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Oberallgäuer Landrätin besuchte Intensivstation der Klinik Immenstadt

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Covid Immenstadt
Landrätin OA im Gespräch mit Dr. Nussbickel, Dr. Alger und Hr. Baumann in der ZINA der Klinik Immenstadt © Landratsamt

Oberallgäu – Die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller machte sich in der Klinik Immenstadt ein Bild von der aktuellen Situation auf der Intensivstation.

Die Landrätin Indra Baier-Müller hat sich in der Klinik Immenstadt mit verantwortlichen Ärztinnen und Ärzten sowie leitenden Pflegekräften der Notaufnahme und Intensivstation ausgetauscht. Im Gespräch mit Ärzten und Pflegekräften an der Klinik Immenstadt brachte sie ihre Wertschätzung und den Dank im Namen der Oberallgäuer Bevölkerung zum Ausdruck.

„Wir sehen, dass das Klinikpersonal täglich um die Gesundheit und das Leben vieler Menschen kämpft. Im persönlichen Austausch spürt man, wie belastend die Situation ist. Es ist mir gerade in dieser angespannten Situation wichtig, die Anliegen der Ärzteschaft sowie des Pflegepersonals aufzunehmen und mich für die großartige Leistung zu bedanken“, so die Oberallgäuer Landrätin.

Großer Aufwand für Covid-Patienten

Mit dabei waren seitens des Landratsamts auch Gesundheitsamtsleiter Dr. Ludwig Walters und der Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz Ralph Eichbauer, die sich beim gesamten Klinikteam für die effektive und gute Zusammenarbeit seit Beginn der Pandemie bedankten.

Die ärztliche Leitung der zentralen, interdisziplinären Notaufnahme (kurz Zina) der Klinik Immenstadt, Dr. Patricia Alger, und Dr. Christian Nussbickel schilderten den großen personellen und räumlichen Aufwand, der mit der Behandlung von Covid-Patienten verbunden ist. Gleichzeitig gaben sie der Landrätin Einblick in die neu eingerichteten Bereiche der Notaufnahme mit zusätzlichen Einzelzimmern und Behandlungsmöglichkeiten.

Direkt auf die Intensivstation

Der Pflegerischer Leiter der Notaufnahme, Elmar Baumann, machte eindrücklich deutlich, dass viele Corona-Patienten aufgrund ihres Krankheitszustandes direkt von der Notaufnahme auf die Intensivstation verlegt werden müssten. Zudem müssten inzwischen auch viele junge Patienten stationär im Krankenhaus aufgenommen werden. Das binde extrem viele Ressourcen. „Von der Virusinfektion sind viele Organe betroffen, doch insbesondere in der Lunge kommt es oft zu dauerhaften Schäden“, so Alger.

Dankbar zeigt sich das Klinikteam daher für die Unterstützung durch die Bundeswehr. Insgesamt 22 „helfende Hände“ seien am Standort Immenstadt im Moment in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Um die aktuell große Anzahl Covid-19-Kranker weiterhin gut versorgen zu können, übernehme auch die Klinik in Oberstdorf derzeit Corona-Patienten, erläuterte Geschäftsführer Markus Treffler.

Mediziner besorgt

Zugleich zeigen sich die Klinikverantwortlichen mit Blick auf die nächsten Monate in anderer Hinsicht besorgt: Herausforderungen durch den nun startenden Wintersportbetrieb und der damit verbundenen Unfälle, die medizinischer Versorgung bedürften, könne das Krankenhaus durch das große Einzugsgebiet für den Winterbetrieb in der derzeitigen Situation nicht wie gewohnt stemmen.

Bestätigt wurde die Sorge der Landrätin, dass viele akute Nicht-Covid-Patienten den Weg in die Klinik aufgrund der aktuellen Situation meiden. Das stelle in den Augen der Mediziner in einigen Fällen ein echtes Problem dar. Die Klinikverantwortlichen betonten daher, dass Patienten mit zeitkritischen Notfällen wie zum Beispiel einem Verdacht auf Herzinfarkt oder einem Schlaganfall weiterhin in die Klinik-Notaufnahmen kommen sollen und dort auch weiterhin behandelt werden können.

Kein Akutpatient wird abgelehnt

Dr. Martin Fiedermutz, ärztlicher Direktor, stellte klar, dass kein Patient mit einer dringlichen Problematik befürchten müsse, nicht adäquat behandelt zu werden und sich unverzüglich an die Kliniken wenden solle.

Auch stelle man organisatorisch trotz des aktuell hohen Patientenaufkommens sicher, dass keine Triage vorgenommen werden müsse. Es müsse aber jedem klar sein, dass der hohe Versorgungsstandard auch einen Preis habe, etwa das Zurückfahren von elektiven Eingriffen in anderen Bereichen.

Zusätzliche Ärzte im Schichtdienst

Dies griff der Leitende Oberarzt der Intensivstation Dr. Martin Schmölz auf und gab Einblicke in die Situation auf der Intensivstation: „Derzeit werden auf der Intensivstation durch den hohen Betreuungsaufwand von Covid-Patienten im ärztlichen Dienst zusätzliche Ärzte im Schichtdienst beschäftigt. Wir arbeiten im 3-Schicht-System, ein Oberarzt steht ebenfalls rund um die Uhr zur Verfügung.

Durch die jetzt zweifache Besetzung der ärztlichen Schichten können Intensivpatienten besser betreut werden und es kann auch eine Unterstützung der Kollegen bei der Notfallversorgung in der Notaufnahme erfolgen. Die Ärzte stammen natürlich aus den jetzt abgesagten Operationen und Interventionen.“

Impfen und Boostern ist Gebot der Stunde

Großes Lob an die Adresse des Landratsamts gab es von Seiten der Klinikverantwortlichen für die erfolgreichen Impfaktionen, etwa den Drive-In in Sonthofen mit über 2 400 Impfungen an einem Tag (wir berichteten).

Denn Intensiv-Oberarzt Dr. Lutz Wagner machte deutlich, dass auch die Immenstädter Covid-Intensivpatienten mit einem sehr schweren Verlauf fast ausnahmslos nicht geimpft seien. Zugleich gebe es erste Hospitalisierungen insbesondere älterer Menschen und Vorerkrankter, deren Zweitimpfung schon länger als sechs Monate zurückliege und die kurz vor der geplanten Booster-Impfung an Corona erkrankt seien. „Impfen und Boostern sind jetzt das Gebot der Stunde, da sind wir uns einig“, griff Landrätin Baier-Müller das dringende Anliegen von Ärzten und Pflegern auf.

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