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Die Alpwirtschaft im Allgäu ist jetzt offiziell eines der bayerischen immateriellen Kulturgüter.

Unsere Traditionen für die Welt

Das sind Bayerns erste immaterielle Kulturgüter

München - Die ersten 13 Bräuche, Feste und Handwerkstechniken haben es ins Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturguts der UNESCO geschafft. Der Bayerische Kultusminister stellte sie vor.

Im Bayerischen Landesverzeichnis des immateriellen Kulturguts der UNESCO stehen die Sachen, die schmecken, imposant ausschauen, Spaß machen, Bewunderung entlocken. Bei ihrer Vorstellung am Mittwochabend meinte Ludwig Spaenle (CSU): „Als Kulturstaat wollen wir das immaterielle Kulturerbe Bayerns dokumentieren, aber auch das Bewusstsein der Menschen für unsere großartigen und vielfältigen Traditionen schärfen.“ Lebendige Traditionen wie Musik, Tanz, Bräuche, Feste und Handwerkstechniken seien in Bayern unverzichtbar.

Die Punkte:

Alpwirtschaft im Allgäu

Im Allgäu werden im Sommer alpine Weideflächen in Gemeinschaftsbesitz von Älplerinnen und Älplern bewirtschaftet. Dies geht zurück bis ins Hochmittelalter. Viele damit zusammenhängende Ausdrucksformen haben das Kulturlandschaftsbild und die Gesellschaft geprägt.

Münchner Viktualienmarkt

Als ständiger, vorwiegend aus festen Buden bestehender Markt für Lebensmittel in der Altstadt verkörpert der Viktualienmarkt die urbane Markttradition. Elke Fett (Foto), Sprecherin der Marktkaufleute: „Die Marktkaufleute habe sich das schon längst verdient.“

Kötztinger Pfingsritt

Diese jährliche Reiterprozession in das benachbarte Steinbühl lässt sich bis ins 17. Jahrhundert belegen. Heutzutage nehmen an der Veranstaltung über 900 Reiter mit ihren Pferden teil. Der zu den größten berittenen Bittprozessionen Europas gehörende Pfingstritt hat identitätsstiftende Bedeutung.

Landshuter Hochzeit von 1475

Die Fürstenhochzeit von Herzog Georg dem Reichen von Bayern-Landshut mit der polnischen Königstochter Hedwig im Jahr 1475 wurde erstmals 1903 aufgeführt, basierend auf dem Wunsch der Bewohner Landshuts. Sie findet alle vier Jahre im Sommer statt.

Oberammergauer Passionsspiele

Das weltbekannte, alle zehn Jahre von der Oberammergauer Bevölkerung aufgeführte, Passionsspiel thematisiert das Leiden, Sterben und die Auferstehung Christi. Rund die Hälfte der Gesamtbevölkerung wirkt an dem Spiel mit. Hervorzuheben ist die mit rund 380 Jahren ungewöhnlich lange Tradition.

Goldhauben-Tradition

Bei der Goldhaube handelt es sich um eine nach Vorbildern des 19. Jahrhunderts gefertigte Kopfbedeckung, die von Frauen im Passauer Land als Accessoire getragen wird. Etwa 1000 Trägerinnen knüpfen seit den 1970er Jahren an diese alte Tradition an.

… und auch das steht auf der Liste

  • Bayerisches Bier, besser gesagt unsere Braukunst mit der ewigen Zauberformel „Wasser, Malz, Hopfen, Hefe – sonst nix“ hat es auf die Liste geschafft. Wundert’s uns? Nein! Prost!
  • Mundgeblasenes Flachglas wird in ganz Europa nur noch an drei Standorten produziert, darunter Waldsassen in der Oberpfalz.

  • Der Drachenstich ist ein historisches Festspiel in Furth im Wald. 1500 Leute machen mit, es geht um den Kampf eines mutigen Ritters gegen einen 16 Meter langen Drachen, der – Obacht! – Feuer speit.
  • Der Meistertrunk ein Festspiel, erinnert im mittelfränkischen Rothenburg o.d. Tauber seit 1881 jedes Jahr an Pfingsten an die Rettung der Stadt vor dem katholischen kaiserlichen Heer 1631.
  • Die Kinderzeche in Dinkelsbühl, Mittelfranken, ist auch ein Historienspiel. Es geht auf ein Schulfest des 16. Jahrhunderts zurück. Irgendwann packte man noch das Thema Dreißigjähriger Krieg dazu. Trotzdem schön.
  • Die Bamberger Gärten liegen mitten in der Stadt, auf der fruchtbaren Regnitz-Aue. Seit dem 14. Jahrhundert, also ziemlich lange, bauen Gärtner dort Gemüse an. Noch heute verkaufen sie ihre Waren auf dem Markt.

  • Bei der Limmersdorfer Lindenkerwa (Lindenkirchweih), Kreis Kulmbach, wird auf einem Podest in der Krone eines uralten Lindenbaums musiziert und getanzt. Angeblich ist der Brauch eine wahre Singlebörse.

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