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„Der Süden wird zunehmend ausgeblendet“: Söder poltert gegen Ampel-Regierung und sieht „Bayern-Bashing“

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Von: Felix Herz

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Markus Söder sitzt am Tisch und erhebt den Finger
Geht mit der Bundesregierung gerne hart ins Gericht: Markus Söder ist ein meinungs- wie lautstarker Ministerpräsident und CSU-Chef. © Daniel Karmann/dpa

In einem Interview ließ der bayerische Ministerpräsident kein gutes Haar an der Bundesregierung und spricht von einer Benachteiligung des Südens.

München – Markus Söder ist bekannt für seine teils kernigen Aussagen in Richtung Berlin. Da kann es gegen den Kanzlerkandidaten der CSU-Schwesterpartei CDU gehen, wie etwa bei Armin Laschet, oder aber gegen die Regierungsparteien – zuletzt gesehen im Rahmen des G7-Gipfels in Elmau. In einem Interview mit bild.de teile der bayerische Ministerpräsident nun heftigen gegen die Bundesregierung aus – vor allem in Hinblick auf den Freistaat.

Söder schießt gegen Berlin: „Bayern-Bashing“ und „Süden ausgeblendet“

Angesprochen auf die, um Energie zu sparen, schließenden Hallenbäder in Nürnberg sieht Söder kein Problem – man könne im Sommer auch draußen baden. Allerdings merkt er an, dass vor allem diejenigen Verzicht fordern würden, denen es selbst sehr gut gehe. Die erste von vielen Spitzen.

Im Rahmen der Gas-Krise und den damit einhergehenden Entscheidungen der Bundesregierung sieht Söder Bayern nicht gut wegkommen. Die Ampelkoalition entpuppe sich immer mehr als norddeutsches Konstrukt. „Der Süden wird zunehmend ausgeblendet“, so Söder. Man würde ein „Bayern-Bashing“ spüren, und selbst Winfried Kretschmann – grüner Ministerpräsident Baden-Württembergs – dringe bei seinen Parteifreunden in Berlin nicht durch, poltert Söder.

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Söder betont Bayerns Wichtigkeit – und zieht medizinischen Vergleich

Auf Nachfrage von bild.de, ob Söder für seine Anschuldigungen Belege habe, führt der 55-Jährige Klaus Müller an, Chef der Bundesnetzagentur, der sich darüber lustig gemacht habe, dass Bayern Energieprobleme bekommen könnte. „Ein einmaliger Vorgang“, wütet Söder. Zudem kämen Fördermittel plötzlich auf den Prüfstand und es sei eine „bewusste Entscheidung“ gewesen, keine Minister aus Bayern zu nehmen.

Dabei sei Bayern immens wichtig für Deutschland. Der Freistaat habe die bundesweit meisten Industriearbeitsplätze und eine „höhere Leistungskraft als Tschechien, Griechenland und Portugal zusammen“, so Söder. Zur Untermalung zieht Söder noch einen medizinischen Vergleich:

Werden die Blutbahnen im Süden verstopft, bekommt Deutschland einen Herzstillstand.“

Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern und CSU-Chef bei bild.de.

Bayern im Nachteil? Söder prangert Bundesregierung an

Im Interview mit bild.de wird Söder darauf hingewiesen, dass Bayern stark von den Fördermitteln profitiert. Söder reagiert mit einem Gegen-Statement: Bayern zahle dieses Jahr einen neuen Rekordbetrag in den Länderfinanzausgleich. „Neun Milliarden Euro! Wir haben jetzt 3,4 Milliarden Euro seit Beginn erhalten und mittlerweile über 100 Milliarden Euro bezahlt“, so Söder.

Man würde dafür keine Sonderrolle erwarten, aber es dürfe dafür auch keine Benachteiligung geben, mahnt der CSU-Chef. „Das haben 13 Millionen Menschen in Bayern nicht verdient“.

„Massive Steuersenkungen“, „Winter-Wohngeld“ und Tank-Rabatt: Im weiteren Verlauf des Interviews stellt Söder seine Maßnahmen-Forderungen.

Versorgungs-Not in Bayern: Söder besucht Tafel in Nürnberg

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