Schwangere halbtot geschlagen: Acht Jahre Haft für Ex-Freund

Fürth/Nürnberg - Ein 31 Jahre alter Mann aus Fürth ist zu acht Jahren Haft verurteilt worden, weil er seinen ungeborenen Sohn im Mutterleib der Ex-Freundin töten wollte.

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Schwangere Ex-Freundin halbtot geschlagen

Das Landgericht Nürnberg-Fürth sprach den Mann am Dienstag schuldig, weil er seine schwangere Ex-Freundin brutal zusammengeschlagen hatte - in der Hoffnung, sie würde dadurch ihr Kind verlieren. Die 13. Strafkammer verurteilte den Mann wegen gefährlicher Körperverletzung und einem “besonders schweren Fall von versuchter Abtreibung“. Die junge Frau hatte nach dem Überfall im August 2009 in Fürth 72 Stunden lang in Lebensgefahr geschwebt.

Der Vorsitzende Richter Ulrich Flechtner sagte: “Angesichts dieser Tat befällt mich Ratlosigkeit“, erklärte er in seiner Urteilsbegründung. “Sie haben auf ihre frühere Bekannte eingetreten wie auf einen Fußball“, hielt er dem 31-Jährigen vor. Der Angeklagte hatte erklärt, seine Tat habe gar nichts mit der Schwangerschaft seiner Ex-Freundin zu tun, er habe es lediglich auf die Handtasche der 21-Jährigen abgesehen. Das ließ der Richter nicht gelten: “Wer so auf jemanden eintritt, weiß, dass man damit ein Baby töten kann“. Es sei purer Zufall, dass das Opfer überlebt habe.

Nach Angaben der Ermittler hatten sich die 21-Jährige und der zehn Jahre ältere Fürther im Dezember 2008 in einer Disco kennengelernt. Obwohl der 31-Jährige bereits in einer festen Beziehung war, traf er sich des öfteren mit seiner neuen Freundin, bevor beide sich im März in beiderseitigem Einvernehmen trennten. Erst als die 21-Jährige ihrem Ex-Freund im Juni per Internet offenbarte, dass dieser Vater werde, vereinbarten beide ein Treffen. Doch statt am verabredeten Treffpunkt zu erscheinen, überfiel der 31-Jährige die Schwangere vor ihrer Wohnung und verprügelte sie. Der Sohn kam wenige Monate später gesund zur Welt.

dpa

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