1. Startseite
  2. Bayern

Corona-Gipfel: Söder fürchtet „Corona-Drama“ und zeigt Bayerns Weg: „Wellenbrecher“ und „Lockdown für Ungeimpfte“

Erstellt:

Von: Katarina Amtmann, Tanja Kipke

Kommentare

Am Donnerstag trafen sich Bund und Länder zu einem Corona-Gipfel. Ministerpräsident Söder kündigte danach neue Maßnahmen für Bayern an. Alle News im Bayern-Ticker.

Update vom 18. November, 21.01 Uhr: Zahlreiche Kliniken in Bayern sind wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen am Limit. Die Bezirksregierung in Regensburg hat am Donnerstagabend die Schwerpunktkrankenhäuser für Covid-19 angewiesen, nicht dringend notwendige Operationen zu verschieben. In sämtlichen anderen bayerischen Regierungsbezirken waren bereits entsprechende Verordnungen erlassen worden.

Zudem appellierte Regierungspräsident Axel Bartel an die Kliniken, sich auf Triage-Entscheidungen vorzubereiten. Es werde demnächst der Zeitpunkt kommen, „an dem nicht mehr alle intensivpflichtigen Patienten auf den eigens dafür eingerichteten Intensivstationen behandelt werden können“. Bei den Corona-Patienten auf den Intensivstationen handele es sich fast ausnahmslos um Ungeimpfte, sagte Bartelt. Er rief die Bürger auf, sich impfen zu lassen.

Update vom 18. November, 19.44 Uhr: „Die Maßnahmen, die heute beschlossen worden sind, haben wir in Bayern schon“, sagt Markus Söder live im ZDF. Der Beschluss der MPK und das Bundesgesetz werden laut Söder nicht reichen. Es brauche einen bundesweiten „Lockdown für Ungeimpfte“. Die Ampel habe ihren Gesetzentwurf verbessert. Es seien aber dennoch Systembrüche im Gesetz: „Theater sollen schließen, aber Gastro nicht“, so Söder. Für die nächsten drei Wochen werde man morgen für Bayern nochmal ein Paket mit neuen Maßnahmen schnüren. Ob diese Regeln dann ausreichen werden? „Ich bin skeptisch. Wir werden es sehen“, sagt Söder.

Sonderweg für Bayern nach Corona-Gipfel: Söder verspricht „Lockdown für Ungeimpfte“

Update vom 18. November, 19.07 Uhr: In einem Pressestatement nach dem Corona-Gipfel versprach Markus Söder neue Corona-Regeln für Bayern. Direkt am morgigen Freitag (19. November) wird sich das Kabinett zusammensetzen und alle Möglichkeiten im Rahmen der Gesetze ausschöpfen. „Es werde sich de facto um einen Lockdown für Ungeimpfte handeln“, sagte Söder. Vor allem Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und eine Personen-Obergrenze für Veranstaltungen werden im Freistaat wohl kommen.

Er kritisierte das beschlossene Infektionsschutzgesetz scharf und bezeichnete es als „nicht ausreichend“. Auf einige wichtige Punkte habe man sich in der MPK dennoch einigen können, wie zum Beispiel einen Pflegeboni, eine flächendeckende 2G-Regel und eine teilweise Impfpflicht. Eine Übersicht der Beschlüssen finden Sie hier.

Update 18.35 Uhr: Eine komplette Einschränkung von Geimpften sei nicht verfassungsgemäß, erklärt Söder. Man werde nach dem alten und neuen Gesetz überlegen, wo man überall an den Regeln nachbessern könne. Das Stichwort sei „Blocken und Boostern“. Man stimme dem Gesetz des Bundes zwar zu, habe aber Nachbesserungen gefordert. „Impfpflichten auszuweiten und das Boostern zu verstärken“ sei enorm wichtig. Zudem sei ein Pflegeboni von Bundesseite versprochen worden. Söders Pressestatement ist nun zu Ende.

