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Nicht ungewöhnlich: Regen bei "Rock im Park".

Sex, Drugs und Bier: "Rock im Park" wird 15

Nürnberg - Die kleine Schwester wird schon 15 Jahre alt. Das Festival “Rock im Park“ steht zwar immer ein bisschen im Schatten des größeren und älteren “Rock am Ring“, kann aber inzwischen auf eine beachtliche Geschichte zurückblicken.

An diesem Donnerstag starten die Zwillingsfestivals in Nürnberg und am Nürburgring in der Eifel.

Im Jahr 1995 wurde das Zeppelinfeld in Nürnberg zum ersten Mal zur Bühne für Rockstars und zur Spielwiese für ihre Fans. Zehntausende feiern, tanzen, singen, zelten und grillen seitdem dort jedes Jahr, trinken viel Bier und stehen vor den mobilen Chemie-Toiletten Schlange. Im vergangenen Jahr stellten die Veranstalter 515 solcher Chemie-Klos auf.

Rund 60 000 Besucher werden in diesem Jahr erwartet, etwa 2000 Karten waren wenige Tage vor Beginn noch zu haben. Nachdem die Zwillings-Festivals im vergangenen Jahr weitgehend ohne Rock-Klassiker ausgekommen waren und vor allem junge Bands auf die Bühnen brachten, sind in diesem Jahr wieder ein paar Klassiker dabei: Rage Against the Machine (“Killing in the Name of“) eröffnen als Headliner das Festival, das in seinem Jubiläumsjahr einen Tag länger dauert, am Donnerstagabend. Außerdem stehen bis Sonntagabend auch Auftritte von Slayer, Kiss und Motörhead auf dem Festival-Programm.

Einer weiterer Rock-“Dinosaurier“ ist Slash. Der Ex-Gitarrist von Guns'n'Roses, die Kultfigur der 80er und 90er, war schon beim ersten “Rock im Park“ 1995 mit seiner Band Slash's Snakepit dabei. In diesem Jahr präsentiert der begnadete Gitarrist, der eigentlich Saul Hudson heißt, sein erstes Solo-Album - ohne Band und vor allem ohne Guns'n'Roses-Frontmann Axl Rose, mit dem er seit Jahren im Clinch liegt.

Auch Schlagzeuger Dave Grohl, der erst mit “Nirvana“ und dem Grunge in den Rock-Olymp aufstieg und dann mit den “Foo Fighters“ Erfolge feierte, kommt nach Nürnberg - diesmal mit seiner Band Them Crooked Vultures.

Daneben treten auch die britische Sängerin Kate Nash, der deutsche Exportschlager Rammstein, Tocotronic, Him und Muse auf. Aus dem hohen Norden kommt Jan Delay. Auch die Sportfreunde Stiller geben sich unplugged - also ohne elektronische Verstärker - die Ehre, kurz bevor sie vor dem WM-Trubel fliehen und in den Urlaub entschwinden.

Einer der Höhepunkte ist der Auftritt der Band Gossip mit ihrer schwergewichtigen Frontfrau und Karl-Lagerfeld-Muse Beth Ditto. Die Band Delphic aus Manchester, deren Debüt-Album in diesem Jahr in ihrer Heimat einen wahren Hype hervorgerufen hat, ist zwar noch nicht so bekannt, deshalb aber nicht weniger hörenswert.

Dass in Nürnberg in diesem Jahr überhaupt noch gerockt werden kann, ist den Richtern am Verwaltungsgericht Ansbach zu verdanken. Sie wiesen im November vergangenen Jahres die Klage von Anwohnern ab, die sich wegen Lärmbelästigung beschwert hatten, und beendeten damit einen jahrelangen Streit zwischen Anwohnern und der Stadt Nürnberg. Die Begründung: “Rock im Park“ sei im juristischen Sinne ein “seltenes Ereignis“. Für den Fall, dass es trotzdem Beschwerden gibt, hat das Nürnberger Ordnungsamt ein Bürgertelefon eingerichtet.

dpa

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