einem „Millionengrab” wie es oft hieß.

Die Vor- und Baugeschichte der bis heute beliebten höchsten Passstraße Deutschlands wird ab 2. Oktober in einer Jubiläumsausstellung im Haus des Gastes in Obermaiselstein präsentiert. Hier gibt es ab 10 Uhr auch ein Jubiläumskino, Musik, Oldtimer-Parade und Essen und Trinken. Weitere Stationen – das Wander- und Skigebiet Grasgehren, der Kreisbauhof, die Tierbeobachtungsstation des ZNAlp, die Passhöhe – werden im 30-Minuten-Takt mit Shuttlebussen angefahren. Vor Ort können auch E-Bikes gemietet werden für individuelle Erkundungsfahrten auf der gesamten Passstraße.

Jubiläumsprogramm

Am Samstag, 2. Oktober, wird das Jubiläum in Obermaiselstein und Balderschwang entlang der 16 Kilometer langen Kreisstraße gefeiert; die ist zwischen 10 und 16 Uhr für den öffentlichen Fahrzeugverkehr gesperrt. Und am Sonntag steht der Naturraum beidseits der Straße im Mittelpunkt mit Exkursionen und Informationen des Zentrums Naturerlebnis Alpin.

Das Programm findet sich unter www.hoernerdoerfer.de Die Führungen sind kostenfrei; Anmeldung unter E-Mail Ranger@reg-sch.bayern.de oder Telefon 08321 / 3273465.

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