Kritik auch von Söder

Nach Impf-Ultimatum vom BLLV: Andere Lehrerverbände distanzieren sich - „Öl ins Feuer gegossen“

  • Katarina Amtmann
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Der BLLV sorgte mit einem Impf-Ultimatum für Aufsehen, Kritik gab es auch von Markus Söder. Nun distanzieren sich auch Lehrerverbände von der Forderung.

München - Nach dem Brandbrief des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) mit einem Impf*-Ultimatum haben sich andere Lehrerverbände von dieser Forderung distanziert. Das Vorgehen des BLLV habe „in einer ohnehin aufgeheizten Atmosphäre weiter Öl ins Feuer gegossen und den gesellschaftlichen Brand beschleunigt“, teilte die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) am Freitag mit. „Es ist dadurch in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, dass Lehrerinnen und Lehrer nicht bereit sind, in der Krise zusätzlich Verantwortung zu übernehmen. So sind wir aber nicht.“

Nach BLLV-Impf-Ultimatum - Anderer Lehrerverbände distanzieren sich von der Forderung

Zwar fordert die Arbeitsgemeinschaft - bestehend aus dem bayerischem Realschullehrerverband, Philologenverband, Verband der Lehrer an beruflichen Schulen sowie der Katholischen Erziehergemeinschaft - ebenfalls mehr Gesundheitsschutz an den Schulen, eine bessere Teststrategie und zügige Impfungen* für alle Lehrkräfte. Die abl stehe aber für zielführende Lösungen, „nicht für Maximalforderungen - auch nicht verbaler Art“.

Der BLLV hatte dem Kultusministerium am Montag rechtswidrige Weisungen vorgeworfen. Außerdem drohte der Verband, der vor allem Mitglieder aus den Grund- und Mittelschulen vertritt, dass die Lehrkräfte nach den Osterferien nur dann wieder einen Fuß in die Schule setzten, wenn vorher alle ein Impfangebot erhalten hätten.

Kritik am BLLV auch von Markus Söder - Piazolo meldet sich zu Wort

In der Folge hagelte es Kritik am BLLV - aber auch an den Lehrkräften insgesamt. Kultusminister Michael Piazolo sah sich daraufhin genötigt, die Pädagogen zu verteidigen und ihnen für ihre „hervorragende Arbeit“ zu danken. „Ich weise diese unberechtigte Pauschalkritik an den bayerischen Lehrkräften deutlich zurück. Die Lehrkräfte in Bayern haben in der Pandemie viele neue Aufgaben angenommen und hervorragende Arbeit geleistet,“ heißt es in einer Stellungnahme des Kultusministeriums. „Die Corona-Pandemie hat den Schulbetrieb völlig auf den Kopf gestellt. Unsere Lehrkräfte haben von Beginn an flexibel auf diese Situation reagiert und einfach angepackt: Hygienekonzepte entwickelt und umgesetzt, Distanzunterricht organisiert, sich zeitgleich intensiv fortgebildet – alles, um die Bildungschancen der ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler zu sichern. Nun stellen sie sich der neuen Aufgabe, Selbsttestungen in den Schulen zu organisieren und pädagogisch zu begleiten. Ich bedanke mich bei allen Lehrkräften in Bayern für ihren hervorragenden Einsatz. Mir ist bewusst, wie viel sie in dieser Pandemie tagtäglich leisten.“

Auslöser für die Eskalation war die Anordnung, dass die Lehrkräfte nun auch die Selbsttests der Schüler in den Klassenzimmern beaufsichtigen sollen.

Auch Ministerpräsident Markus Söder* hatte an dem Brandbrief Kritik geübt: „Ich glaube, dass Ultimaten keinen weiterbringen.“ Er akzeptiere da sehr viel, aber: „Jeder soll in diesen Zeiten versuchen, das richtige Timing und Tuning zu finden für seine Ideen. (kam/dpa)*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa/dpa-Bildfunk

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