Ultraleichtflugzeug stürzt ab: Zwei Chiemgauer sterben

Salzburg/Chiemgau - Beim Absturz eines bayerischen Segelflugzeugs im Salzburger Pinzgau sind am Donnerstag ein Mann und eine Frau aus dem Chiemgau ums Leben gekommen.

Ein 47-jähriger Mann aus Breitbrunn am Chiemsee und eine bislang nicht identifizierte Frau sind gestern mit ihrem Ultraleichtflugzeug in Österreich tödlich verunglückt. Über die Absturzursache im Salzburger Pinzgau ist bislang wenig bekannt.

„Vermutlich streifte das Flugzeug einige Baumwipfel und stürzte dann in eine Hochleitung der Eisenbahn“, erklärte Mario Rieder, der Einsatzleiter der Polizei vor Ort. Die Maschine fing Feuer, nach Angaben der Behörden verbrannten beide Leichen bis zur Unkenntlichkeit. Deswegen konnte zunächst nur die Identität des Mannes geklärt werden. Genauere Angaben zu der Frau, die offenbar ebenfalls aus dem Chiemgau stammt, wollte die österreichische Polizei gestern nicht machen. Die Eisenbahnstrecke zwischen Leogang und Hochfilzen war mehrere Stunden komplett gesperrt. „Das Flugzeug geriet in eine unserer Hochspannungsleitungen mit 15 000 Volt, diese wurde durch den Aufprall auf 400 Metern beschädigt“, berichtete René Zumtobel, Sprecher der Österreichischen Bundesbahn.

Ultraleichtflugzeug aus Chiemgau abgestürzt 

Warum das Ultraleichtflugzeug mit Motor überhaupt so tief flog und die Bäume streifte, konnten sich die Polizeibeamten gestern noch nicht erklären. Ein Sachverständiger für Flugunfallanalyse und zwei Beamte der Flugunfall-Untersuchungsstelle der österreichischen Behörden wurden zu den Ermittlungen hinzugezogen. Von der Staatsanwaltschaft Salzburg wurde die Sicherstellung des Flugzeugwracks sowie die Bergung und gerichtsmedizinische Obduktion der beiden Leichen angeordnet.

Die beiden verunglückten Chiemgauer starteten gestern Morgen am Flugplatz in Schönberg bei Trostberg (Landkreis Traunstein) mit einem Ultraleichtflugzeug des Typs Pionier 200. Flugzeugexperten zufolge ist dies eine relativ einfach zu handhabende Maschine. „Die beiden wollten einen Rundflug machen, charterten bei uns eine Maschine“, bestätigt ein Mitarbeiter des Flugplatzes. Schönberg ist aufgrund seiner Nähe zu den Alpen ein beliebter Startort für viele Hobby-Flieger.

Wie das österreichische Landeskriminalamt in Salzburg mitteilte, waren der Mann und die Frau unterwegs zum Flugplatz in Zell am See. Der Mann habe kurz vor dem Absturz noch einen Notruf an den Flugplatz in Zell am See abgesetzt. „Er hat ganz kurz die Buchstaben D und M durchgegeben und mehrfach ganz aufgeregt ‚Mayday, Mayday‘ gerufen“, erzählte der Geschäftsführer des Flugplatzes Zell am See, Christian Moser einer österreichischen Nachrichtenagentur.

Experten zufolge gilt die Strecke von Schönberg ins österreichische Zell am See als fliegerisch anspruchsvoll – insbesondere mit einem Ultraleichtflugzeug, das aufgrund seines geringen Gewichts verstärkt Winden ausgesetzt ist. Die Flugzeuge haben deswegen in Fliegerkreisen den Ruf, weniger sicher zu sein als herkömmliche Propellermaschinen. Beliebt sind die Maschinen vor allem wegen ihres günstigen Preises und des geringen Spritverbrauchs.

Patrick Wehner

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