Tonnenweise Drogen verkauft - mehr als neun Jahre Haft

Nürnberg - Skrupellos hat er mit der Partydroge “Liquid Ecstasy“ gehandelt. Dafür muss ein 32-Jähriger nun mehr als neun Jahre ins Gefängnis. Angeblich hat er mindestens ein Menschenleben auf dem Gewissen.

Zu neun Jahren und drei Monaten Haft hat das Landgericht Nürnberg-Fürth am Freitag einen Chemikaliengroßhändler verurteilt - er hatte sieben Tonnen Partydrogen an Rauschgiftdealer und Drogensüchtige verkauft. Der 32 Jahre alte Mann aus Georgensgmünd (Landkreis Roth) hat nach Überzeugung der Kammer damit den Tod von einem Menschen mitverschuldet.

Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung hatte auf vier Jahre Haft plädiert - sie will nun prüfen, ob Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt werden.

Verteidigung: GBL ist kein verbotener Stoff im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes

Der 32-Jährige hat den Ermittlungen zufolge den flüssigen Stoff Gamma-Butyrolacton (GBL) in rund 7800 Fällen über das Internet vertrieben. Der Anklage zufolge starben fünf seiner Käufer am Konsum der Flüssigkeit, die auch “Liquid Ecstasy“ genannt wird; 76 erlitten demnach schwere Verletzungen. Das Gericht sah jedoch nur in einem der Todesfälle einen direkten Zusammenhang mit dem GBL-Konsum.

Die Kammer war überzeugt, dass der Angeklagte es bewusst darauf angelegt hatte, die Substanz als Droge zu verkaufen. Die Verteidigung hatte argumentiert, GBL sei kein verbotener Stoff im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes gewesen.

Für die Nürnberger Justiz ging mit dem Urteil einer der aufwendigsten Indizienprozesse der vergangenen Jahre zu Ende. Er hatte bereits im Juni begonnen. Rund 320 Sachverständige und Zeugen wurden gehört. Während der Ermittlungen durchsuchten mehr als 1000 Polizisten Wohnungen und Häuser in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Slowenien.

dpa

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