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Das wechselhafte Juniwetter, von Meteorologen schon „Dschungelwetter“ getauft, geht erstmal weiter.

Hitze und Gewitterschock

„Dschungelsommer“ setzt sich fort

München - Am Mittwoch ist Siebenschläfer. Glaubt man der Regel, bleibt uns das aktuelle Wetter die nächsten sieben Wochen erhalten. Das bedeutet: heiße Phasen und gewittrige Temperaturstürze.

„Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.“ Es gibt unzählige Varianten der Bauernregel, die sich um den heutigen Siebenschläfertag ranken. Und tatsächlich haben diese Volksweisheiten durchaus ihre Berechtigung, wie Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD) bestätigt: „Um den Monatswechsel Juni/Juli stellt sich jährlich eine stabile Luftströmung aus West-Südwest ein. Diese entsteht zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch und verläuft nicht immer auf dem gleichen Breitengrad.“

Je nachdem, wie nördlich oder südlich die Strömung entlanglaufe, wirke sich dies auf das Wetter aus – sonnig-heiß oder kühl. „Wenn sich die derzeitige Wetterlage mit der Westströmung etabliert, bleibt uns der wechselhafte Charakter die nächsten Wochen erhalten.“ Momentan beschreibt der sogenannte Jetstream keine gerade Bahn, sondern verläuft in Kurven. Laut Wetterexperte Wünsche werden so immer wieder die Tiefausläufer vom Atlantik nach Mitteleuropa ziehen, die das warme Sommerwetter mit Temperaturstürzen und Regenschauern unterbrechen. „Es ist also mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass es über den Juli wechselhaft bleibt.“ Dennoch relativiert der Wetterkundler die Bauernregel: „Es ist natürlich falsch, wenn man einfach sagt: Wenn’s an Siebenschläfer regnet, regnet es sieben Wochen lang.“ Eine derart lange Vorhersage sei unrealistisch, es ließen sich lediglich Rückschlüsse ziehen.

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Weil die Siebenschläfer-Regel deutlich vor der Gregorianischen Kalenderreform von 1582 entstand, ist der korrekte Siebenschläfer-Lostag eigentlich zehn Tage später: am 7. Juli. Auch Wetterfachmann Wünsche betrachtet lieber den Zeitraum zwischen 5. und 10. Juli. „Das ist für uns die spannendste Zeit.“ Statistiken stützen diese Vorgehensweise: Nach der Analyse des Meteorologen Franz Bauer (1887-1977) verhält sich in Süddeutschland zu knapp 70 Prozent das Wetter Anfang Juli so, wie es sich in diesem Kalenderabschnitt zugetragen hat. In München bestätigt sich die Regel gar zu 80 Prozent. Behält das Wetter also weiter den wechselhaften Charakter der vergangenen Wochen, der von manchen Meteorologen schon der Stempel „Dschungelsommer“ aufgedrückt bekommen hat, blüht uns dieser auch weiterhin.

Der Name Siebenschläfer hat übrigens nichts mit dem gleichnamigen Nagetier zu tun, das wohl nach seinem langen Winterschlaf getauft wurde. Vielmehr geht die Bezeichnung zurück auf eine Legende aus der Zeit der Christenverfolgung. Demnach sollen sieben Jünglinge im Jahr 251 in einer Höhle eingemauert worden sein, in der sie Zuflucht gesucht hatten. Als sie 195 Jahre später, am 27. Juni 446, entdeckt wurden, erwachten sie und bezeugten den Glauben an die Auferstehung. Seitdem gelten die Sieben als Schutzpatrone gegen Schlaflosigkeit und werden als Heilige verehrt.

Auch in den kommenden Tagen wird sich wieder das gewittrige, schwülwarme Wetter der letzten Wochen fortsetzen, kündigt Volker Wünsche an. „Wer morgen Abend das EM-Halbfinale unter freiem Himmel verfolgen möchte, darf noch auf warme Temperaturen und ein geringes Gewitterrisiko hoffen.“ Für das Finale am Sonntag sehe es dagegen nicht so rosig aus: „Bis zum Montag müssen wir verstärkt mit Wärmegewitter rechnen.“

Armin Forster

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