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Ein Bild der Verwüstung: Am Tag nach dem Feuer auf dem Krepelschrofen inspizierte Wallgaus Feuerwehr-Kommandant Johann Holler die Brandstelle, die inzwischen verschneit war.

Silvesterrakete steckt Wald in Brand, Verursacher muss zahlen

Wallgau - Eine kaputte Rakete setzte in der Silvesternacht 2007 einen Wald bei Wallgau in Brand. Grob fahrlässig, sagt das Gericht. Nun muss der Mann, der die Rakete gezündet hat, für den Feuerwehreinsatz zahlen.

Es sollte eine lustige Silvesternacht auf dem Krepelschrofen, dem Hausberg von Wallgau (Kreis Garmisch-Partenkirchen), werden: Ein Wallgauer (34) stellte auf einem Waldweg eine Rakete in eine Flasche und zündete sie. Doch der Feuerwerkskörper stieg nur drei Meter in die Luft, dann bog er ab und schoss ins Gehölz. Er landete in einem dürren Baum, der sofort Feuer fing. Die Flammen breiteten sich schnell auf dem trockenen Südhang aus – ein halber Hektar brannte ab. 250 Feuerwehrmänner aus neun Gemeinden rackerten die ganze Nacht.Der Aufwand war enorm. Denn das Feuer war mit Fahrzeugen nicht zu erreichen. Deshalb mussten die Männer die Geräte per Hand hinaufschleppen. „Wir mussten eine drei Kilometer lange Förderleitung legen. Erst um drei Uhr hatten wir Wasser“, sagt Josef Gschwendtner, damals Kommandant der Mittenwalder Feuerwehr. Die allein hatte Kosten von rund 12 800 Euro. Der Markt Mittenwald stellte dem Familienvater, der die Rakete abschoss, den Betrag in Rechnung. Doch dieser wehrte sich und zog vor das Verwaltungsgericht München. Er sagt, er habe sich richtig verhalten, die Rakete in eine Flasche gestellt und 80 Meter vom Gehölz entfernt gezündet. Er habe nicht damit rechnen können, dass sie ins Gebüsch abdreht. „Wer kommt schon auf die Idee, dass das passiert?“, fragte sein Anwalt Thomas Berscheid, „das wäre jedem so passiert.“ Außerdem habe sich der Wallgauer vorbildlich verhalten: Er habe die Feuerwehr gerufen und die Verantwortung übernommen. Der Markt Mittenwald ist anderer Meinung: „Das Verhalten war grob fahrlässig“, sagte Kerstin Funk, Rechtsanwältin der Gemeinde. Es sei verboten weniger als 100 Meter vom Wald entfernt ein Feuer zu zünden. Außerdem sei es trocken gewesen, und in der Silvesternacht habe Föhn geherrscht. „In dem Gebiet ist es allein schon grob fahrlässig, eine Rakete zu zünden, weil es schwer ist, dort zu löschen.“Dieser Ansicht war auch das Gericht. „Die grobe Fahrlässigkeit steht außer Zweifel“, sagte der Vorsitzende. Der Kläger hätte wissen müssen, dass er zu nah am Waldrand war, dass es ungewöhnlich trocken war und dass es bei Föhn windig sein kann. Schließlich sei der Wallgauer kein Tourist, sondern ein Einheimischer. Der muss nun befürchten, dass auch die acht anderen Gemeinden, die mitlöschten, Geld verlangen.

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