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Der Klassiker: Wer auf die Suche geht, könnte zur Zeit leicht auf Steinpilze wie diese treffen. Sie sprießen in der Regel schon ab Juni. Die Bilder unten zeigen ein paar weitere Pilze, die jetzt zu finden sind.

8000 Arten in Bayern

Schwammerl-Saison beginnt: Tipps vom Experten 

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München - Warm und feucht – so ein Klima ist das Paradies für Schwammerl. Zur Zeit sprießen sie heftig. Für Profi- und Hobby-Sucher heißt das: ausschwärmen, finden, essen. Es gibt aber auch Menschen, für die Pilze mehr als nur ein Abendessen sind.

Er würde sich selbst nie so nennen, aber Christoph Hahn ist ein Entdecker. Den Kräftigen Krempling hatte er zuerst auf dem Schirm, den Dunkelsporigen Krempling auch. Jahre ist die Entdeckung schon her. Damals machte er Fotos, beschrieb und katalogisierte seine Funde. Sie einfach Hahn-Kremplinge zu nennen, kam aber nicht in die Tüte. „Das wäre zu eitel“, sagt er. Und außerdem völlig unüblich.

Man muss sagen: Der 44-Jährige aus Mammendorf (Kreis Fürstenfeldbruck) hat auch schon andere Schwammerl entdeckt. In der Szene, sagt er, sind solche Funde an der Tagesordnung.

Hahn ist ein Schwammerlverrückter, einer, der sich stundenlang im Wald herumtreiben kann, um mit seiner Kamera auf die Suche zu gehen. Er hat über ein Pilz-Thema promoviert und an der Uni zu Pilzen geforscht. Jetzt ist er Vorsitzender der Bayerischen und der Deutschen Mykologischen Gesellschaft.

Für Leute wie ihn beginnt jetzt eine spannende Zeit. Die Schwammerl sprießen gerade wie wild, sie lieben das warme und feuchte Klima. Ihre Vielfalt haut Hahn immer wieder um. Allein in Bayern, sagt er, gibt es etwa 8000 Schwammerlarten. Wunderschöne und seltene wie die bunt gefärbten Saftlinge – „die Orchideen unter den Pilzen“. Furchtbar leckere wie den Schopftintling, der aussieht wie ein Hut der britischen Garde. Und solche, die auch Laien leicht erkennen – den Steinpilz zum Beispiel. Nur von 200 Arten weiß man, dass sie essbar sind, viele sind einfach noch nicht beschrieben worden. Die Schwammerl-Szene ist kein Sammel-Platz für Freaks, sondern für echte Abenteurer.

Das können Profis sein oder Laien, die sich zum ersten Mal raus in den Wald auf Schwammerlsuche wagen. Hahn glaubt, dass die Motivation meist dieselbe ist: „Man will einfach Dinge finden, die andere nicht finden.“ Und zwar draußen in der Natur, ohne Supermarkt oder sonstiges. „Das ist ein Hang zum Archaischen. Man ist wieder Jäger und Sammler.“

Der Schwammerl-Experte Hahn ging zum ersten Mal mit einem Nachbarn auf Sammel-Tour. Da war er sechs Jahre alt, der Nachbar hatte mächtig Ahnung, den Buben beeindruckte das. Heute ist er derjenige, der Ahnung hat.

Ein Hellseher ist er deswegen aber noch lange nicht. „Die kommende Pilzsaison“, sagt er, „ist mal wieder unberechenbar.“ Nur so viel: Was derzeit wie Unkraut aus dem Boden schießt, sind Perlpilze. Auch der Maronenröhrling sprießt wieder, genau wie Birkenpilze. Und einen gibt’s: den Steinpilz. „Der lässt sich relativ leicht bestimmen“, sagt Hahn. Und ist deshalb besonders dankbar für Anfänger.

Das ist nicht unwichtig, denn von denen dürfte es auch in diesem Jahr wieder einige geben. Schwammerl-Sammeln ist ein leiser Trend, gerade bei jungen Leuten. Hahn weiß das. So lange es nicht kommerziell betrieben wird, hat er kein Problem damit. Immerhin fördere die Beschäftigung mit Pilzen das Gefühl für die Natur.

Um nicht ganz blind in den Wald zu gehen, hat Hahn ein paar Einsteiger-Tipps. In der Nähe von gedüngten Feldern zu suchen, ist ziemlich aussichtslos. Pilze mögen nämlich keinen Stickstoff. Ansonsten helfen viele der Bücher, die auf dem Markt sind, um giftige von ungiftigen Schwammerln zu unterscheiden. Nur den Apps, die mittlerweile auf dem Markt sind, traut Hahn nicht, „weil sie die Merkmale der Pilze nur grob angeben“. Am sichersten sei es noch immer, seine Beute von einem Pilzberater anschauen zu lassen, zum Beispiel im Münchner Rathaus (immer montags von 10-13 und 16.30-18 Uhr).

Für Hahn, den Experten, geht’s jetzt erstmal in den Urlaub: Bayerischer Wald. Dass er hier von den Schwammerln lassen kann, glaubt seine Frau nicht – und er noch viel weniger. 

Von Marcus Mäckler

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