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Rüdiger Grube (li.) und Horst Seehofer bei der Vorstellung des ICE 4.

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Neuer ICE 4: Wohlfühltermin für Bahnfan Seehofer

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München - Dieser Termin, sagt er, ist ein „Wohlfühltermin“. Hobby-Eisenbahner Horst Seehofer besichtigt einen ICE4. Das neue Flaggschiff der Bahn imponiert ihm. Aber Dienstreisen per Zug wird es trotzdem kaum geben.

„So.“ Horst Seehofer haut seine Hand auf den Tisch, dass die Kaffeetasse zittert. Jetzt habe er noch einen Wunsch: Einer der neuen ICE4-Züge müsse „Freistaat Bayern“ heißen. Oder „Königreich Bayern“. Irgendwas mit Bayern halt. Rüdiger Grube ist erst irritiert, dann lächelt er salomonisch. „Kriegen wir hin“, sagt er.

Die Namens-Beschriftung für das neue Flaggschiff der Bahn ist wahrscheinlich das kleinste Problem, das der Bahn-Chef im Moment hat. Kostenexplosion bei Stuttgart 21, ein abgesagter Börsengang in England, drückende Fernbus-Konkurrenz – da ist so ein PR-Termin für den neuen ICE4 mal eine schöne Abwechslung. Im nächsten Jahr, pünktlich zum Fahrplanwechsel im Dezember, will die Bahn ihre neuen Züge auf der Neu- und Ausbaustrecke München-Berlin losschicken. Die schnellsten Sprinter sollen nur 3:55 Stunden brauchen. 130 Züge hat die Bahn bei Siemens bestellt. Bisher allerdings fahren erst zwei Testzüge zwischen München und Hamburg – einen zeigt der Bahnchef am Montag am Münchner Hauptbahnhof dem bayerischen Ministerpräsidenten und Modellbau-Liebhaber Horst Seehofer.

Einsteigen am Gleis 14, Grube schleust Seehofer durch den engen Zug-Gang und spult Daten und Fakten herunter: 13 500 PS, wahnsinnige starke Beschleunigung, sehr energieeffizient, größtes Bahn-Investment in der Bahngeschichte – die Superlative nehmen kein Ende. Horst Seehofer, der sich im ICE-Restaurant neben Grube gequetscht hat, stimmt in die Lobeshymne voll mit ein. Geballte deutsche Eisenbahner-Ingenieurskunst, deutlich bessere Klimaanlagen – „jeder Wagen hat zwei Klimaanlagen“, korrigiert Grube. Dann ist wieder Seehofer am Zug: „Bayern und Bahn gehören zusammen.“ Die Fluggesellschaften müssten sich „bei diesen Fahrzeiten warm anziehen“.

Beim Gang durch den Zug weist Grube auf manche Feinheit hin. Reservierungsanzeigen gibt es jetzt in den Kopfstützen, das Licht ist dimmbar und wird je nach Tageszeit gesteuert. Piktogramme gibt es im ICE4 auch in Blindenschrift. Plätze für Fahrräder – auch das gab es im ICE bisher nicht. WLAN gibt es auch – in der ersten und zweiten Klasse aller 260 ICE-Züge. „WLAN ist wichtig“, sagt Seehofer. „Ab 1. Januar 2017 funktioniert das“, sagt Grube. Seehofer nickt. Man wisse ja, dass im Tunnel immer die Verbindung abbreche. Fürs Internet ist das jetzt geregelt. Allerdings: Mit dem besseren Telefonieren wird es noch etwas dauern. Die Technik, sagt Grube. Es ist schwierig. Erst ab 2018 soll „die Telefonie um den Faktor zehn besser als heute“ sein.

Dann schwatzen die beiden noch etwas über die Bahn im Besonderen und Allgemeinen. Rüdiger Grube versucht Seehofer für ein Spezialthema zu interessieren – die Bahn braucht eine Genehmigung für 740 Meter lange Güterzüge. Als Ausgleich dafür, dass die Gigaliner auf die Straße kommen. Seehofer nickt. Aber er erzählt lieber über alte Zeiten. In der Jugend war er Hobbyfußballer, fuhr noch „in der Holzklasse“ zu den Spielen. Ist lange her. Später fuhr der Abgeordnete Seehofer auch gerne Bahn – nach Bonn zum Bundestag. Deshalb steht der Bonner Hauptbahnhof auch „als zentraler Blickfang“ auf seiner Modellbahn-Anlage. Ob er heute noch manchmal Bahn fahre, will eine Journalistin wissen. „Fast null Prozent“, gibt Seehofer zu. „Mein Büro ist der Dienstwagen.“

Am Schluss marschieren die beiden zum ICE-Führerstand. Seehofer darf auf dem Lokführer-Stuhl Platz nehmen. Ein Traum. Lokführer Christian Walter erklärt Details. Die ICE-Besichtigung sei ein „Wohlfühltermin“, schwärmt Seehofer. Eines sei klar: Der ICE4 werde auf seine Modellbahnanlage kommen. „Den schenke ich mir selber.“

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