Strafe für Schweizer Prügel-Schüler - Urteil fällt Montagmittag

München - Sie hatten getrunken, geprügelt und einem Geschäftsmann das Gesicht zerschmettert: Die drei Schweizer Schüler, die bei einer Klassenfahrt 2009 ihr Unwesen trieben, werden heute bestraft.

Gut acht Monate hat das Gericht hinter verschlossenen Türen verhandelt, am Montagmittag wird das Urteil erwartet: Drei Schüler aus der Schweiz mussten sich vor der Jugendkammer des Landgerichts München I wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Mike B., Benjamin D. und Ivan Z. hatten im Sommer 2009 bei einer Klassenfahrt in München wahllos fünf Passanten zusammengeschlagen, zwei von ihnen hätten nach Auffassung der Staatsanwaltschaft auch sterben können.

Die Jugendlichen hatten in einem Park mit anderen Klassenkameraden gefeiert, getrunken und Haschisch geraucht, als die Stimmung plötzlich kippte. Zuerst schlugen die damals 16-Jährigen drei Männer in dem Park zusammen, dann zogen sie weiter. Wenige Minuten später überfielen sie einen Geschäftsmann, zerschmetterten sein Gesicht und verletzten ihn lebensgefährlich. Am Ende verprügelten sie noch einen Studenten. Die Staatsanwaltschaft hat für Mike B. neun Jahre, für Benjamin D. sieben und für Ivan Z. sechs Jahre verlangt. Die Verteidiger plädierten hingegen für sehr viel niedrigere Strafen. Für Mike B. verlangte Verteidiger Christian Bärnreuther lediglich Jugendarrest - er habe bei dem folgenreichsten Überfall auf den Geschäftsmann nicht mitgemacht. Benjamin D.s Verteidiger Steffen Ufer forderte für seinen Mandanten zwei Jahre und neun Monate, für Ivan Z. plädierte Anwalt Titus Boerschmann auf 16 Monate.

Die drei Angeklagten hatten sich im Laufe des Prozesses entschuldigt und mit vier ihrer fünf Opfer Geldzahlungen zur Entschädigung vereinbart. Die Jugendkammer hatte zum Schutz der zur Tatzeit Minderjährigen hinter verschlossenen Türen verhandelt. Nur die Eltern saßen regelmäßig im Gerichtssaal - und der Geschäftsmann als Nebenkläger. Der Familienvater aus Ratingen in Nordrhein- Westfalen hat zahlreiche Operationen über sich ergehen lassen müssen und leidet bis heute an den Folgen des Gewaltexzesses.

dpa

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