Die undatierte Aufnahme zeigt einen Schädel eines Kranichs aus der Fossilfundstelle Hammerschmiede
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Die undatierte Aufnahme zeigt einen Schädel eines Kranichs aus der Fossilfundstelle Hammerschmiede

Sensations-Fund im Allgäu: Riesen-Vogel lebte in Bayern - vor elf Millionen Jahren

  • Lucas Sauter-Orengo
    vonLucas Sauter-Orengo
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Elf Millionen Jahre. So alt schätzen die Forscher ihren Fund im Ostallgäu. Es handelt sich wohl um einen Vogel - mit recht ungewöhnlichen Maßen.

  • Forschern ist in Bayern ein echter Sensationsfund gelungen.
  • Die Wissenschaftler entdeckten den Schädel einer Vogelart, die womöglich vor elf Millionen Jahren im Ostallgäu lebte.
  • Sie dürfte der Vorfahre einer Spezies sein, die bis heute auf unserem Planeten lebt.

Pforzen/Tübingen: So ein Fund bleibt wohl selbst den erfahrensten Wissenschaftlern lange im Gedächtnis. Im Ostallgäu ist es Forschern gelungen, den Schädel eines seit Millionen Jahren verstorbenen Tieres zu entdecken. Ganze elf Millionen Jahre soll die Existenz des Vogels zurückliegen - womöglich ist er aber der Vorfahre eines Lebewesens, das bis heute auf unserem Planeten lebt: Des Kranichs.

Ostallgäu (Bayern): Sensations-Fund - Früheste Nachweise eines Kranichs in Europa

Bei dem Fossil aus der Tongrube Hammerschmiede bei Pforzen handle es sich um den frühesten Nachweis eines großen Kranichs in Europa, teilte die Universität Tübingen mit. Die Tongrube Hammerschmiede ist ein Areal im Landkreis Ostallgäu und die erste Menschenaffen-Fundstelle im Nordalpinen Vorlandbecken, eine der bedeutendsten paläontologischen Entdeckungen in Deutschland. Die nun neu entdeckte Art stehe möglicherweise am Beginn der Evolution der echten Kraniche, heißt es.

In Bayern: Schädel von Kranich gefunden - Vogel hatte wohl beeindruckende Maße

Das Tier dürfte demnach der größte Vogel zu Lebzeiten von „Udo“ gewesen sein - einem zweibeinigen Menschenaffen, dessen Fund in der Hammerschmiede im vergangenen Jahr Annahmen zur Evolution des aufrechten Gangs infrage gestellt hatte. Der Kranich sei 1,75 Meter groß gewesen und habe Spannweiten bis zu 2,80 Meter besessen, sagte Gerald Mayr vom Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt. Der Schnabel des Vogels deutet laut Grabungsleiter Thomas Lechner darauf hin, dass der Riesenkranich an offenem Süßwasser lebte. Solche Lebensräume seien damals im Allgäu vorherrschend gewesen. Über ihre Analysen berichten die Forscher im Fachmagazin „Journal of Ornithology“.

Irrer Fund in Bayern: Mehrere Funde im Freistaat

In Bayern kam es jüngst zu mehreren Funden, die von historischer Bedeutung sind. So etwa im oberbayerischen Freising: Bei der Sanierung des historischen Asamgebäudes haben Arbeiter einen Sensationsfund gemacht. Man geht davon aus, dass die Entdeckung sogar einmalig im gesamten süddeutschen Raum ist. Gerüchte um verschwundenes Nazi-Gold locken unterdessen noch immer Schatzsucher ins Allgäu. Manche Schatzsucher rücken gleich mit einem Bagger an - zum Leidwesen der Anwohner. (dpa/lso)

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