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Retter der Bergwacht bergen einen Wanderer im Berchtesgadener Land. Der 57-Jährige war am Samstag in der Almbachklamm ausgerutscht und 8 Meter tief gestürzt. Der Wanderer wurde nur leicht verletzt.

Alpenverein und Bergwacht schlagen Alarm

Das sind die drei größten Fehler am Berg, sagen Alpenverein und Retter

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Viele Tote und Verletzte: Der Deutsche Alpenverein und die bayerische Bergwacht schlagen jetzt Alarm. Das sind die drei größten Fehler am Berg.

München - Es ist der Volkssport der Bayern: Bergwandern. Jedes Jahr zieht es mehr und mehr Menschen in die Alpen. Gipfel rauf, Gipfel runter. Doch je mehr Menschen die Berge stürmen, umso öfter kommt es auch zu Unfällen. Laut Deutschem Alpenverein (DAV) kam es 2015 unter den 1,1 Millionen Mitgliedern zu 1095 Unfällen am Berg. Die bayerische Bergwacht verzeichnet 85 Tote im Jahr 2016, darunter 45 beim Wandern und Bergsteigen. Viele der Unfälle wären wohl vermeidbar gewesen, denn sie sind die Folgen von drei Fehlern am Berg:

  • 1. Unfallursache Stürze: „77 Prozent aller tödlichen Unfälle resultieren aus Stürzen oder Kreislaufproblemen“, sagt Thomas Bucher, Sprecher des Deutschen Alpenvereins. Die meisten Stürze passieren dabei auf Schotterwegen oder steinigem Untergrund. 12 Prozent aller tödlichen Unfälle sind demnach auf Ausrutscher zurückzuführen, die in einem Sturz in die Tiefe enden.
  • 2. Unfallursache Ermüdung: Gerade beim Abstieg wird es für die Wanderer gefährlich – drei von vier Stürze passieren beim Rückweg. Hier spielen auch Herz-Kreislauf-Probleme oft eine Rolle. Nach dem anstrengenden Aufstieg macht der Kreislauf dann beim Abstieg schnell mal schlapp. Am Samstag verunglückte beispielsweise ein Schweinfurther (52) tödlich beim Abstieg vom Habichtgipfel im Stubaital in Tirol. Er stürzte 70 Meter tief, nachdem er den Halt verloren hatte.
  • 3. Unfallursache Überschätzung: Vor allem Männer kämpfen auf dem Berg schnell mit Herzproblemen. „Der typische Verunfallte ist männlich und zwischen 40 und 60 Jahren alt“, sagt Bucher. Das liege einmal daran, dass in diesem Alter die zweite Lebensphase beginne, „in der viele Männer in die Berge gehen“. Aber auch das Risikoverhalten ist bei Männern größer als bei Frauen. „Männer müssen sich selbst oder ihrem Umfeld öfter was beweisen – und überschätzen sich dann.“ Die Folge: Kreislaufprobleme, Herzversagen...

Trotzdem: Thomas Bucher schaut zuversichtlich in die Bergsport-Zukunft. Die Zahl der Unfälle sei in den vergangenen Jahren im DAV relativ gleichbleibend. „Das zeigt uns, dass der Bergsport immer sicherer geworden ist – trotz steigender Zahlen an Wanderern.“ Gründe hierfür sind die besseren Ausrüstungen sowie die schnelle Hilfe durch Mobilfunk.

Auch die Bergwacht Bayern berichtet von konstanten Einsatzzahlen. Sowohl die Zahl der Totenbergungen als auch die rund 7000 Rettungseinsätze der ehrenamtlichen Helfer sind mit den Zahlen der vergangenen Jahre vergleichbar. „Je nach Wetterlage gibt es immer leichte Schwankungen“, erläutert Thomas Griesbeck, Sprecher der Bergwacht Bayern.

Deutlich zugenommen hat laut Bergwacht der Andrang in den Bergen vor allem von rüstigen Rentnern. Sie erklimmen zunehmend unter der Woche die Gipfel der bayerischen Berge.

So werden Sie fit fürs Wandern!

Wandern ist eine der gesündesten Sportarten überhaupt. Allerdings ist nicht jeder auf Anhieb dazu geschaffen. Gerade längere Touren stellen für die Untrainierten eine Herausforderung dar. Da ist es wichtig, sich körperliche Fitness anzueignen. Am besten macht man mehrmals pro Woche einen zügigen Spaziergang von mindestens einer Stunde. Wer dann nicht mehr außer Atem kommt, hat in der Regel auch genügend Kraft für die Berge. Tipp: Die Bergschuhe vorher richtig einlaufen! 

AW

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