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Söder besucht niederbayerischen Corona-Hotspot

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Markus Söder
Markus Söder (CSU) kommt zu einem Treffen zum aktuellen Stand der Corona-Lage in der Region. © Daniel Karmann/dpa

Das Coronavirus breitet sich in Niederbayern rasend schnell aus. Die Intensivstationen vieler Krankenhäuser sind am Anschlag. Ministerpräsident Söder und Gesundheitsminister Holetschek haben die Region besucht.

Neuburg am Inn - Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angesichts der dramatischen Lage in niederbayerischen Kliniken Kommunalpolitiker und Vertreter von Krankenhäusern zum Gespräch getroffen. Einmal mehr sprach er sich für ein höheres Tempo bei Auffrischungsimpfungen sowie für eine baldige allgemeine Impfpflicht aus. Zudem müssten die Kliniken bei der Bürokratie entlastet werden, sagte er in Neuburg am Inn (Landkreis Passau).

„Unsinnige und überflüssige Dokumentationspflichten, die den medizinischen Betrieb lähmen und zusätzliche Arbeit bedeuten, müssen ausgesetzt werden“, sagte Söder. „Prüfungen müssen einfach mal zwei Monate verschoben werden.“ In weiten Teilen Niederbayerns sind die Corona-Infektionszahlen seit Wochen enorm hoch und die Kapazitäten vieler Krankenhäuser weitgehend ausgeschöpft.

Weiter forderte Söder schnelle Klarheit in Berlin beim Übergang vom bisherigen zum neuen Gesundheitsminister. Das dürfe nicht zehn Tage dauern, sagte er. „Wir haben keine zehn Minuten Zeit.“ Das Coronavirus bezeichnete er als „die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg“.

Der Präsident des Bayerischen Landkreistages und Landrat von Deggendorf, Christian Bernreiter (CSU), sprach sich für noch strengere und vor allem einheitliche Einschränkungen aus, so dass Menschen nicht von einem Landkreis in einen anderen ausweichen können. „Die Krankenhäuser stehen am Abgrund“, sagte er. Nur massive Kontaktbeschränkungen könnten den Kliniken noch helfen.

Angesichts der Belastung der Ärzte und Pflegekräfte in der Pandemie sagte Söder: „Das sind die Helden unserer Zeit.“ Der Vorsitzende der Rottal-Inn Kliniken in Eggenfelden, Gerhard Schlegel, appellierte an die Bevölkerung, Abstand zu halten und Masken zu tragen. Und: „Lassen Sie sich impfen, bitte, lassen Sie sich impfen!“ Ältere Menschen sollten unbedingt und so schnell wie möglich zur Booster-Impfung gehen. „Wir werden einen ganz harten Winter haben“, warnte Schlegel. Die Impfung sei in dieser Situation „die einzige Rettung“.

Söder hatte sich am Freitag gemeinsam mit Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) in den Hotspot-Regionen in Südostbayern ein Bild von der Corona-Lage gemacht. Am Morgen trafen sie sich mit den Vertretern der Stadt Rosenheim sowie der umliegenden Landkreise. Mittags trafen sich Söder und Holetschek in Neuburg am Inn mit Landräten und Vertretern aus Kliniken. dpa

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