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Schweine sollen bei den Tierversuchen sterben.

Schweine sollen für US-Armee sterben

Grafenwöhr - Die US-Armee in der Oberpfalz will lebende Schweine schwer verletzen – damit ihre Soldaten lernen, wie sie die Verletzungen versorgen müssen.

Schon wieder ein fragwürdiges Experiment mit Schweinen: Erst im Januar wollten Mediziner im österreichischen Ötztal Tiere in Schneemassen ersticken lassen, um deren Körperreaktion zu messen und Erkenntnisse über den Lawinen-Tod von Menschen zu gewinnen. Doch das Projekt wurde abgebrochen. Jetzt berichtet „Der neue Tag“ von einem weiteren Schweine-Forschungsversuch am oberpfälzischen Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Kreis Neustadt): Dem Bericht zufolge wollen die amerikanischen Streitkräfte dort zur Sanitätsausbildung lebende Schweine schwer verletzen und anschließend töten.

So sollen die Soldaten lernen, wie sie schwere Gefechtsverletzungen versorgen. Das Hauptquartier der US-Armee in Heidelberg hat die Pläne bestätigt. Pro Kurs sollen mehrere Tiere getötet werden. Die Zahl hänge davon ab, wie viel medizinisches Personal ausgebildet wird. „Kurse mit Gefechtsverletzungen, in denen etwa 30 Soldaten geschult werden, würden weniger als zehn Tiere über einen Zeitraum von zwei Tagen erfordern“, teilte die Army mit.

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Die Tiere sollen nicht durch Schüsse, Sprengkörper oder Feuer verletzt werden. Sie werden betäubt, „alle Wunden werden ihnen von geübten, erfahrenen Ausbildern beigebracht, die Operationsbesteck verwenden“, heißt es. Die Soldaten sollen so die Wirklichkeit eines kritisch verwundeten Patienten erfahren. Bekannt wurden die Pläne, als die Brandenburger Firma HCX Consultig GmbH den Versuch bei der Regierung von Oberpfalz anzeigte – das ist bei Tierversuchen üblich. Der Konzern bietet chirurgische und intensivmedizinische Fortbildungsmaßnahmen an und begleitet die Experimente in Grafenwöhr. Angeblich wollen die Amerikaner noch in diesem Jahr mit dem Projekt beginnen. Unter bestimmten Voraussetzungen genehmigt die Regierung Tier-Experimente – doch bei diesem wurde man in Regensburg stutzig. Die Regierung will jetzt genau prüfen, inwiefern der Versuch genehmigungspflichtig und -fähig ist. Am Freitag findet im Regierungsgebäude ein Gespräch mit Vertretern der Armee und des Unternehmens statt.

Dass immer wieder Schweine für die Forschung sterben müssen, liegt an der großen Ähnlichkeit ihres Organismus mit dem des Menschen. Bei der Bundeswehr sind Tier-Versuche nicht Teil der Sanitätsausbildung, teilt ein Sprecher mit. Doch zur Ausbildung von Chirurgen werden durchaus Operationen an lebenden Schweinen geübt.

Tierschützer protestieren heftig: „Es ist unfassbar, dass hier Tiere leiden sollen, obwohl es bereits eine Reihe von Alternativmethoden gibt, um rettungsmedizinische Fähigkeiten tierversuchsfrei zu erlernen“, sagte Tessy Lödermann vom bayerischen Landesverband. Die bayerische Organisation „animal 2000“ plant Protestaktionen gegen die Schweine-Versuche in Grafenwöhr, auch wenn das schwierig wird. Denn das Armee-Gelände ist militärisch abgeriegelt. Die österreichischen Forscher mussten ihr Lawinen-Experiment nach wenigen Tagen abbrechen – weil Tierschützer das Versuchsgelände gestürmt hatten.

von Carina Lechner

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