Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperre

Corona-Lockdown über die Feiertage: Diese Regeln gelten an Silvester

  • Thomas Eldersch
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Wer darf mit wem und wie lange Feiern? Auch an Weihnachten und Silvester gelten strenge Corona-Regeln. Was Sie beachten müssen, erfahren Sie hier.

  • Um die hohen Corona*-Zahlen zu senken, gilt in Bayern seit 16. Dezember ein harter Lockdown.
  • An Weihnachten gibt es leichte Lockerungen - an Silvester jedoch nicht.
  • Hier bieten wir Ihnen in einer Karte* die aktuellen Fallzahlen im Freistaat.

München - Kurz vor den Feiertagen ist Bayern komplett heruntergefahren worden. Der harte Lockdown gilt seit Mittwoch (16. Dezember) im ganzen Freistaat. Zahlreiche Regelungen sollen die Kontakte reduzieren und die Corona-Zahlen drücken. Schon seit Tagen bewegen sich die Infektionszahlen jedoch auf einem hohen Niveau. Einige Politiker haben deshalb die Befürchtung, dass sie über Weihnachten und Silvester noch weiter ansteigen könnten. Deshalb wurden viele versprochenen Lockerungen für die Feiertage wieder gestrichen. Was in kommenden Wochen gilt, erfahren Sie hier.

Corona-Regeln an den Feiertagen: Kontaktbeschränkungen werden ein wenig gelockert

Das Mittel der Wahl zur Eindämmung von Corona* sind die Kontaktbeschränkungen. Seit knapp einer Woche gelten deshalb strenge Regeln. Nur maximal fünf Personen aus zwei Haushalten (Kinder unter 14 Jahren sind ausgenommen) dürfen sich treffen. Als ein Haushalt definiert die Landesregierung dabei dauerhaft zusammenlebende Personen. Keine Partner oder Angehörige die nur zu Besuch kommen. Über die Weihnachtsfeiertage wurde diese strenge Auflage jedoch ein wenig gelockert. Von 24. bis 26. Dezember dürfen sich Personen aus einem Haushalt mit bis zu vier Menschen aus verschiedenen Haushalten treffen. Auch hier sind Kinder unter 14 Jahren ausgenommen. So können sich an Weihnachten beispielsweise eine unter einem Dach lebende Familie mit einer Tante und ihrem Mann sowie den Großeltern treffen. Für Silvester gilt diese Regelung jedoch nicht. Hier gilt wieder die ursprüngliche Beschränkung von fünf Personen aus zwei Haushalten.

Vorsicht ist bei der Ausgangssperre geboten. Auch diese wird für die Feiertage nicht gelockert. Es gilt: Zwischen 21 und 5 Uhr darf das Haus nur aus triftigem Grund verlassen werden. Man darf also in die Arbeit fahren, mit dem Hund Gassi gehen, Sterbende begleiten oder wegen eines medizinischen Notfalls ins Krankenhaus fahren. Nicht erlaubt sind jedoch Sport im Freien, das Besuchen von Freunden und Verwandten (außer man übernachtet dort und fährt erst am Morgen nach Hause) oder Spaziergänge. Auch das Trinken von Alkohol ist in der Öffentlichkeit verboten. Wer das missachtet, dem droht ein Bußgeld von mindestens 500 Euro.

Corona-Regeln an den Feiertagen: Keine Ausnahme von der Ausgangssperre für Gottesdienste

Eine Ausnahme von der Ausgangssperre wird es auch an den Weihnachtsfeiertagen nicht geben. Das heißt, Christmetten sollten so gelegt werden, dass die Besucher bis spätestens 21 Uhr zu Hause sind. Sollte es in Einzelfällen ein paar Minuten später werden, so soll die Polizei „mit Augenmaß“ vorgehen, so Ministerpräsident Markus Söder (CSU). In diesem Zusammenhang sagte er der Augsburger Allgemeinen, dass er hoffe, dass viele Kirchen ihren Weihnachtsgottesdienst aufs Internet verlegen werden. Er selbst werde „an Heiligabend viele Angebote für Online-Gottesdienste beziehungsweise Online-Predigten wahrnehmen“. Und auch die Staatsregierung appellierte an die Kirchen, die Christmetten - die üblicherweise um Mitternacht stattfinden - wegen des Corona-Lockdowns vorzuverlegen.

Auch beim Jahreswechsel wird von der Ausgangssperre nicht abgewichen. Zusätzlich wurde der Verkauf von Feuerwerkskörpern untersagt. Es ist außerdem nicht gestattet auf öffentlichem Boden Böller und Raketen zu zünden oder sich dort nach 21 Uhr aufzuhalten. Anders verhält es sich auf dem eigenen Grundstück. Der Aufenthalt im Hof oder Garten ist auch trotz Ausgangssperre immer erlaubt.

Corona-Regeln an den Feiertagen: Einkaufsmöglichkeiten auf das Nötigste beschränkt

Das Einkaufsangebot ist in Bayern ebenfalls bis zum 10. Januar stark eingeschränkt. Nur Geschäfte die Waren für den täglichen Bedarf (wie Supermärkte, Drogerien oder Apotheken) verkaufen, dürfen öffnen. Dienstleistungsbetriebe wie Frisöre oder Kosmetikstudios müssen schließen. Nur medizinische Dienstleister wie Physio- oder Ergotherapeuten sowie Logopäden und medizinische Fußpflege stellen eine Ausnahme dar. Weiterhin erlaubt sind Lieferdienste oder Abholungen im Bereich der Gastronomie.

Wer seine Angehörigen in Alten- und Pflegeheimen besuchen will, braucht zuvor einen negativen Corona-Test*. Außerdem darf jeder Bewohner nur einen Gast pro Tag empfangen. Dieser muss außerdem eine FFP2-Masken tragen. Um diese Maßnahmen zu kontrollieren und bei einem Corona-Ausbruch die notwendigen Schritte einzuleiten, gibt es seit Montag (21. Dezember) in Bayern eine Spezialeinheit. (tel) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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