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Untersuchung soll klären, ob Elektro-Busse »allgäutauglich« sind

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Von: Josef Gutsmiedl

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Elektrobusse
Vorreiter in Sachen E-Bus ist derzeit der Markt Oberstdorf, wo inzwischen zwei Elektrobusse im Linienverkehr eingesetzt sind. © Josef Gutsmiedl

Oberallgäu – Der Landkreis will eine Untersuchung in Auftrag geben, die den möglichen Einsatz von Elektrobussen im Linienverkehr prüft.

Mit einem ganzen Maßnahmenpaket will der Landkreis Oberallgäu beim Öffentlichen Personennahverkehr ÖPNV voran kommen. Ein Schritt in dieser Richtung soll die Umrüstung der Busflotte auf regenerative Antriebstechnik sein.

Aus einer vorliegenden Untersuchung im Stadtgebiet von Kempten ist bekannt, dass ein Großteil innerstädtischer Strecken mit Batteriebussen bedient werden kann. Daraus könne man aber nicht zwangsläufig ableiten, dass dies auch für Überlandlinien gelte, dämpfte Simon Steuer von der Abteilung Verkehr/Mobilität am Landratsamt Oberallgäu, die Euphorie in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für ÖPNV, Energie und Klimaschutz.

Reichweite und Lademöglichkeiten

Auf solchen Strecken herrschten – gerade im Oberallgäu – andere Rahmenbedingungen, etwa längere Steigungen, abgesehen vom Heizbedarf im Winter. Letztlich Umstände, die an der Batterie „saugen“, also die Reichweite verringern und somit die Praxistauglichkeit einschränken. Zudem müssten auch die Pausenstandorte mit einer entsprechenden Lademöglichkeit ausgestattet sein, beschreibt Steuer das Szenario.

Unabhängig von diesen Rahmenbedingungen schreibt seit Kurzem ein sogenanntes Saubere-Fahrzeug-Beschaffungsgesetz vor, das eine Mindestquote an Fahrzeugen im kommunalen Einsatz mit erneuerbaren Energien betrieben werden muss. Diese Quote besagt, dass im Busbereich 45 Prozent der eingesetzten Fahrzeuge jeweils zur Hälfte emissionsarm (Hybrid-Antriebe) oder emissionsfrei (Batterie- oder Wasserstoffantrieb) sein müssen. Die Einhaltung wird im Jahr 2025 erstmals geprüft.

Oberstdorf hat zwei E-Busse

Dabei ist es erst einmal Sache der Busunternehmen, ob und wann sie ihre Busflotten auf den „Erneuerbar-Modus“ umrüsten. Steuernd eingreifen könne der Landkreis allerdings über die Ausgestaltung der Konzessionsvergabe für die öffentlichen Buslinien, erläuterte Birgit Wegner von der Kreis-Wirtschaftsförderung. Die nächste Neuausschreibung ist im Jahr 2026 fällig.

Vorreiter in Sachen E-Bus ist derzeit der Markt Oberstdorf, wo inzwischen zwei Elektrobusse im Linienverkehr eingesetzt sind.

Neben der Förderung von Bussen mit erneuerbaren Antrieben werden auch Untersuchungen bis zur Hälfte der Kosten gefördert, betont Steuer weiter. Die Verwaltung empfehle, eine solche spezielle Untersuchung durchzuführen, um zu klären, welche Buslinien sich im Oberallgäu für einen Einsatz von Elektro- oder Wasserstoffbussen eignen.

Geld für Studie

„Ziel ist es, Wissen für den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur zu erhalten.“ Der Ausschuss empfiehlt dem Kreistag, die notwendigen Mittel für die Untersuchung bis maximal 150.000 Euro im Haushalt für das kommend Jahr einzuplanen.

Zum Teil haben die regionalen Verkehrsunternehmen eigene Überlegungen angestellt und Strategien entwickelt. Allerdings betrachten die Unternehmen die Daten als wettbewerbsrelevant und stellen sie nicht der Kreisverwaltung zur Verfügung. Mit anderen Busunternehmen bestehe Einvernehmen, dass eine Untersuchung durchgeführt werden soll und notwendige Daten – unter Wahrung weitgehender Vertraulichkeit – bereitgestellt werden. Mit diesen Akteuren werde über eine Ko-Finanzierung verhandelt, so Steuer.

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