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Ein Blitz über München.

Schwül-nasser Sommer: Potzblitz - was für ein Wetter!

Donnergrollen und Sturzbäche von Regen – das Sommerwetter, so scheint es jedenfalls, schlägt munter seineKapriolen. Doch für alles gibt es eine Erklärung: Hier das Wichtigste zum derzeitigen Wetter – und zu den Aussichten.

Warum gibt es derzeit so häufig Gewitter?

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Schuld daran ist ein großes Tiefdruckgebiet, das unlängst über Mitteleuropa in den Mittelmeerraum zog. Dieses Tief, das längst weitergewandert ist, dreht sich gegen den Uhrzeigersinn – und führt uns so schwülwarme Luft aus dem Mittelmeerraum zu. Die liegt nun schon eine gute Woche über uns. Denn: „Es gibt kaum Wind“, sagt Volker Wünsche, Diplom-Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in München. Die warme Luft ist denn auch der Grund für die Gewitter: Im Zuge der Tageserwärmung bilden sich Schauer- und Gewitterwolken, die sich 10 bis 12 Kilometer auftürmen. Die Wolkenmassen entladen sich in sturzbachartigen Regenfällen: Zwischen 80 und 100 Liter regnet es dann in kurzer Zeit auf einem Quadratmeter – so viel wie sonst mitunter in einem Monat. Da könne man fast von tropischen Regenschauern reden, sagt Wünsche. „Die sind aber schon noch stärker.“

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Gibt es in diesem Sommer besonders viele Blitze?

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Nein. „Das fällt nicht besonders aus dem Rahmen“, sagt Wünsche. So zählte der Blitz-Informationsdienst von Siemens (BLIDs) am Donnerstag in einem Radius von 40 Kilometern rund um München genau 3111 Blitze. Diese Zahl hänge nur damit zusammen, dass sich die Gewitter mangels Wind wenig verlagert hätten. „Dann hat man viele Blitze und viele Einschläge“, sagt Wünsche. Ungewöhnlich sei das nicht.

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Haben die derzeitigen Wetterkapriolen mit Klimawandel zu tun?

Wie sehr der Klimawandel das Wetter beeinflusst, ist umstritten. Wünsche weist allerdings darauf hin, dass es in jedem Sommer schwül-warme Perioden mit Gewittern gebe. Derzeit herrsche eben „eine spezielle Wetterlage“ vor – wie es sie etwa im Juli 2006 auch schon gegeben habe.

Ist das Wetter gut oder schlecht für die Landwirtschaft?

Das ist sehr unterschiedlich. Die Gurken, die in Bayern fürs Einlegen angebaut werden, „schießen mordsmäßig“, erzählt Theo Däxl vom Bayerischen Bauernverband. Wer allerdings gerade ernten muss, habe keine leichte Aufgabe, sondern sei „mit Gummistiefeln im Batz unterwegs“. Anders ausgedrückt: „Die Bewirtschaftung der Felder ist sehr schwierig.“ Kraut hingegen braucht viel Wasser, und wer gerade „etwas draußen“ habe, sagt Däxl, „der lacht jetzt übers ganze Gesicht“. Allerdings könne man bei diesem Wetter nicht einmal dieselbe Obstsorte über einen Kamm scheren. Beispiel Kirschen: Am Bodensee regnete es heftig – und die Kirschen verdarben. In Franken hingegen regnete es viel weniger – und die Ernte lief bestens. Denn eines müsse man beachten, wenn man die Folgen für die Landwirtschaft in Bayern betrachte: „Es ist nicht überall Land unter“, sagte Theo Däxl.

Wirkt das Wetter auf jeden Menschen ein?

Ja, auf jeden. Nicht nur im Freien, sondern auch in Innenräumen. Und es gibt Menschen, die von sich sagen, sie seien wetterfühlig – in Umfragen sind das bis zu 50 Prozent, also jeder Zweite. Die Menschen sind dann nicht krank, sie fühlen sich nur nicht wohl, schlafen schlecht – oder sind einfach grantig. Prof. Dr. Dr. Angela Schuh, Medizinische Klimatologin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, nennt das Befindlichkeitsstörungen. Die derzeitige Schwüle etwa kann eine Plage sein für Menschen, die vorgeschädigt sind durch Herz- und Kreislauf-Erkrankungen, ebenso für Senioren und kleine Kinder. Die sogenannte Thermo-Regulierung des Körpers kommt nicht nach: Sie müsste eigentlich dessen Temperatur herunterkühlen. Weil der Körper nicht trainiert ist, dauert das alles ein bisschen länger.

Kann Wetter auch krank machen?

In der Regel nicht. Allerdings können Symptome einer Krankheit, die bereits besteht, durch bestimmtes Wetter verschlechtert werden. Prof. Angela Schuh spricht in ihrem Buch „Biowetter“ (C.H. Beck Verlag) von „Wetterempfindlichkeit“: Sie kann Menschen betreffen, die zum Beispiel einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten oder an Gefäßerkrankungen leiden. Reale Krankheitssymptome wie Herzstörungen oder Schmerzen können sich verschlechtern. Wetterempfindliche reagieren nach Unfällen, Verletzungen, Operationen, akuten schweren Erkrankungen manchmal auf Wettereinflüsse. Nach Gewittern kommt es auch häufiger zu Asthmaanfällen.

Wann ist Schluss mit dem schwül-nassen Wetter?

In dieser Woche fällt die Temperatur erst mal, sie erreicht dann Höchstwerte von 15 bis 21 Grad, sagt der Meteorologe Volker Wünsche. Das Gute: Damit fehlt die Energie, die nötig ist, damit sich ein heftiges Gewitter zusammenbraut. Es werde einen Wechsel von Regen und Sonne geben, sagt Wünsche. Einen solchen Temperaturabschwung spüren allerdings oft die Wetterfühligen und Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Rheuma. Prof. Schuh rät: „Man sollte sich nicht zusätzlich anstrengen, sich eher drinnen aufhalten – und sich schonen.“

Wettervorhersage für Bayern

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