Germanisches Nationalmuseum

Skelette auf Museumsgelände gefunden

Nürnberg - Die Erweiterung des Germanischen Nationalmuseums ist ins Stocken geraten. Der Grund: Archäologen haben auf dem Gelände Skelette gefunden - vermutlich von Mönchen.

Nach Skelettfunden verzögert sich die Erweiterung des Germanischen Nationalmuseums(GNM) in Nürnberg. Bereits im Vorfeld des 32 Millionen Euro teuren Tiefbaus wurden im Bereich des ehemaligen Kartäuserklosters auf dem heutigen Museumsgelände Gräber von Mönchen vermutet, wie GNM-Sprecherin Sonja Mißfeldt am Freitag mitteilte. Diese Annahmen hätten sich bestätigt, als Archäologen bei Grabungen im Innenhof des Museums auf parallele dunkle Erdverfärbungen stießen.

Es soll sich um ehemalige Mönche handeln

Zwei sehr gut erhaltene Skelette wurden bereits freigelegt. Sie liegen mit dem Gesicht nach Osten. Laut Mißfeldt lässt dies mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf schließen, dass es sich um ehemalige Mönche des Klosters handelt. Insgesamt werden etwa 20 Gräber in dem Areal vermutet.

Die freigelegten Skelette werden jetzt auf Alter und Lebensweise untersucht. Durch Zahnproben können Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Ernährung der Mönche ziehen. Anhand von Bodenschichten sind die Gräber vorläufig auf das 15. Jahrhundert datiert worden. Das Kartäuserkloster in Nürnberg war von 1380 bis 1525 in Betrieb.

Nach Abschluss der archäologischen Untersuchungen werden die Gräber verlegt, bis dahin müssen die Bauarbeiten warten. Mißfeld rechnet mit einer Verzögerung von etwa einem halben Jahr. Die schweren Baumaschinen, die ein fünfstöckige Tiefdepot ausheben sollen, rücken nun im Frühjahr 2014 an.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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