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Das Skelett saß auf dem linken Sitz, das Auto war aber fahrergesteuert.

Der Skelettmann: Wie er die Leute erschreckt

Plattling - Polizisten stoppten vor gut einer Woche einen Autofahrer mit einem Skelett auf dem linken Vordersitz. Wir spürten den Mann auf - sein "Beifahrer" hat sogar einen Namen.

Die Geschichte hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt: Am vergangenen Wochenende stoppten Polizeibeamte in Plattling (Kreis Deggendorf) ein Fahrzeug, das dem Anschein nach vom einem Skelett gesteuert wurde! Nachdem das Auto angehalten worden war, stellte sich heraus, dass es sich um ein rechtsgesteuertes Fahrzeug handelte und das Skelett – ein Requisit aus Kunststoff – auf dem linken Beifahrersitz festgeschnallt war.

Die Geschichte über den Skelettmann – wir spürten jetzt den Fahrzeuglenker, einen 30-jährigen Automechaniker in seiner Heimatstadt Osterhofen (Kreis Deggendorf) auf. Vor zwei Jahren hatte Roland Mittelhammer in Garching bei München den rechtsgesteuerten Vauxhall Omega erworben. Zuvor war der Wagen in London zugelassen gewesen.

Dass im Juni 2006 in Straubing eine Zivilstreife der Polizei einen rechtsgesteuerten Golf mit einem Skelett auf dem Beifahrersitz angehalten hatte, an diese Meldung musste der 30-Jährige immer wieder denken, seit er mit seinem Rechtslenker unterwegs war. Im Internet fand er ein erschwingliches Teil.

Es wurde Karl getauft und sogleich auf dem Beifahrersitz geschnallt, die linke Hand am Dachgriff festgezurrt. Ein Filzhut oben drauf. Fertig.

Nackt im Auto? Was im Verkehr erlaubt ist und was nicht

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Drei Wochen lang fuhr das ungewöhnliche Duo bereits durch den Landkreis Deggendorf. „Zwei- oder dreimal ist uns die Polizei begegnet, aber wir sind scheinbar nicht unangenehm aufgefallen“, erzählt Mittelhammer. Auf jeden Fall wurde er nie kontrolliert.

Am vergangenen Sonntag war das anders, da war Mittelhammer mit Karl in Plattling unterwegs, um halb zwei Uhr früh. Da schaut die Polizei schon mal genauer hin, wenn ein Fahrzeug entgegenkommt. Auch bei Karl Mittelhammer war das so. Die Beamten stoppten seinen Vauxhall. „Einer der Polizisten hat schon gegrinst, als er aus dem Streifenwagen ausstieg“, erzählt der 30-Jährige. Höflich habe der Beamte nach Führerschein und Fahrzeugschein gefragt, sich aber Karl genauer angeschaut als die Papiere: „Die haben gleich gesehen, dass bei mir alles in Ordnung war.“

Dann, so der Kfz-Mechaniker, hat einer der Beamten gefragt, ob er ein Foto machen dürfe, „weil er so einen Fall noch nie gehabt hatte“. Klar! Dass Mittelhammer damit bundesweit Aufsehen erregen würde, daran dachte er in diesem Augenblick nicht.

Nach der Kontrolle durfte er unbeanstandet weiterfahren. Der Karl wird deshalb weiter im Vauxhall auf dem Beifahrersitz mitfahren, zumindest bis Ende September. Dann läuft das Saisonkennzeichen aus. Den Wagen stellt Mittelhammer dann in die Scheune und der Karl bleibt wahrscheinlich den Winter über im Auto.

Ach ja – für ihn war es nicht das erste Mal, dass er mit seinem rechtsgesteuerten Auto für Aufsehen sorgte: Vor einigen Monaten fuhr er von der falschen Seite in den „Drive in“ eines Schnellrestaurants, weil er sonst vom rechten Sitz aus den Schalter nicht erreicht hätte.

Robert Piffer

Ein Skelett im Auto – Roland Mittelhammer ist nicht der erste mit dieser Idee:

- Bereits im Juni 2006 war in Straubing ein Golf mit einem Skelett auf dem Beifahrersitz aufgehalten worden. Auch damals handelte es sich um ein rechtsgesteuertes Fahrzeug. Am Steuer saß damals ein 24-jährigen Monteur aus dem Raum Leipzig, der die Idee „cool“ fand.

- Böse endete die Gaudi im niedersächsischen Celle. Dort soll es vor einigen Jahren zu einem Unfall mit Verletzten gekommen sein. Ein Engländer hatte auf dem Beifahrersitz ein Skelett sitzen – eine Frau erschrak so, dass sie von der Straße abkam.

- Skelette hatten in den 90ern in New York Hochkonjunktur. Dort galt es unter Künstler als sehr „chic“, einen echten Knochenmann als Beifahrer zu haben.

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