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Ministerpräsident Markus Söder lobt Neustart für Nebelhornbahn in Oberstdorf

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Von: Josef Gutsmiedl

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Söder Nebelhornbahn
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder lobte die Investition der Nebelhornbahn AG. © Josef Gutsmiedl

Oberstdorf – Die neue Nebelhornbahn ist schon einige Monate in Betrieb. Ganz offiziell eröffnete sie jetzt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.  

Das „Jahrhundertprojekt” Neubau der Nebelhornbahn fiel mitten in die Jahrhundertkrise der Corona-Pandemie. Umso stolzer zeigten sich die Vorstände der Nebelhornbahn AG beim offiziellen Startschuss für die neue, moderne Seilbahn auf den Oberstdorfer Hausberg Nebelhorn. Für die alte, im Pendelbetrieb arbeitende Nebelhornbahn erfolgte mit dem Einsatz moderne, komfortabler 10-er-Sesselkabinen ein Qualitätsschub, der nicht zuletzt Oberstdorf und die Region weiter stärken werde, so der Tenor der Grußworte.

Von einem „Vorzeigeunternehmen” sprach Bürgermeister Klaus King, von einem „Juwel” die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller. Und Ministerpräsident Markus Söder von einer „grünen Bahn”.

Nebelhornbahn startete 1930

„Eine mutige Entscheidung”, erinnerte Vorstand Johannes Krieg an die „Väter” der ersten Nebelhornbahn, die 1930 in Betrieb ging. Eine ähnlich mutige Entscheidung sei das Jahrhundertprojekt des aktuellen Neubaus gewesen. Die Pandemie mit den Lockdowns habe die Tourismusbranche und damit die Seilbahnbetrieb besonders hart getroffen und werde auch die Bilanz der Oberstdorf-Kleinwalsertal Bergbahnen auf Jahre hinaus belasten. Jetzt richte man den Blick aber nach vorne auf eine gute Wintersaison.

„Verdammt gut unterwegs” sei die Nebelhornbahn nicht nur wegen der Rundumerneuerung, sondern auch beim Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit, ergänzte Vorstand Henrik Volpert. So komme der Strom für den Bahnbetrieb aus dem eigenen Wasserkraftwerk. „Nachhaltigkeit bedeutet für uns mehr als schöne Worte.”

Generell gelte es, den Tourismus nachhaltig zu gestalten. Auch in puncto Klimaneutralität sieht Volpert die Oberstdorf-Kleinwalsertal Bergbahnen auf einem guten Weg. „Neben der Technik standen aber noch zwei weitere Themen im Fokus: Ökologisches Handeln und Nachhaltigkeit“ so die beiden Vorstände Henrik Volpert und Johannes Krieg unisono. „Ob heimische Lieferanten, ökologische Baubegleitung oder regionale Baustoffe. Wir freuen uns, mit dem Bau der neuen Nebelhornbahn auch bei diesen Themen Maßstäbe gesetzt zu haben“, so die beiden Vorstände weiter.

Modernisierung der Kabinenbahn

Im Mai 2020 begannen die Bauarbeiten am Nebelhorn – wegen des Lockdowns wurde der Baubeginn sogar um sechs Monate vorgezogen, erinnert Aufsichtsratsvorsitzender Michael Lucke an den Startschuss. „Ein zwölfmonatiger Kraftakt!”

Nebelhornbahn
Ohne Umstieg geht es jetzt direkt zum Gipfelerlebnis © Josef Gutsmiedl

Die grundlegende Modernisierung der Kabinenbahn beinhaltetet neben einem barrierefreien Einstieg auch eine neue Tal- und Mittelstation sowie die Erweiterung der Bergstation. Ausreichend Sitzmöglichkeiten bieten die neuen 10-er-Kabinen, während an der neuen Mittelstation kein Umstieg mehr erforderlich ist. Auch die Barrierefreiheit wurde konsequent umgesetzt.

100 Millionen Euro Investment

Seit Ende Mai ist die Nebelhornbahn bereits im Gästebetrieb und verändert damit auch maßgeblich die Art und Weise, wie Gäste bergwärts gelangen. „Seit über 90 Jahren gibt es einen Fahrbetrieb auf das Nebelhorn, seit über 40 Jahren transportierten die gelben Großraumkabinen Bergbesucher bergwärts. Jetzt bringen moderne 10-er-Kabinen komfortabel und mit der besten Aussicht unsere Gäste hinauf auf 2 224 Metern Höhe. Das verändert bereits den Start ins Bergerlebnis und schafft neue Glücksmomente“, freut sich Michael Lucke über die nun realisierte Vision eines langgehegten Projektes.

In den vergangenen Jahren hätten die Oberstdorfer Bergbahnen rund 100 Millionen Euro investiert, betonte Bürgermeister Klaus King. „Ein unverzichtbarer Bestandteil des Erfolges der Marktgemeinde. Ein Vorzeigeunternehmen.” Und Landrätin Indra Baier-Müller sprach von einem „Juwel für den Tourismus”. Jede Investition in den Top-Tourismus stärke die Region. „Qualitätsverbesserungen müssen auch in Zukunft möglich sein”, appellierte sie an die Politik.

Markus Söder: „Erste Klasse — erste Sahne“

Daran ließ auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder keine Zweifel und verwies auf die Bedeutung der bayerischen Seilbahnförderung. In den 55 Millionen Euro teuren Neubau der Nebelhornbahn seien letztlich auch 11 Millionen Euro an staatlicher Förderung geflossen. Die – durchaus umstrittene – Förderung von Seilbahn-Modernisierungen sei fester Bestandteil der bayerischen Tourismusförderung, unterstrich Söder. Er halte es durchaus für möglich, Ökologie, Wohlstand und Klimaschutz miteinander zu verknüpfen. „Man muss es nur wollen.”

Das Ergebnis der Investition in Oberstdorf kommentierte Söder: „Erste Klasse, erste Sahne." Unterm Strich könne er, Söder, die neue Nebelhornbahn nur als „eine grüne Bahn” bezeichnen, angesichts der regenerativen Energienutzung, des Baustoffs Holz etwa für die Stationen. Fazit: „Eine feine Geschichte. Das Geld ist gut angelegt.”

Segnung der Nebelhornbahn

„Die Seilbahn hilft uns nach oben zu kommen, um dort das Panorama zu genießen. Auf dem Gipfel steht das Kreuz, es krönt den Berg und steht für den Gipfel der Schöpfung“, beschrieb Bischof Dr. Bertram Meier bei der Segnung der neuen Nebelhornbahn die Bedeutung des Gipfelkreuzes. Und mit seinem evangelische Kollegen, Regionalbischof Axel Piper, erinnerte Meier an die Verantwortung für die Schöpfung.

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