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Auf ihrer Website hat die Metzgerei Oberloher einen Brief an ihren Einbrecher veröffentlicht. 

"Vielen Dank für Ihren nächtlichen Besuch"

Ein Herz für Einbrecher: Metzgerei reagiert ziemlich ungewöhnlich

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Landshut - In der Nacht auf Montag bricht ein Unbekannter in eine Metzgerei in Geisenhausen ein. Die Besitzer nehmen's gelassen - und machen dem Unbekannten sogar ein ziemlich gutes Angebot. 

"Sehr geehrter Einbrecher, sehr geehrte Einbrecherin, vielen Dank für Ihren nächtlichen Besuch". So beginnt der neueste Eintrag auf der Website der Metzgerei "Oberloher" in Geisenhausen im Landkreis Landshut. Die widmet sich sonst eher fleischlichen Themen wie der Herkunft des wöchentlichen Bioschweins oder Tipps für die Zubereitung der Kirchweihgans "nach alter Tradition". 

Diesmal geht es nur indirekt um Metzgerwaren: "Leider konnte ich Sie nicht persönlich in unserem Laden willkommen heißen und wollte Ihnen somit ein paar Zeilen widmen! Bei uns ist es eigentlich so: Wenn man Geld braucht, geht man in die Arbeit."

Was dann kommt, ist keine Schimpftirade auf arbeitsscheue Taugenichtse, wie man erwarten könnte. Anstatt dessen folgt ein Jobangebot: "Wir selbst würden noch Mitarbeiter suchen. Wenn Sie genauso schnell arbeiten wie Kassen klauen, dann sind Sie bei uns richtig!" 

Sehr geehrter Einbrecher,Sehr geehrte Einbrecherin, Vielen Dank für Ihren nächtlichen Besuch. Leider konnte ich Sie...

Posted by Metzgerei Oberloher on Montag, 2. November 2015

Tatsächlich ist der letzte Post, noch vom selben Tag, eine Stellenausschreibung für "eine/n zuverlässige/n Frühaufsteher/in als Ausfahrer/in! 

Wir brauchen Verstärkung!http://metzgerei-oberloher.de/2015/11/02/wir-brauchen-verstaerkung/

Posted by Metzgerei Oberloher on Montag, 2. November 2015

Auch wenn der Einbrecher nicht bei Oberloher arbeiten wolle, gibt sich die Metzgerei großzügig: Man könne auch einfach fragen, wenn man Hunger habe. "Die paar Stücke vom Geräucherten und die Cola hätte ich Ihnen geschenkt, wenn Sie freundlich darum gebeten hätten." Es folgt ein kleiner Seitenhieb: "Das einzige woran Sie noch arbeiten müssen, ist Ihre Sauberkeit. Den Arbeitsplatz hinterlässt man ordentlich!" 

Vorsorge ist besser als Nachsorge, scheint das Motto von Inhaber Christoph Gies zu sein, der den Artikel unterzeichnet hat. Denn auch wenn der Dieb oder die Diebin keinen Job antreten will, möchte er helfen: "Sie können sich gerne telefonisch melden, dann lege ich das nächste mal das Geld in einem Umschlag vor die Türe. Dann müssen Sie sich nicht nochmal die Mühe machen, die Schiebetüre auszuhebeln."

"In diesem Sinne, man sieht sich!"

Nachtragend will man sich bei Oberloher nicht geben. "Also, falls Sie Ihre Bewerbung bei uns abgeben oder uns des Nächtens nochmal besuchen wollen, so oder so, ich freu mich drauf! In diesem Sinne, man sieht sich!" 

Auch auf Facebook wurde der Brief an den oder die Einbrecher/in unter dem Titel "Nachts in der Metzgerei..." gepostet. Dort kam er gut an: Über 240 User teilten ihn, mehr als 800 Personen drückten "gefällt mir". Viele lobten, wie schön er geschrieben sei.

Liest man die Kommentare unter dem Post genauer, wird außerdem eines deutlich: Im Unterschied zu manchen Usern, die reflexhaft einen ausländischen Täter vermuten, hatte Christian Gries beim Verfassen seiner "Stellenausschreibung" zwar jede Menge Humor und Großzügigkeit, aber sicher keinerlei Vorurteile im Kopf. 

kf

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