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Der neueste Schnappschuss von einem Wolf im Nationalpark Bayerischer Wald.  

Raubtier kehrt zurück

Sieben Wolfsnachweise 2016: Bayern, Wolfsland? 

München – Schäfer halten "wolfsfreie Zonen" für unumgänglich. Doch laut Landesamt für Umwelt gibt es noch gar keine "standorttreuen Tiere".  

Leuchtende Augen vom Blitz der Wildtierkamera, nasses, graues Fell und die Ohren nach hinten – die Wolf-Schnappschüsse, wie der am Donnerstag veröffentlichte aus dem Nationalpark Bayerischer Wald, ähneln sich. Und sie häufen sich. Sieben Wolfsnachweise führt das Landesamt für Umwelt derzeit für das Jahr 2016 im Freistaat. Bayern ist jetzt Wolfsland, verkündet deshalb nun der Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Grundsätzlich müssten bayerische Schafhalter ab jetzt in jedem Landkreis auf einen Wolf vorbereitet sein und deshalb alle gängigen Vorsorgemaßnahmen selbst treffen, heißt es beim LBV. Etwa, indem die Tiere nachts in einem Stall oder einer mit Elektrozaun geschützten Koppel untergebracht werden. „Bei regelmäßiger Anwesenheit eines Wolfs müssen den Schäfern aber endlich auch Beratung und Präventionsmöglichkeiten wie Elektrozäune finanziert werden“, fordert der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer.

"Wolfsfreie Zonen" für bestimmte Gebiete unumgänglich

„Wir sind vorbereitet“, kontert Nikolaus Schreyer, Bezirksalmbauer für Miesbach beim Almwirtschaftlichen Verein. „Im Tal kann ich mir solche Schutzmaßnahmen auch vorstellen, aber im Felsengelände ist das unmöglich.“ Die ersten Schäfer in Frankreich und der Schweiz würden wegen der vielen Wölfe bereits aufgeben. „Wenn das bei uns auch so kommt, dann schicke ich meine Tiere nicht mehr hoch. Dann höre ich auf“, sagt Schreyer. Für bestimmte Gebiete seien „wolfsfreie Zonen“ unumgänglich.

Beim Landesamt für Umwelt betont ein Sprecher: „Wir sind vorbereitet, wir haben unseren Management-Plan.“ Trotz der vermehrten Hinweise ließen sich bislang aber noch keine „standorttreuen Tiere“ feststellen. Noch sei der Wolf in Bayern ein Durchreisender.  

dg

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