Söder zur Corona-Lage: „Zu hoffen es geht vorbei, ist naiv“

Update 18.31 Uhr: Bayern habe besonders niedrige Impfquoten. Viele Menschen seien deshalb schlicht und einfach genervt. Man müsse daher auf die Geimpften Rücksicht nehmen. Die Maßnahmen werden daher vor allem Ungeimpfte treffen. „Wir werden alles prüfen, was möglich ist“, sagt er. Der Grundsatz sei klar: Verschärfung der Regeln. Kontakte der Ungeimpften reduzieren und Obergrenzen bei Veranstaltungen seien das oberste Ziel. Dadurch wolle man Pfleger und Intensivmediziner entlasten. „Der Dezember wird ein schwerer Monat“. Nicht jeder hat die Eigenverantwortung in dieser Situation verstanden. Bayern werde einen Zahn zulegen. Man sei auch in enger Abstimmung mit den Kollegen aus Sachsen. „Wegducken ist keine Option“. Zu hoffen es gehe vorbei sei naiv.

Söder verspricht Regelverschärfung für Bayern: „Lockdown für Ungeimpfte“ komme

Update vom 18. November, 18.27 Uhr: Markus Söder gibt ein Pressestatement nach der MPK. Man stehe in Deutschland vor einem Corona-Drama. Es brauche daher eine „Wellenbrecher“, erklärt Söder. Das Tempo der Ausbreitung müsse verlangsamt werden. Das Corona-Gesetz des Bundes sei ohne Mitsprache der Länder entschieden worden. In der Zeit von Angela Merkel wurde das anders gehandhabt, erklärt Söder. „Ich bin der festen Überzeugung, das Gesetz, das heute beschlossen wurde, ist der Lage nicht angemessen“. Söder glaubt nicht, dass es reichen wird. Die Lage werde täglich schlechter, die Zahl der Infektionen erhöhe sich. Die Instrumente seien weniger und deutlich stumpfer geworden.

Es werde nachgebessert werden müssen, so Söder. Das Gesetz sei aber besser als nichts. Man werde das Gesetz unterstützen, weil es eine Grundlage im Kampf gegen die Pandemie ist. Bayern werde sofort reagieren. Man werde rechtlich versuchen alles auszuschöpfen, was möglich ist. Bereits morgen treffe man sich in einer Kabinettssitzung und wird die neuen Maßnahmen beschließen. Auch darüber, wie das Tempo beim Boostern erhöht werden kann, wird gesprochen. Bis spätestens Mitte nächster Woche werden die neuen Maßnahmen dann greifen. „Es werde sich de facto um einen Lockdown für Ungeimpfte handeln“, verspricht der Ministerpräsident.

Update vom 18. November, 18.24 Uhr: Momentan läuft die Pressekonferenz nach der MPK mit Angela Merkel. Danach wird sich auch Markus Söder mit einem Statement zur Corona-Lage in Bayern zu Wort melden. Dieses können Sie hier live mitverfolgen.

Update vom 18. November, 17.16 Uhr: Immer mehr ungeimpfte Menschen in Bayern infizieren sich mit dem Coronavirus. Die Inzidenz der Ungeimpften ist laut LGL am Donnerstag auf 1.489 gestiegen. Das ist ein Plus von mehr als 500 auf Wochensicht. Bei den Geimpften liegt sie lediglich bei 110. „Es gibt einen direkten Zusammenhang von niedrigen Impfquoten und hohen Infektionsraten. Lassen Sie sich daher bitte impfen. Nur Impfen hilft“, schreibt Ministerpräsident Söder dazu auf Twitter.

Corona-Gipfel in Berlin: Söder fordert offenbar schnellen Lockdown für Ungeimpfte

Update vom 18. November, 16.20 Uhr: Die Beratungen von Bund und Ländern beim Corona-Gipfel in Berlin sind in vollem Gange. Die jüngste Beschlussvorlage sieht in insgesamt 18 einzelnen Punkten Maßnahmen für das weitere Vorgehen in der Pandemie vor. Markus Söder forderte während der MPK offenbar einen schnellen Lockdown für Ungeimpfte, sowie „rasch eine partielle Impfpflicht“. Dies berichtet Daniel Cremer, Redaktionsleiter von BILD Bayern, via Twitter. Die Impfpflicht solle „weiter gefasst sein, als zu eng“, zitiert Cremer Söder weiter.

