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Hinter diesem Fenster im vierten Stock des Blocks spielte sich die Tragödie ab

Nicole (23) ermordet und angezündet

Landshut - Nicole S. (23) freute sich auf ihr Baby! Doch für den 25-jährigen Christopher M. war die Schwangerschaft nur ein lästiges Hindernis. Er plante ein anderes Leben – mit einer anderen Frau. Darum musste Nicole sterben.

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Für Christopher M. (25) war die Beziehung zu Nicole S. (23) eine Affäre, eine unter vielen. Für Nicole war Christopher die große Liebe. Als die blonde Landshuterin bei den gelegentlichen Treffs auch noch schwanger wurde, rastete Christopher völlig aus. „Treib’ des Kind ab!“, schrie der gelernte Koch öfters. Dass das heranwachsende Baby im Mutterleib mit sechs Monaten schon viel zu alt war, schien ihm dabei egal. Er wollte das Kind nicht haben, zumal er mit einer anderen Frau fest zusammen war. Und so entschloss er sich zu einer Tat, die seit Sonntag nicht nur Niederbayern erschüttert. Kaltblütig brachte er Nicole und sein ungeborenes Kind um. Die Leiche der Frau zündete er in ihrer kleinen Wohnung an der Beethovenstraße in Landshut an und ging weg. So, als wäre nichts passiert ... 

Freitagabend: Nicoles Vater (46) macht sich Sorgen. Schon seit einigen Tagen erreicht er seine Tochter nicht. Kurzerhand fährt er nach Landshut, vor der Wohnung im vierten Stock riecht es ein wenig nach Rauch. Er ruft die Polizei.

Die Beamten öffnen mit Gewalt die Haustür. Der Vater sieht sofort die junge Frau. Nicole liegt im Flur, ihr Körper ist schwarz vom Ruß.

Die Kripo spricht von einem „lokalen Brand“ als Ursache. Offenbar hatte der Täter aber das Mädchen angezündet. Das Feuer glomm seit Tagen vor sich hin. Aufgrund des stark verkohlten Zustands der Toten lieferte die Rechtsmedizin zunächst kein eindeutiges Ergebnis bezüglich der Todesursache. Einen Selbstmord schloss die Polizei alleine aufgrund der Auffindesituation aus. Die Kripo ermittelte nun in einem Mordfall, schnell fiel der Verdacht auf einen Freund von Nicole. Er sitzt seit Sonntag in der JVA Landshut in U-Haft.

Hinter diesem Fenster im vierten Stock des Blocks spielte sich die Tragödie ab

Nahe Angehörige der toten Frau versammelten sich am Sonntag vor dem Mehrparteienhaus. Eine alte Dame und ihre junge Begleiterin mit einem Kinderwagen schauen nach oben; dorthin, wo die werdende Mutter so grausam zu Tode kam. „Ich bin die Großmutter“, sagt die 83-jährige Maria Z., die wie ihre Enkelin Sandra S. (25), die Schwester des Opfers, weint. Mit leiser Stimme sagt sie: „Ich kann es nicht fassen, dass das passiert ist. Die Polizei hat uns bisher auch noch keine Einzelheiten gesagt.“

Die Großmutter hat am Mittwoch ihren Geburtstag gefeiert: „Da hat Nicole sonst immer angerufen, nur diesmal hat sie sich nicht gerührt und ist auch nicht ans Telefon gegangen.“ Da habe sie den Vater (46) von Nicole verständigt, der seit der Scheidung von seiner Ehefrau in Dingolfing wohnt.

Nicole lebte zurückgezogen, ihre Liebe galt den drei Katzen und ihrem Mörder Christopher. Dass der ein Monster war, konnte sie nicht ahnen. Seit ihrer Schwangerschaft arbeitete sie nicht mehr, zuvor jobbte Nicole als Pflegekraft. Vom Freund ihrer Enkelin – dem mutmaßlichen Mörder – wusste die Oma nur wenig: Nur, dass er in einem Landshuter Hotel als Koch gearbeitet habe. Und wegen der Schwangerschaft soll es in letzter Zeit immer wieder zu Streitereien gekommen sein: „Angeblich wollte er am Dienstag zu einer Aussprache zu meiner Enkelin kommen.“ Sie selbst habe von Erzählungen her keinen guten Eindruck von Christopher gehabt und ihre Enkelin immer wieder vor ihm gewarnt: „Lass ihn nicht mehr rein … Aber sie hat ihm vertraut, sie war vernarrt in ihn.“

Großmutter Maria ist restlos verzweifelt. Über die genaue Todesursache habe die Polizei geschwiegen, „doch nachdem die Leiche völlig verkohlt aufgefunden wurde, muss meine Enkelin unvorstellbare Todesqualen ausgestanden haben.“ Beim Gedanken daran, dass Nicole vielleicht noch gelebt hat, als sie angezündet wurde, bricht sie in Tränen aus.

aw. stl, mc

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