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Bislang kaum wegzudenken: Karl Steininger, hier bei einer Gedenkveranstaltung zur Sendlinger Mordweihnacht, ist seit 21 Jahren Landeshauptmann der Bayerischen Gebirgsschützen.

Landeshauptmann der Gebirgsschützen

Sein knappster Sieg

München - Karl Steininger, 75, ist seit 21 Jahren Landeshauptmann der Gebirgsschützen. Kürzlich wurde er wiedergewählt - knapp. Von einer Revolte will niemand etwas wissen – trotzdem ist der ewige Hauptmann etwas angeschlagen.

Eine persönliche Einladung und ein Brief genügten – da hatte Karl Steininger den Bundespräsidenten an der Angel. Joachim Gauck kam dann tatsächlich zum Patronatstag der Bayerischen Gebirgsschützen nach Miesbach. Knapp ein Jahr ist es her, dass er und Steininger nebeneinander auf der Ehrentribüne standen und das Defilee abnahmen. Damals wird sich mancher Schütze gedacht haben: Den Bundespräsidenten zum Patronatstag zu holen, das schafft nur der Karl.

Bayerns Gebirgsschützen haben ihrem Landeshauptmann das und einiges mehr zu verdanken. Der 75-Jährige aus Kleinpienzenau (Kreis Miesbach) gilt als Kümmerer, einer, der sich aufopfert. Die guten Beziehungen der Gebirgsschützen zur Kirche und zur Politik sind sein Verdienst. Außerdem, sagt ein Insider, habe Steininger das Wunderwerk vollbracht, alle 47 Gebirgsschützen-Kompanien in Bayern hinter sich zu bringen. Ein verdienter Mann. Wie ist dann dieser Sonntag vor zwei Wochen zu erklären?

29. März: In Bad Aibling (Kreis Rosenheim) stellt sich Steininger erneut zur Wahl. Er gewinnt – aber unter ungewohnten Umständen. Es gibt nämlich einen Gegenkandidaten, erstmals seit Steiningers erster Wahl 1994. Am Ende bekommt der Amtsinhaber 51, der Herausforderer Hans Baur aus Wallgau (Kreis Garmisch-Partenkirchen) 48 Stimmen. Die achte Amtszeit ist sicher, ein klarer Vertrauensbeweis sieht anders aus.

Der 75-Jährige gibt es nur zögerlich zu, aber das Ergebnis trifft ihn. „Ich weiß nicht, wie das zustande kommen konnte“, sagte er unserer Zeitung. „Scheint, als sei ich der Schlimme.“ Interne Probleme sieht er nicht. Auch von einer Stimmung gegen ihn als dienstältesten Landeshauptmann weiß er nichts.

Hinter dem knappen Ergebnis, so vermuten viele, steckt keine Kritik an der Person Steininger, sondern der Wille, den Generationswechsel an der Spitze der Gebirgsschützen einzuleiten. Viele Kompanien bemühen sich längst darum, ihr Personal zu verjüngen. Nicht wenige Hauptmänner sind um die 50. „Auf bayerischer Ebene hat man das etwas verschlafen“, sagt ein Insider, der namentlich nicht genannt werden will. Die Kandidatur von Hans Baur sieht er als Stimmungstest, mit einer Begleiterscheinung. „Der Karl hat’s empfunden, als wär’ er abgewählt worden.“

Baur, selbst schon 66, sagt, mit seiner Gegenkandidatur, habe er den Kompanien eine Alternative zum bloßen Abnicken eines Kandidaten geben wollen. „Dieses Amt ist zu wichtig, als dass es durch Akklamation entschieden werden dürfte“, sagt er. Steininger hält er für einen hoch verdienten Mann. Aber er sei der älteste Landeshauptmann in der Geschichte der Gebirgsschützen. „Man sollte zumindest über einen Wechsel nachdenken. Offensichtlich habe ich da einen Nerv getroffen.“

Tatsächlich, heißt es, stünden bei der nächsten Wahl einige jüngere Kandidaten bereit. Dann könnte es spannend werden, denn bisher kamen die Landeshauptmänner stets aus dem Mangfall-Leitzach-Gau. Gut möglich, dass die anderen Gaue 2018 versuchen werden, ihren Kandidaten zu positionieren.

Steininger wird nicht mehr antreten. Irgendwann, sagt er, sei wirklich Schluss. Erstmal hat er aber noch drei Jahre vor sich. Der 75-Jährige fühlt sich fit und weiß, dass lamentieren nichts bringt: „Adenauer ist auch nur mit einer Stimme Mehrheit gewählt worden.“

Marcus Mäckler

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