Videokonferenz der Ministerpräsidentenkonferenz
Markus Söder (CSU) während der Videokonferenz der Ministerpräsidentenkonferenz, an der unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnimmt. © dpa/Staatskanzlei München

Update vom 18. November, 15.49 Uhr: Die Zahl der Corona-Impfungen in Bayern nimmt täglich zu. Am Mittwoch beispielsweise wurden an nur einem Tag rund 95.000 Impfungen verabreicht, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag auf Nachfrage der dpa mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Wochen. Zum Vergleich: Am Mittwoch der vergangenen Woche waren insgesamt 69.000 Impfungen verabreicht worden, am Mittwoch davor 38.000. Der Großteil der Dosen seien Booster-Impfungen gewesen. Aber auch die Erstimpfungen lagen mit 14.600 Impfungen so hoch wie seit vielen Wochen nicht.

Sonderweg für Bayern nach Corona-Gipfel? Söder hat konkrete Forderungen

Update vom 18. November, 14.49 Uhr: Bayerns Ministerpräsident hat sich noch einmal klar positioniert. Was bei der heutigen MPK seiner Meinung nach im Fokus stehen müsse, verrät Markus Söder in einem aktuellen Twitter-Beitrag. „Wir brauchen flächendeckend 2G und in der Arbeit 3G, Auffrischungsimpfungen nach fünf Monaten und einen Pflegebonus“, ist da zu lesen. Die heutige Zusammenkunft würde ohne Zweifel „in ernsten Zeiten“ stattfinden. Zudem streicht Söder heraus, dass dies die letzte MPK für Angela Merkel sei und dankt der Kanzlerin ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit.

Update vom 18. November, 12.27 Uhr: Der Bundestag hat abgestimmt. Die „epidemische Lage nationaler Tragweite“ läuft zum 25. November aus. Damit konnten sich die Corona-Pläne der Ampelparteien durchsetzen. Dafür können die Länder – auf Landtagsbeschluss hin – auch weiter Maßnahmen wie Maskenpflicht oder Kontaktbeschränkungen ergreifen. Dazu sollen neue Corona-Regelungen, wie etwa eine 3G-Regelung am Arbeitsplatz oder Testpflichten für Beschäftigte und Besucher in Pflegeheimen und Kliniken greifen. Die 3G-Regelung soll wohl auch im ÖPNV greifen. Polizei und Gewerkschaften hatten bereits kritisiert, dass derartige Kontrollen nur schwer umzusetzen seien.

Bayerns Intensivstationen vor neuem Corona-Höchststand

Update vom 18. November, 11.39 Uhr: Bayerns Krankenhäuser stehen in der Corona-Pandemie kurz vor einer neuen Höchstzahl an Intensivpatienten. Am Donnerstag lagen 866 Covid-Kranke auf den Intensivstationen. Das geht aus dem Intensivregister hervor. Seit drei Monaten steigt die Zahl der Intensivpatienten kontinuierlich, am vergangenen Samstag waren es 707. Der bisherige Höchststand in Bayern war mit 910 Intensivpatienten kurz vor dem Jahreswechsel erreicht. Anschließend waren die Zahlen nach dem im Dezember verhängten Lockdown jedoch rasch gesunken. Derzeit ist kein Lockdown geplant, die Krankenhäuser rechnen jedoch mit einem weiteren Anstieg der Zahlen.

Update vom 18. November, 11.22 Uhr: In München herrscht Alarmstufe Pink, die Inzidenz liegt über 500. Genauer gesagt meldete das RKI am Donnerstag einen Wert von 694,8 (siehe vorheriges Update). Die Stadt ruft jetzt auf Twitter zum Impfen auf und beantwortet Fragen rund um die Booster-Impfung.* „Natürlich führen unser Impfärztinnen und -ärzte weiterhin auch liebend gerne Erstimpfungen durch“, heißt es.

Söder-Sonderweg für Bayern vorprogrammiert: München-Zahlen rasen nach oben - Alarmstufe Pink gilt

Update vom 18. November, 8.25 Uhr: Heute tagen Bund und Länder zur aktuellen Corona-Lage (siehe vorherige Updates). Das scheint auch nötig zu sein, denn die Situation spitzt sich immer weiter zu. Am Donnerstag erreichte die vom Robert-Koch-Institut (RKI) für den Freistaat ausgewiesene Inzidenz den Wert 609,5. Tags zuvor wurde noch ein Wert von 568,4 gemeldet. Bayern hat damit die bundesweit zweithöchste Inzidenz hinter Sachsen.

Binnen eines Tages stieg die Zahl der gemeldeten Covid-19-Fälle in Bayern um 19.141. Hält der Trend an, wird wahrscheinlich bereits am Freitag die Grenze von einer Million gemeldeten Infektionen seit Beginn der Pandemie erreicht. Die Zahl der im Zusammenhang mit Corona verzeichneten Todesfälle stieg um 85 auf 16.810.

