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Die Helfer konnten den verunglückten Reitlehrer zwar rasch aus dem Unfallwagen bergen, doch der Mann war vermutlich sofort tot. Pfarrer Johann Babel spendete noch vor Ort die Sterbesakramente. Ein Feuerwehrmann betet dazu in Andacht.

Der Reitlehrer (68) war auf dem Weg zu seinem Prozess – Er soll zwei Mädchen zigfach missbraucht haben

Sextäter rast gegen Baum: tot

Landshut - Seine beiden Opfer bereiteten sich auf die schwierigsten Begegnungen in ihrem jungen Leben vor: In einer Stunde sollten sie im Landshuter Landgericht dem Mann in die Augen schauen, der sie hundertfach missbraucht hatte.

Der Angeklagte in dem Prozess, der 68-jährige Alois B. (68) aus einem Ort im Kreis Dingolfing-Landau, ist derweil in seinem schweren Landrover unterwegs Richtung Landshut. Die Kreisstraße zwischen Goldern und Niederaichbach ist kurvenreich, erfordert von Autofahrern volle Konzentration. In einem abschüssigen Abschnitt passiert es: Der Landrover des 68-Jährigen kommt in einer Rechtskurve von der Straße ab und rast frontal gegen einen Baum – der Fahrer ist sofort tot.

Den Helfern, die den Leblosen aus dem Wrack bergen und die alles unternehmen, um ihn wieder zu beleben, bleibt nur noch eines: ein Gebet für das Unfallopfer. Pfarrer Johann Babel aus Niederaichbach spendet zudem am Unfallort die Sterbesakramente.

War es ein Unglücksfall, weil B. wegen des Prozesses nicht aufgepasst hat, war es ein Herzinfarkt, oder richtete sich der Mann selbst? Der 68-Jährige, der schon drei Herzinfarkte erlitten haben soll, saß allein im Wagen. Vor der Verhandlung in Landshut hatte er sich noch mit seinem Anwalt treffen wollen. Die Vorwürfe gegen ihn waren massiv. Nach den Ermittlungen der Landshuter Staatsanwaltschaft soll er zwei Mädchen – damals 13 und 15 Jahre alt – von 2007 bis Mitte 2008 hundertfach missbraucht haben.

Der 68-Jährige war der Reitlehrer der beiden Schülerinnen. Bei den Stunden soll es immer wieder zu massiven Übergriffen gekommen sein. Alois B. soll die Mädchen nicht nur begrapscht haben, sondern sie auch gezwungen haben, ihn mehrfach mit der Hand zu befriedigen.

Von Prozessbeteiligten war zu erfahren, dass er im Vorfeld der Verhandlung ein weitgehendes Geständnis abgelegt hat. Nur deshalb befand sich Alois B. bis zum Prozessbeginn wohl noch in Freiheit. Als die Schreckensnachricht im Gerichtssaal bekannt wurde, reagierten die Prozessteilnehmer betroffen; auch die beiden Opfer des Angeklagten.

In seinem Heimatort, wo man bis heute nichts von den Taten des Reitlehrers wusste, herrscht derweil tiefe Trauer. Der Reitlehrer war im Ort beliebt, er war „der freundliche Mann mit der Kutsche“. Was letztlich zum Tod des 68-jährigen Mannes geführt hat, soll nun bei einer Obduktion geklärt werden.

tz

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