+
Böllernebel während des Silvesterfeuerwerks über München. 

Meteorologe warnt

Silvester: Darum ist der Böllernebel heuer besonders gefährlich

  • schließen

München - Das Feuerwerk an Silvester birgt zahlreiche Gefahren. Diplom-Meteorologe Dominik Jung hält eine für besonders problematisch. Vor allem in diesem Jahr.

Nebel ist nichts anderes, als eine Wolke, die auf dem Erboden liegt. Sie besteht aus feinsten Wassertröpfchen. Die wiederum entstehen, wenn sich Feuchtigkeit an kleinsten Partikeln absetzt. Von eben diesen wird es in der Silvesternacht Unmengen geben - dank der Silvesterböller. Das Resultat: sogenannter Böllernebel.

„Das kann in diesem Jahr besonders heftig und sogar gesundheitsschädlich ausfallen, denn wir haben es mit einer sehr stabilen Hochdruckwetterlage zu tun“, warnt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net„In weiten Landesteilen ist es windstill. Da bewegt sich nix. Die Verbrennungsrückstände von Raketen und Böllern werden in diesem Jahr ordentlich zur Nebelbildung beitragen.“ Und somit die Feinstaub-Werte in die Höhe treiben.

„Wir böllern uns sozusagen krank“

Bereits vor zwei Jahren habe es besonders in den westlichen Regionen Deutschlands extrem dichten Bodennebel gegeben. Man habe nur noch wenige Meter weit gesehen. „Das bedeutet vor allem im Straßenverkehr Gefahr. Aber auch die Feinstaub-Belastung dürfte dramatisch nach oben schießen und das sogar in gesundheitsschädliche Bereiche. Da der Luftaustausch fehlt, dürfte die Feinstaubkonzentration in der Nacht zu Neujahr Spitzenwerte erreichen. Wir böllern uns sozusagen krank.“

Betroffen sind in diesem Jahr hauptsächlich die Mitte und der Süden Deutschlands, weil es dort nahezu windstill ist. Jung rät dazu, sich bei der Böllerei einzuschränken. Die Feinstaubbelastung, auch in Verbindung mit dem Straßenverkehr, könne bei Menschen mit entsprechenden Atemwegserkrankungen zu erheblichen Problemen führen. Rund 4000 Tonnen Feinstaub entstünden infolge des Silvesterfeuerwerks, was laut Bundesumweltamt in etwa 15 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge entspricht. 

Hier finden Sie Tipps zum richtigen Umgang mit Feuerwerkskörpern

Darüber hinaus birgt das Feuerwerk weitere, ernstzunehmende Gefahren. Die Branddirektion München hat deshalb einige Tipps zusammengetragen. 

- Benutzen Sie nur zugelassene Feuerwerkskörper. Man erkennt sie an der Zulassungsnummer der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM). 

- Beachten Sie unbedingt die Gebrauchsanweisung der Feuerwerkskörper und zünden Sie diese niemals in der Hand an.

- Nehmen Sie nach dem Anzünden einen ausreichenden Sicherheitsabstand ein. 

- Pyrotechnische Silvesterartikel sind grundsätzlich im Freien abzubrennen. Tischfeuerwerke sind gesondert gekennzeichnet. 

- Feuerwerkskörper und Raketen sind Sprengstoff. Bewahren Sie daher Feuerwerkskörper sicher vor Kindern auf. Lassen Sie Jugendliche unter 18 Jahren nicht damit hantieren. 

- Verwenden Sie als Starthilfe von Raketen zum Beispiel eine große Flasche. Sorgen Sie für ausreichend Standsicherheit Ihrer "Abschussrampe". 

- Richten Sie Feuerwerksraketen niemals auf Personen oder Gebäude. Achten Sie auf eine vertikale Flugrichtung und die Windrichtung. 

- Versuchen Sie nie, nicht explodierte Feuerwerkskörper (Blindgänger) erneut zu zünden. 

- Nehmen Sie bitte Rücksicht auf Tiere, die sehr unter dem lauten Knall explodierender Feuerwerkskörper leiden. 

- Oftmals landen gezündete Raketen auf Balkonen und Terrassen. Entfernen Sie daher brennbare Gegenstände von Balkon und Terrasse, und halten Sie Fenster und Türen geschlossen. 

- Alarmieren Sie bei einem Brand oder Unfall unverzüglich die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112.

Warum wir Silvester überhaupt feiern, das erfahren Sie hier. Aller Gefahren zum Trotz bietet der Jahreswechsel aber auch die Gelegenheit, die Beziehung zum Partner zu verbessern. Wie das geht erfahren Sie hier.

hb

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lawinen-Ticker: Nur in Allgäuer Alpen erhebliche Gefahr
Lawinen sind der absolute Alptraum für Wintersportler. In unserem Ticker verraten wir Ihnen, wie sich die Lage an den bayerischen Ausflugszielen aktuell darstellt.
Lawinen-Ticker: Nur in Allgäuer Alpen erhebliche Gefahr
Wer kennt diesen Mann? Polizei veröffentlicht Foto nach Raub
Ein bewaffneter Mann hat am Donnerstagabend eine Tankstelle in Eggenfelden überfallen. Jetzt hat die Polizei ein Foto veröffentlicht.
Wer kennt diesen Mann? Polizei veröffentlicht Foto nach Raub
Rätsel nach Fund von Frauenleiche gelöst
Wer ist die Frau? Und woran starb sie? Diese Fragen waren nach dem Fund einer Leiche im Landkreis Kelheim offen. Inzwischen hat die Polizei sie wohl geklärt.
Rätsel nach Fund von Frauenleiche gelöst
Straße nach Lkw-Unfall stundenlang gesperrt
Ein Lkw-Fahrer ist bei einem Unfall auf der Bundesstraße 14 in der Nähe von Gebenbach (Landkreis Amberg-Sulzbach) schwer verletzt worden.
Straße nach Lkw-Unfall stundenlang gesperrt

Kommentare