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Deutsch-Kurse für Migranten sind an Volkshochschulen sehr beliebt. 

Deutsch soll kein Hindernis sein

So helfen Bayerns Volkshochschulen bei der Integration

München - Sprache gilt als Schlüssel zur Integration. Folglich haben mit den vielen Flüchtlingen auch die Volkshochschulen ihr Kursangebot erhöht. Insgesamt zieht der bayerische Verband eine überraschend positive Bilanz.

Der Bayerische Volkshochschulverband sieht sich für die Ausbildung der vielen Flüchtlinge gewappnet. Mehr als 200 000 Migranten werden nach Schätzung von Verbandsdirektor Wilhelm Lang in diesem Jahr im Freistaat Kurse in Deutsch als Fremdsprache an den Volkshochschulen belegt haben. „Vor drei Jahren waren es nicht mal halb so viele“, sagte Lang der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Nachfrage steige zudem stärker als noch im Frühjahr erwartet. „Wir brauchen eigentlich Entlastung“, sagte Lang. „Aber wir können uns um die Integration kümmern, um die Vermeidung von Parallelgesellschaften und die Vermittlung von Sprache und Kultur.“

Die 200 Verbandsmitglieder, die Volkshochschulangebote an 1000 Standorten in Bayern machen, haben aus Langs Sicht genug Geld für die Arbeit. Der Freistaat habe im September noch einmal drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Und für die nächsten zwei Haushaltsjahre rechnen die Volkshochschulen seinen Angaben zufolge jeweils mit einem weiteren Plus von rund 2,7 Millionen Euro - was eine Steigerung von mehr als 20 Prozent bedeute. „Die Förderung bewegt sich so, dass wir überleben“, sagte Lang. „Es geht in die richtige Richtung.“

Problem: Es gibt nicht genügend Lehrkräfte

Zugleich machte er deutlich, dass der Anteil des Freistaats am Etat der Volkshochschulen bei nur sechs Prozent liege. Etwa die Hälfte stamme im Schnitt aus Teilnahmegebühren, 30 Prozent aus kommunalen Mitteln. Und etwa 14 Prozent seien Drittmittel, etwa vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für Förderprogramme.

Das BAMF unterstütze Sprachkurse mit dem Ziel, das Niveau B1 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens zu erreichen. Nach 600 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten sollen die Teilnehmer dann in einfachen Sätzen Erfahrungen und Ereignisse beschreiben und Meinungen wiedergeben können sowie persönliche Briefe schreiben. Ein Großteil der Teilnehmer absolviere diese Kurse erfolgreich, sagte Lang. „Richtig gut einsetzbar als Facharbeiter sind Sie dann aber nicht“, machte er deutlich. Dafür sei mindestens die Stufe B2 nötig.

Darüber hinaus nannte Lang zwei wesentliche Baustellen: Die Leiter der vom BAMF geförderten Kurse bekommen mehr Geld als die Lehrer in anderen Sprachkursen. Das führe zu Unmut. Zudem könnten kaum genügend Lehrkräfte gewonnen und gehalten werden. „Auf eine so starke Steigerung sind wir personell einfach nicht vorbereitet gewesen.“

dpa

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