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Die Fleischfirma Sieber will gegen den Freistaat klagen. Nun reagierte das Verbraucherschutzministerium auf die Drohung.

Klage wegen Schadensersatz

Sieber-Insolvenz: Freistaat schmettert 11 Millionen Euro-Forderung ab

München - Die Gläubiger der Großmetzgerei Sieber in Geretsried wollen gegen den Freistaat klagen. Im Juni hatte der Fleischbetrieb Insolvenz angemeldet. Jetzt fordern die Gläubiger elf Millionen Euro vom Freistaat.

„Die Betroffenen haben bei der Gläubigerversammlung am Donnerstag einstimmig beschlossen zu klagen“, sagte Insolvenzverwalter Josef Hingerl am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. 

Gläubiger drohen mit Klage in rund vier Wochen

„Sollte der Freistaat nun nicht mit uns verhandeln, werde ich in rund vier Wochen die Klage beim Münchner Landgericht einreichen.“ Zuerst hatte der „Münchner Merkur“ darüber berichtet.

Nach Ansicht des Insolvenzverwalters wurde Sieber in Geretsried (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) nach dem Fund gesundheitsgefährdender Listerien in Wurstwaren ohne jeden Grund geschlossen. 

Ministerium sieht keine Grundlage für Zahlung

Dass es zu den von Hingerl anstrebten Verhandlungen wohl nicht kommen wird, machte das Verbraucherschutzministerium in einer ersten Reaktion klar: „Es besteht im konkreten Fall für die bayerischen Behörden keine Rechtsgrundlage für die geforderte Zahlung“, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Behörden hätten nach den gesetzlichen Regelungen gehandelt. „Sollte eine Klage eingereicht werden, ist es Sache der Gerichte, zu entscheiden.“

Das Verbraucherschutzministerium betonte erneut, dass die Schließung des Betriebs zum Schutz der Verbraucher veranlasst wurde. Die Proben seien sowohl im Einzelhandel als auch im Betrieb vor Ort genommen worden.

Hingerl: Sieber hat Listerien-Grenzwerte nicht überschritten

Insolvenzverwalter Hingerl betonte jedoch, dass die Listerien nicht im Betrieb, sondern im Werksverkauf festgestellt worden seien, dort gelten jedoch andere Grenzwerte. „Bei der Schließung gab es keinerlei Grenzwertüberschreitung“, sagte Hingerl. Mittlerweile sei ein Schaden in Höhe von elf Millionen Euro entstanden, für den nun der Freistaat aufkommen soll.

Die Ansteckung mit Listerien ist für gesunde Erwachsene meist harmlos. Bei Ungeborenen, Babys, alten Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann die Listeriose genannte Krankheit jedoch zum Tod führen.

dpa

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