So sah es am Donnerstagnachmittag am Draxlhang in Lenggries aus. foto: webcam

Skilifte stehen still - zu warm für Schneekanonen

München - Manfred Küpper wählt deutliche Worte, er verzichtet auf schmückendes Beiwerk. „Das sind beschissene Verhältnisse", schimpft der Presse-Mann bei den Liftbetrieben Alpen Plus. Nebel, Regen, Sturm - bei diesem Wetter wolle niemand Skifahren, klagt er.

Es ist aber nicht nur eine Frage des Wollens: Den bayerischen Skigebieten in tieferen Lagen geht langsam der Schnee aus.

Anhaltender Regen und milde Temperaturen haben die Schneedecke so stark schmelzen lassen, dass am Donnerstag mancherorts die Lifte stillstanden. Obendrein können die Schneekanonen wegen der Plusgrade nicht arbeiten. 75 Anlagen betreibt Alpen Plus in den Skigebieten Brauneck-Wegscheid (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen), Spitzingsee-Tegernsee und Sudelfeld (Miesbach) sowie beim Zahmen Kaiser (Tirol) - nur 25 Prozent davon, so schätzt Küpper, liefen am Donnerstag noch. „Wir sind im Januar, nicht im Juli, irgendwann wird sich der Winter schon wieder auf seinen Job besinnen“, hofft er.

Besser läuft es für Skifahrer und Snowboarder in den höher gelegenen Skigebieten: Auf der Zugspitze etwa können sie ohne Probleme die Piste hinabsausen. Dort fielen in der Nacht zum Donnerstag 25 Zentimeter Neuschnee. Insgesamt liegen auf Deutschlands höchstem Berg rund 1,65 Meter Schnee. Eifrig Pressemitteilungen verschicken derweil auch die Skigebiete, in denen es nach eigenem Bekunden nach wie vor „garantiert ungetrübten Pistenspaß“ gebe. Auf den Skibergen Fellhorn/Kanzelwand und Nebelhorn in Oberstdorf sind zum Beispiel alle Talabfahrten geöffnet.

Mit Tauwetter ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in München auch in den nächsten Tagen zu rechnen. Nach den Regenfällen werden am Wochenende am Alpenrand und in den Alpentälern Temperaturen um 10 bis 13 Grad erwartet. Die kommende Woche beginnt mild und sonnig, erst zur Wochenmitte soll es eine Abkühlung geben. Ob die Temperaturen so weit sinken, dass in den Skigebieten die Pisten beschneit werden können, sei jedoch fraglich.

Sprichwörtlich ins Wasser fällt die Eröffnung des ersten Skitourenzentrums in Garmisch-Partenkirchen. Einen Ersatztermin für die Veranstaltung, die am 19. Januar über die Bühne gehen sollte, gibt es, sobald es die Schneelage zulässt. Ganz andere Sorgen hat die Realschule Schongau. Dort drang Wasser im Kellertrakt in zwei Unterrichts- und zwei Werkräume ein.

Katharina Blum

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