Rottal-Inn mit Inzidenz über 1300 - München-Wert springt nach oben

Die höchste Inzidenz in Bayern wurde am Donnerstag mit 1359,6 für den Landkreis Rottal-Inn gemeldet. Dahinter folgen die Kreise Freyung-Grafenau mit 1272,4 und Mühldorf am Inn mit 1138,4. Insgesam gibt es sieben Landkreise mit Inzidenzen über 1000. Der niedrigste Wert in Bayern wird derzeit aus der kreisfreien Stadt Amberg mit 209,3 gemeldet.

Die Zahlen beruhen auf Daten des RKI vom Donnerstagmorgen und können sich eventuell nachträglich noch ändern. Zudem kam es in der Vergangenheit in einzelnen Städten und Landkreisen zu Meldeverzögerungen, die die Werte nach unten verzerrten. Unter anderem war davon München betroffen. Seit die Bundeswehr dort bei der Erfassung hilft, haben sich die gemeldeten Werte rasant erhöht. Am Donnerstag meldete das RKI für die Stadt München eine Inzidenz von 694,8. Damit gilt nun Alarmstufe Pink. Noch vor Wochenfrist lag der nach unten verzerrte offizielle Wert bei 93,3. Am Mittwoch lag er bei 496,6.

MPK tagt zur Corona-Lage - Söder-Statement angekündigt

Update vom 18. November, 7.20 Uhr: Heute tagt die Ministerpräsidentenkonferenz per Video mit der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel über Corona-Maßnahmen. Im Anschluss wird es eine Pressekonferenz mit Merkel, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller geben. Danach folgt ein Statement des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder aus München.

Update vom 18. November, 6.10 Uhr: Heute beraten Bund und Länder zur aktuellen Corona-Lage. Markus Söder hat noch am Mittwochabend strengere Regeln für Ungeimpfte gefordert (siehe vorheriges Update). Angesichts der Lage seien Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte absolut sinnvoll, sagte der CSU-Chef am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Maischberger Die Woche“. Zudem bekräftigte er, Bayern werde die rechtliche Möglichkeiten, die das neue Bundesgesetz gebe, voll ausschöpfen.

In Bayern hat Söder die Corona-Regeln in den vergangenen Wochen bereits deutlich verschärft, allerdings immer nur Schritt für Schritt. Der Freistaat mache aber das, was rechtlich möglich sei hatte Söder bei einer Kabinettsklausur am Sonntag und Montag betont.

3G am Arbeitsplatz - Söder fordert Impfpflicht im Gesundheitswesen

Mit Blick auf den Infektionsschutz am Arbeitsplatz sei es wichtig, dass die Arbeitgeber ein Informationsrecht zum Impfstatus der Mitarbeiter erhielten, sagte Söder nun. Sollten sich Mitarbeiter den 3G-Regeln, also Zugang nur für Geimpfte, Getestete oder Genesene, verweigern, müssten sie im Homeoffice arbeiten. Für besondere Berufe, etwa im Gesundheitswesen, brauche es zudem eine Impfpflicht.

Angesichts der hohen Corona-Zahlen und extremen Dynamik bei den Neuansteckungen sieht Söder Weihnachtsmärkte kritisch: „Ich würde empfehlen, sie abzusagen.“ Sollten sie doch stattfinden, ginge das nur mit Maskenpflicht und ohne Alkohol. Für Großveranstaltungen brauche es ferner „dringend Obergrenzen“, betonte Söder.

Söder wies erneut Kritik am Corona-Management im Freistaat zurück. Hauptursache für die schwierige Lage, die auch viele Experten überrascht habe, sei die nach wie vor zu niedrige Impfquote. In Bayern seien 4,6 Millionen Menschen nach wie vor ohne Impfschutz. Dort, wo es jetzt die höchsten Inzidenzen gebe, sei die Impfquote am geringsten. Auch ohne gesetzliche Pflicht gebe es aber für jeden eine moralische Impfpflicht, sich und seine Mitmenschen zu schützen.

