Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund

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Die Rettungsaktion dauerte 18 Stunden lang.

Gleitschirmflieger war BR-Reporter

Schwangau - Der Unglücks-Gleitschirmflug im bayerischen Allgäu stand im Zusammenhang mit Fernsehaufnahmen. Der Gleitschirmpilot war im Tandemflug mit einem Reporter des Bayerischen Fernsehens unterwegs.

Das sagte eine Sprecherin des Bayerischen Rundfunks (BR) am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei um Aufnahmen für eine Urlaubsserie gegangen. Eigentlich habe im Anschluss eine Kamerafrau in einem zweiten Tandemflug starten sollen. Dazu kam es aber nicht mehr.

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Seilbahn-Betreiber erhebt schwere Vorwürfe

Passagiere 18 Stunden in Gondel gefangen

Der 54-jährige Unglücks-Pilot blieb am Freitagmittag mit seinem Schirm im Tragseil der Tegelberg-Bahn nahe dem Schloss Neuschwanstein hängen und legte die Bahn lahm. Aus einer Gondel mussten 30 Insassen aus 70 Meter Höhe abgeseilt werden. In einer anderen Gondel waren 20 Menschen mehr als 18 Stunden in 100 Meter Höhe eingeschlossen, sie konnten erst am Samstagmorgen mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden. Alle blieben unverletzt.

Bilder von der Rettungsaktion

Große Evakurierung am Tegelberg

Der Gleitschirmpilot und sein 35 Jahre alter Fluggast kamen mit leichten Verletzungen davon. Gegen den Piloten wird nach Polizeiangaben wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt.

Bergbahn-Geschäftsführer sauer

Der Geschäftsführer der Tegelbergbahn, Franz Bucher, hat den 54-jährigen Gleitschirmpiloten scharf attackiert. “Als er oben am Seil hing, hat er geschrien wie am Spieß, bis er gerettet wurde. Seitdem hat er sich nicht mal bei uns gemeldet, um sich zu entschuldigen und die Daten seiner Haftpflichtversicherung zu hinterlassen“, sagte Bucher am Sonntag der Nachrichtenagentur dapd.

Karl Slezak vom Deutschen Hängegleiterverband (DHV) glaubt, dass der Gleitschirmflieger einen Fehler gemacht hat. Der Pilot habe wohl missachtet, dass Überflüge von Seilbahnen mit einer Mindesthöhe von 50 Metern erfolgen müssen, damit es eben nicht zu gefährlichen Situationen komme, sagte er der ARD.

Die Polizei will sich noch nicht auf eine Unglücksursache festlegen. Nach Befragung der Beteiligten und Auswertung der Wetterdaten werde “zu schauen sein, ob hier möglicherweise die Wind- und Wetterverhältnisse oder ein Pilotenfehler ursächlich waren“, sagte Resch der ARD.

Der Bergbahn ist durch den Vorfall bisher ein Schaden von 75.000 Euro entstanden. Die Kosten für den Rettungseinsatz sind laut Bucher noch nicht in Rechnung gestellt.

Bahn eventuell bald wieder in Betrieb

Die Tegelbergbahn kann nach dem Gleitschirm-Unfall vom Freitag möglicherweise früher als erwartet wieder in Betrieb gehen. Am Sonntagnachmittag wurden bereits Probefahrten gemacht, wie eine Mitarbeiterin der Tegelbergbahn bestätigte. Eventuell könnte die Bahn also bereits an diesem Montag wieder Personen befördern. In ersten Einschätzungen hatte der Geschäftsführer der Bergbahn gesagt, dass die Reparatur mehrere Tage dauern könnte.

dpa/dapd

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