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Die Ambrosia.

Söder kämpft gegen die „reizende“ Ambrosia

München - Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) hat Bund und EU zu mehr Unterstützung bei der Bekämpfung der hoch allergenen Ambrosia-Pflanze aufgefordert.

„Wir fühlen uns ein wenig allein gelassen in Bayern. Insbesondere müssen ähnliche Strukturen eingeführt werden, damit vergleichbare Ergebnisse erzielt werden“, erklärte Söder gestern in München zum Aktionsprogramm „Ambrosiabekämpfung in Bayern 2009“. Zudem rief Söder den Bund dazu auf, die Meldesysteme über das Auftreten der Pflanze bundesweit einheitlicher zu regeln. Eine Bekämpfung sei nötig wegen der gesundheitlichen Belastungen und der Folgekosten in zweistelliger Millionenhöhe bei der medizinischen Behandlung von Allergien.

Die Beifuß-Ambrosie findet sich an Straßenrändern, in Neubaugebieten und Privatgärten. „Die Klimaerwärmung verstärkt das Wachstum“, erklärte Söder. Die Pflanze, die aus Nordamerika ihren Weg nach Europa und Deutschland fand, könne als solche nicht bekämpft werden. Ambrosia-Pflanzen müssten daher noch vor der Blütezeit durch Herausreißen oder Mähen entfernt werden. Etwa 30 Prozent aller Allergiker sind nach Söders Worten auf Ambrosia sensibilisiert, die Hälfte davon zeigt eine allergische Reaktion.

Die Pollen der Pflanze gelten als besonders aggressiv und können neben Allergien auch Asthma auslösen. „Eine einzige Pflanze kann mehrere Millionen bis eine Milliarde Pollen erzeugen“, sagte Franziska Rueff, Ärztin und Privatdozentin an der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilian- Universität (LMU). Fünf bis zehn Pollen pro Kubikmeter reichten, um allergische Reaktionen bei Allergikern und Nicht-Allergikern auszulösen.

Seit 2007 gibt es im Freistaat Maßnahmen gegen die Ausbreitung dieser „reizenden“ Pflanze. Dazu wurde ein Netzwerk von Bürgern über Kreisverwaltungsbehörden bis zu Landesmeldestelle aufgebaut. Mit Hilfe der Bevölkerung hätten viele Bestände entdeckt werden können, lobte der Minister. Durch diese erfolgreiche Prävention habe sich die Pflanze nicht großflächig verbreitet. Doch die Zahlen seien leicht steigend: 2007 wurden bayernweit 60 Bestände gezählt. Im vergangenen Jahr waren es bereits 102 registrierte Vorkommen. Weitere Informationen zur Ambrosia und zum Umgang mit der Pflanze sind unter www.stmug.bayern.de zu finden.

mm/lby

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