Beteiligung am Ergänzenden Hilfesystem

Bayern baut Entschädigung für Missbrauchsopfer aus

München - Der Freistaat beteiligt sich am so genannten "Ergänzenden Hilfesystem": Missbrauchsopfer sollen künftig verstärkt entschädigt werden.

Die Hilfe für Opfer sexuellen Missbrauchs wird ausgebaut: Künftig sollen auch Bürger Anspruch auf Hilfe haben, die in ihrer Kindheit und Jugend von Staatsbediensteten missbraucht wurden - etwa Erziehern oder Lehrern. Bayern beteiligt sich an einem sogenannten Ergänzenden Hilfesystem, das der Bund initiiert hat. Das beschloss die Staatsregierung bei ihrer Kabinettssitzung am Dienstag.

„Sexuelle Gewalt an Minderjährigen ist eines der schrecklichsten Verbrechen, das Kindern angetan werden kann“, sagte Sozialministerin Emilia Müller (CSU). Die Aufarbeitung und Unterstützung der Opfer seien besondere Anliegen der Staatsregierung.

Das „Ergänzende Hilfesystem“ geht zurück auf die Empfehlungen des Runden Tischs zum Missbrauch aus dem Jahr 2011. Bezahlt werden laut Bundesfamilienministerium „Sachleistungen, die dazu dienen sollen, heute noch existierende Folgen des sexuellen Missbrauchs in der Kindheit oder Jugend abzumildern beziehungsweise auszugleichen“.

Daneben gibt es seit 2013 einen Hilfsfonds des Bundes für Menschen, die von Familienangehörigen missbraucht wurden. Auch die katholische und evangelische Kirche bieten Hilfe für die Opfer pädophiler Geistlicher und sonstiger kirchlicher Mitarbeiter.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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