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Wieder im Trend: Hier eine Jugendfeuerwehr in Gröbenzell (Kreis Fürstenfeldbruck) bei der Übung.

Trend in Oberbayern

Sechs Prozent Zuwachs: Feuerwehren sind wieder „cool“

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München – Die Feuerwehren in Oberbayern sind bei den Jugendlichen wieder beliebter als noch vor einigen Jahren. 2016 seien den Jugendfeuerwehren in Bayern fast 600 Jugendliche neu beigetreten, so der oberbayerische Jugendfeuerwehrwart Andreas Halmer.

Das ist ein Anstieg um sechs Prozent auf nun fast 10 000 Mitglieder. Hochburgen waren dabei die Feuerwehren in Traunstein und Eichstätt. Jugendfeuerwehren haben Mitglieder in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen. Ab 16 darf man sogar ausrücken, aber nicht nachts und nicht bei besonders gefährlichen Einsätzen. „Zu einem tödlichen Autounfall sollte man Jugendliche natürlich nicht mitnehmen“, sagt Halmer.

Drei Entwicklungen sind bei dem Mitglieder-Zuwachs besonders erwähnenswert. Zum einen sind mehr als ein Fünftel der Mitglieder bis 18 Mädchen. Exakt waren es zum Jahresende 2016 2306 weibliche Nachwuchs-Feuerwehr-Mitglieder.

Bei den Erwachsenen ist der Anteil weiblicher Mitglieder weit geringer, im Landkreis Ebersberg zum Beispiel sind es nur sechs bis sieben Prozent.

30 Jugendfeuerwehren neu gegründet

Zum Zweiten sind im vergangenen Jahr sogar mehr als 30 Jugendfeuerwehren neu gegründet worden. Es gibt annähernd 1000 Ortsgruppen. Und zum Dritten interessieren sich Jugendliche mit ausländischen Wurzeln bisher offenbar kaum für die Jugendfeuerwehren. Ganze 60 Mitglieder, bei einer Gesamtzahl von fast 10 000, sind Jugendliche mit Migrationshintergrund. Halmer hat allerdings Verständnis für das mäßige Interesse zum Beispiel bei jugendlichen Flüchtlingen. „Ein unbegleiteter minderjähriger Flüchtling hat andere Sorgen, als sich bei der Feuerwehr zu engagieren“, sagt er.

Die Feuerwehr bemüht sich emsig, den Trend zu verstetigen – mit Bezirksfeuerlager, Feuerwehr-Meisterschaften, einem Kletterwochenende und internen Fortbildungen. Die Jugendfeuerwehren sind aufgefordert, Facebook-Gruppen zu gründen. Allein mit Pizzaessen gewinne man keine neuen Mitglieder, heißt es. In diesem Jahr wird die Nachwuchs-Werbung noch intensiviert – mit einer Imagekampagne, bei der erstmals mit der Designschule München kooperiert wird. Die Kampagne startet im September und ist speziell auf Jugendliche zugeschnitten.

Neben den Jugendfeuerwehren sollen auch die Kinderfeuerwehren für die Sechs- bis Elfjährigen weiter wachsen. Momentan gibt es 13 mit insgesamt 250 Kindern. „Die Tendenz ist stark steigend, die Zahl hat sich im letzten Jahr verdoppelt.“

Aufgrund der Zuwachsraten hofft Halmer, dass in Zukunft mehr Jugendwarte ausgebildet werden können. Die Feuerwehrschulen seien mit Lehrgängen voll ausgelastet, das Nachsehen hätten die Jugendwarte, von denen nur jeder dritte ausgebildet werden könne. Halmer: „Die Warteliste ist viel zu lang.“

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