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Mit der Sonne um die Wette strahlen sollten Kinder nur mit Sonnenschutz. Gesundheitsministerium und Ärzte warnen vor Spätfolgen von Sonnenbrand.

Tipps für Eltern

So schützen Sie Kinderhaut in der Sommer-Sonne am besten

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Vor allem Kinderhaut ist in der Sommer-Sonne gefährdet. Starke Sonnenbelastung kann Haukrebs auslösen. So schützen Sie die Kinderhaut am besten.

Starnberg/München – Wenn sie ins Freibad geht, dann leidet Franziska Ruëff häufig. Immer wieder sieht sie dort kleine Kinder mit schlimmen Sonnenbränden, klagt die Professorin an der Hautklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München. „Das ist schlimm. Kinder einen Sonnenbrand bekommen zu lassen, ist in meinen Augen Körperverletzung!“

Das findet auch Kinderärztin Gunhild Kilian-Kornell aus Starnberg: „Natürlich tut uns Sonne gut. Sie macht gute Laune und aktiviert Vitamin D, das ist wichtig für Haut und Knochenbau. Doch zu viel Sonne schadet.“ Viele Eltern unterschätzen die Gefahren, habe sie in den vergangenen 38 Jahren, die sie als Kinderärztin arbeitet, immer wieder sehen müssen: „Sie wissen nicht, wie stark auch bei uns die UV-Strahlen sind und und fragen erst nach dem richtigen Sonnenschutz, bevor sie in Urlaub fahren.“

Auch werde oft zu wenig Creme verwendet, warnt die Ärztin. „Für ein Baby braucht es einen Esslöffel voll Creme, sonst wird der Sonnenschutz nicht erreicht.“ Gezieltes Sonnenbaden ist für Babys und Kinder tabu. Vor allem Babys gehören in den Schatten. Auch dort dürfen Eltern den Sonnenschutz nicht vergessen, warnt Dermatologin Franziska Ruëff: „Bis zu 50 Prozent der UV-Energie geht auch durch Sonnenschirme und Blätterdächer von Bäumen hindurch, ebenso bei leichter Bewölkung.“

Hautkrebs kann Jahre nach Sonnenbrand auftreten

Noch Jahre nach einem Sonnenbrand kann Hautkrebs auftreten. Vor allem der Schwarze Hautkrebs (Malignes Melanom), der bis heute trotz verbesserter Therapiemöglichkeiten immer noch tödlich verlaufen kann, ist Folge von Sonnenbränden in der frühen Kindheit. Ruëff: „Die Haut vergisst nichts.“ Und Achtung: Schädliche Wirkungen setzen schon ein, bevor die Haut rot ist.

In Bayern erkranken pro Jahr rund 3.000 Menschen am Schwarzen Hautkrebs, erklärt Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml. Sie startet am heutigen Montag eine Kampagne für besseren Sonnenschutz bei Kindern. Vor allem hellhäutige Sonnenhungrige laufen bei häufigem Sonnenbaden zudem Gefahr, am Weißen Hautkrebs zu erkranken. „Hautkrebs ist heutzutage auch bei 35-Jährigen keine Seltenheit mehr“, sagt Oberarzt Robert Cipic im Städtischen Klinikum München. Das ist die Schattenseite davon, dass gepflegte Bräune heute auch bei Jugendlichen als schick gilt.

Zu viel Sonne bringt auch weitere Risiken: Vorzeitige Hautalterung, Austrocknung und die Gefahr eines Hitzschlags, warnt Kinderärztin Kilian-Kornell: „Der Kopf ist zuständig für die Aufnahme und die Abgabe von Hitze, und bei Kindern ist der Kopf im Verhältnis zum Körper viel größer als beim Erwachsenen, die Gefahren sind also viel größer.“ Sie rät zu einem Sonnenhut, am besten in Weiß, und auch zu UV-Schutzkleidung. Denn auch wasserfeste Sonnencreme kann beim Baden oder Planschen einen Teil ihrer Schutzwirkung einbüßen. So ist es wichtig, immer wieder dick nachzucremen.

Das Wichtigste bei Sonnenbrand: Kühlung

Ob man dafür die günstige Sonnencreme vom Discounter verwendet oder eine teure, ist zweitrangig. Dies haben Tests der Stiftung Warentest ergeben. Testsieger war heuer die „Cien Sun Sonnenmilch“ von Lidl, gefolgt von der Sonnenmilch von Nivea.

Bekommt ein Kind trotz aller Vorsicht einen Sonnenbrand, sollten Eltern auf keinen Fall Tomatenscheiben auf die Haut legen oder sie mit Mehl bestreuen, warnt Kinderärztin Kilian-Kornell: „Diese Hausmittelchen richten mehr Schaden an. Tomaten brennen scheußlich und Mehl verschlechtert die Wundheilung.“ Was hilft, ist Kühlung. Mittel der Wahl sollte ein beruhigendes Kühlgel aus der Apotheke sein. Fettige Salbe dagegen verstärke die Hitze auf der Haut.

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