Nach Aufhebung der Impf-Reihenfolge

Söder stellt neuen Plan vor: Corona-Impfungen beim Einkaufen oder vor dem Unterricht

  • Thomas Eldersch
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Nur wenn man beim Impfen in die Breite geht, kann man schnell viele Menschen erreichen. Deshalb will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mehrgleisig fahren.

Update vom 29. April: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will beim Impfen schneller vorankommen - am Mittwoch äußerte er ambitionierte Pläne. „Generell gilt: wir brauchen Ärzteteams, die in mobilen Impfstationen in Supermärkten impfen können. Auch in Apotheken sollte geimpft werden“ (siehe Erstmeldung). Impfungen im Supermarkt und in Apotheken? Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) hat diese Verlautbarungen nun als „abwegig und nicht zielführend“ bezeichnet.

Praxen der niedergelassenen Haus- und Fachärzte sind aus KVB-Sicht in der Lage, schnell und effizient zu impfen. „Voraussetzung dafür ist allerdings, dass von der Politik und dem Großhandel endlich ausreichend Impfstoffe für die Praxen zur Verfügung gestellt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Vorstand der KVB – Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp – erklärte dazu: „Wir haben in Deutschland ein exzellent ausgebautes ambulantes Versorgungsangebot mit einer hohen Flächendeckung. Das ist nicht vergleichbar mit anderen Staaten, in denen weite Entfernungen zur nächsten Arztpraxis oder Klinik zurückgelegt werden müssen und in denen Hilfskonstruktionen wie die Impfung im Supermarkt durchaus Sinn machen können. Die niedergelassenen Haus- und Fachärzte in Bayern sind bereit, sich auch im Sinne einer umfassenden Betreuung ihrer Patienten weit mehr in der Impfkampagne zu engagieren, als dies bislang bereits der Fall ist. Dafür ist es allerdings unabdingbar, dass sie über die Apotheken endlich große und verlässlich kalkulierbare Mengen an Impfstoffen aller Hersteller erhalten, die auf dem Markt zugelassen sind.“

Söder stellt neuen Impf-Plan vor: Corona-Impfungen beim Einkaufen oder vor dem Unterricht

Erstmeldung vom 28. April: München - Um schnell aus der Corona-Pandemie* zu kommen, muss schneller geimpft werden. Diesen Grundsatz predigen Politiker aller Farben schon seit Monaten. Nachdem nun auf dem Impfgipfel am Montag (26. April) beschlossen wurde, dass im Juni die Impfreihenfolge fallen soll, könnte spätestens dann der viel beschworen „Impf-Turbo“ zünden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) dauert das jedoch zu lange. Seine Pläne sind ambitioniert.

Söder setzt auf mobile Impf-Teams und Corona-Impfungen in der Apotheke

Der bayerische Ministerpräsident will nicht bis zum Juni warten, um allen Bürgen ein Impf-Angebot* zu machen. Er will damit schon im Mai loslegen. Und dann soll in Bayern nach amerikanischem oder israelischem Vorbild geimpft werden. „Generell gilt: wir brauchen Ärzteteams, die in mobilen Impfstationen in Supermärkten impfen können. Auch in Apotheken sollte geimpft werden. Es darf kein Impfstoff* liegen bleiben, und vor Ort muss es schnell gehen – ohne lange Wartezeiten“, sagte Söder der Welt.

Man müsse sich schon jetzt auf die Aufhebung der Impf-Priorisierung einstellen. Wenn dann alle priorisierten Personengruppen durchgeimpft sind, würden die Kapazitäten der Impfzentren und Arztpraxen nicht mehr ausreichen. Deshalb „müssen wir jetzt schon alle denkbaren Strukturen aufbauen für die Zeit, wenn wir noch mehr Impfstoff bekommen“, so Söder. Nur wenn man in die Breite gehe, könne man diese Herausforderung stemmen. „Der Impf-Turbo startet durch, wenn wir schneller und breiter impfen. Wichtig ist, dass wir die Priorisierung schon früher auslaufen lassen und mehr Gruppen einbeziehen“, sagte Söder.

Söder will auch an Schulen Corona-Impfungen durchführen

Und auch bei den Jüngsten will Söder voranpreschen. „Besonders wichtig ist es auch, Schüler einzubinden, um jungen Menschen eine Perspektive für mehr Freiheit zu geben. Daher wollen wir den Abschlussklassen im Juni ein Impfangebot machen“, so der CSU*-Chef. So sollen Impfungen an Schulen zu einem festen Bestandteil des bayerischen Impf-Plans werden - ähnlich wie in den Betrieben oder bei den Hausärzten. Aktuell ist zwar nur der Impfstoff der Firma Biontech* für Jugendliche ab 16 Jahren zugelassen. Aber Studien zur Corona-Impfung von jüngeren Kindern laufen bereits. Im Sommer könnte es dann für sie auch ein Impfangebot geben. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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