Söder lässt sich vor Corona-Gipfel in die Karten blicken - Sonderweg für Bayern wohl vorprogrammiert

Update vom 17. November, 23.42 Uhr: Am Vorabend des für die weitere Corona-Politik entscheidenden Tages hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erneut zu Wort gemeldet. Er hält strengere Regeln für Ungeimpfte für notwendig, bekräftigte Söder in der ARD-Sendung „Maischberger. Die Woche“. In Bayern werde man die rechtlichen Möglichkeiten, die das neue Gesetz der Ampel-Koalition eröffne, voll ausschöpfen, kündigte er an. Vielleicht wird es somit in manchen Bundesländern - unter anderem im Freistaat - strengere Regeln geben als anderswo.

Entscheidend wird am Donnerstag nicht nur das Gesetz, das im Bundestag beraten wird, sondern auch der darauf folgende Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern. Die Unionsgeführten Länder und das Kanzleramt haben dafür eine Beschlussvorlage erarbeitet, die weit über die Möglichkeiten, die im Ampel-Gesetz vorgeschlagen werden, hinausgeht. Welche Regeln Söder angesichts der angespannten Corona-Lage in Bayern anwenden will, wird wohl hauptsächlich von den Gipfel-Beratungen abhängen.

Im Anschluss an die Ministerpräsidenten-Konferenz und die darauf folgenden Statements von Angela Merkel und Olaf Scholz will Söder sich in einer Pressekonferenz aus München melden. Dann könnte er zumindest Hinweise auf neue Regelungen in Bayern geben.

Söder kritisiert Bund-Länder-Treffen und stellt Forderungen - „Dieser Streit bringt uns allen ja nichts“

Erstmeldung vom 17. November: München - Am Donnerstagnachmittag (18. November) findet ein Bund-Länder-Treffen statt. Grund ist die angespannte Corona*-Lage in Deutschland. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte in letzter Zeit immer wieder einen solchen Gipfel gefordert - mit dem Zeitpunkt ist der CSU*-Chef aber nicht zufrieden. „Es wäre besser gewesen, anstatt Donnerstagnachmittag eine Ministerpräsidentenkonferenz zu machen, sie am Vormittag oder Mittwoch zu machen - vor der Gesetzesverabschiedung“, kritisierte Söder am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“.

(Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie über alle wichtigen Geschichten aus dem Freistaat. Melden Sie sich hier an.)

Söder kritisiert Zeitpunkt für Corona-Gipfel - Epidemische Lage soll nicht verlängert werden

Am Donnerstag soll im Bundestag die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen werden. Darin soll angesichts steigender Corona-Infektionszahlen ein erweiterter Katalog mit möglichen Eindämmungsmaßnahmen festgelegt werden. Andere Maßnahmen, etwa Lockdowns oder generelle Schließungen von Schulen oder Geschäften sind allerdings nicht mehr vorgesehen. Darauf hatten sich die Bundestagsfraktionen der möglichen Ampel-Koalition von SPD*, Grünen* und FDP* geeinigt. Auch soll die derzeit geltende epidemische Lage von nationaler Tragweite nicht verlängert werden, was bei Expertinnen und Experten teils auf Unverständnis stößt.

Bund-Länder-Treffen zur Corona-Lage - Söder wird deutlich: „Dieser Streit bringt uns allen ja nichts“

Die Länder müssten nun hören, was verabschiedet werde, kritisierte Söder. „Ich hätte ein gemeinsames Vorgehen besser gefunden.“ Auch in den Koalitionsverhandlungen sei Streit um die Maßnahmen spürbar. „Da gibt es den einen Teil, der sich mit Händen und Füßen gegen verschärfte Maßnahmen wehrt - das ist die FDP“, sagte Söder. Die anderen versuchten, etwas zu lösen. „Dieser Streit bringt uns allen ja nichts.“

Söder fordert 2G in Deutschland - und Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen

Bayerns Ministerpräsident forderte verschärfte Maßnahmen im Kampf gegen Corona. „Was wir brauchen, ist 2G flächendeckend in Deutschland“, sagte er. Zudem brauche es unter anderem eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte sowie mehr Maskenpflicht im Unterricht und im öffentlichen Nahverkehr. Dort müsse die FFP2-Maske Pflicht werden, da Kontrollen einer 3G-Regel schwierig seien. (kam/AFP) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Die Corona-Lage in Bayern spitzt sich zu. Der Gesundheitsversorgung in Bamberg droht der Kollaps. Das Landratsamt schlägt Alarm.

Auch interessant

Kommentare