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Sieben Mädchen und Buben halten Mittagsschläfchen in einem Kindergarten. Da fallen dem Betrachter schnell die sieben Brüder ein, die laut einer Legende fast 200 Jahre in einer Höhle geschlafen haben. Am 27. Juni, dem Siebenschläfertag, wird dieser jungen Männer gedacht.

Siebenschläfer-Hitze währt nur kurz

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München - Ab Sonntag startet der Sommer durch - aber nur kurzzeitig. Auch wenn am Montag, dem Siebenschläfertag, knackige 30 Grad erreicht werden, ist eine stabile Hochdrucklage (noch) nicht in Sicht.

Der kommende Montag ist für viele Wetterbeobachter ein wichtiges Datum. Schließlich ist der 27. Juni der Siebenschläfertag und in der altbekannten Bauernregel heißt es immerhin: „Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag“. Dass der Montag aber (leider) nicht der maßgebliche Tag ist, erklärt Christian Herold, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in München: „Nach der Kalenderreform von 1582 ist nicht der 27. Juni der eigentliche Siebenschläfertag. Der Zeitpunkt ist eigentlich zwei Wochen später.“

Also nehmen die Meteorologen die Zeit um den 7. Juli in den Blick, um die weiteren Aussichten für den Sommer besser betrachten zu können. Denn die eigentliche Siebenschläfer-Regelung ist nicht nur eine nette Bauern-Regel: „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Wetterlage um die eigentliche Siebenschläfer-Zeit zutrifft, liegt bei über 60 Prozent.“ Im Alpenvorland sogar bei etwa 70 Prozent.

Dass die alten Wetterregeln so zuverlässig sind, erklärt der Wetter-Experte mit der Großwetterlage über Mitteleuropa, sich erfahrungsgemäß Anfang Juli meistens stabilisiert. „Dann baut sich über Mitteleuropa ein Hochdruckgebiet auf, das alle Tiefdruckausläufer blockiert“, erläutert Herold. Allerdings: Bisher ist von einer stabilen Hochdrucklage nichts in Sicht. „Am Montag wird es sonnig, trocken und sehr warm, es kann schon durchaus über 30 Grad warm werden.“ Aber am Mittwoch ist schon wieder ein Tiefausläufer im Anmarsch, der wieder Gewitter bringt. „Wir müssen Anfang Juli beobachten, wie sich das Wetter entwickelt. Sollte es sich noch umstellen, haben wir eine Chance auf einen stabilen Sommer“, lässt der Meteorologe zumindest noch einen kleinen Schimmer Hoffnung. Derzeit sieht es aber noch nicht so aus. Und dann hieße es: Dass sich auch in den kommenden Wochen sehr schöne, heiße Tage mit Gewittern und deutlicher Abkühlung abwechseln werden.

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Eine uralte Legende hat übrigens dem Siebenschläfertag seinen Namen gegeben. Knapp 200 Jahre sollen die sieben Brüder geschlafen haben, ehe sie den Bewohnern der Stadt Ephesus im fünften Jahrhundert Zeugnis für die Auferstehung der Toten ablegten.

Was aber hat die sieben jungen Männer zu Heiligen gemacht? Während der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Decuis Mitte des dritten Jahrhunderts verweigerten die sieben Brüder, die getauft waren, das geforderte Götteropfer, und sie versteckten sich in einer Höhle. Von den kaiserlichen Soldaten bei lebendigem Leib eingemauert, beteten sie um Schutz gegen den mordgierigen Kaisern - und schliefen ein. Als 193 Jahre später - inzwischen war das Christentum längst Staatsreligion - nahe der Höhle ein Viehstall errichtet wurde, verwendete man Steine, die für das Einmauern der Schläfer genutzt worden waren. Daraufhin erwachten laut Legende die sieben Brüder und glaubten, nur eine Nacht geschlafen zu haben. Die Geschichte galt von da an als Zeugnis der Auferstehung der Toten.

Die Siebenschläfer-Legende fand rasch Verbreitung, im Abendland ebenso wie im Orient. In abgewandelter Form ist sie auch in den Koran eingegangen. Vor allem in der Kreuzzugs- und der Barockzeit war der Siebenschläferkult im Abendland beliebt. Trotzdem gibt es in ganz Europa nur drei Kirchen zu den „Heiligen Siebenschläfern“ - zwei davon in Bayern. Im niederbayerischen Rotthof südlich von Passau findet sich die wohl schönste plastische Darstellung der sieben Patrone gegen die Schlaflosigkeit.

Claudia Möllers und Alexander Brüggemann

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