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Ein Kind saust auf einer Rutsche ins Wasser. Mit dem Kopf nach vorne ist es allerdings sehr gefährlich.

Prellungen am Rücken

Gefährliche Rutsche: Sogar TÜV-Prüfer verletzt

München - Bei der Hitze auf Rutschen ins Wasser zu sausen, ist ein himmlisches Vergnügen. Doch immer wieder passieren schwere Unfälle. Daher werden Rutschen streng getestet.

Die theoretische Prüfung ist erledigt. Jetzt tauschen die Prüfer von TÜV-Süd ihren Blaumann gegen die Badehose. Eine neue Wasserrutsche muss getestet werden. Bepackt mit Messgeräten wird die Beschleunigung und die Krafteinwirkung auf den eigenen Körper getestet. Auf dieser Rutsche sollen später mal tausende Menschen den Nervenkitzel suchen können. Die TÜV-Prüfer müssen testen, ob die Rutsche sicher ist.

Doch noch bevor der praktische Test wirklich losgehen kann, wird das Sportgerät in der Theorie überprüft. Geachtet wird neben scharfkantigen Übergängen zwischen den einzelnen Bahnelementen und der Größe des Auffangbeckens auch auf die Lichtverhältnisse, die Standsicherheit und den Abstand zu Wänden und Decke. „Mit der Prüfung wollen wir keinesfalls jemandem den Spaß verderben. Uns ist nur wichtig, dass die Rutschen auch wirklich sicher sind“, sagt Thomas Oberst, Pressesprecher beim TÜV-Süd. Wenn die Rutsche die vorgegebenen Normen erfüllt, wird sie für die Öffentlichkeit freigegeben. Wenn nicht, muss der Hersteller nachbessern.

Doch trotz der aufwendigen Prüfung der Wasserrutschen in Deutschland kommt es immer wieder zu Verletzungen am Rücken oder Prellungen. Die Hauptursache dafür sind oft nicht die Rutschen selbst, sondern die Badegäste. Das beobachtet Stefan Anselm, Betreiber des „Alpamare“ in Bad Tölz immer wieder: „Ab und zu haben wir ein paar Spezialisten im Haus, die beim Rutschen konsequent jede Regel brechen. Es gibt sogar Gäste, die ihre Badehose ausziehen, weil die Geschwindigkeit beim Rutschen auf den nackten Pobacken höher ist. Aber auch Jugendliche, die in der Rutsche stehen bleiben, haben wir hier schon alles erlebt.“ Schwer verletzt wurde laut Anselm zum Glück noch kein Badegast. „Radeln oder auch S-Bahn fahren ist da viel gefährlicher“, sagt der Betreiber. Doch trotz der hohen Sicherheitsstandards gibt es immer wieder Verletzungen.

Selbst die TÜV-Prüfer bleiben beim Testen der Rutschen nicht von Prellungen verschont. „Wasserrutschen sind Sportgeräte, wie Fahrräder oder Ski. Verletzungen sind deshalb nicht ausgeschlossen. TÜV-Prüfer sind immerhin auch nur ganz normale Menschen“, sagt Thomas Oberst. Um das Verletzungsrisiko zu reduzieren, sollte sich jeder die Regeln an der jeweiligen Rutsche durchlesen und sich auch daran halten. „Eltern sollten die Regeln unbedingt mit ihren Kindern besprechen. Wichtig ist dabei: Die Arme an den Körper anlegen, nicht in der Rutsche stehen bleiben und die Alters- und Gewichtsbegrenzung beachten“, erklärt Oberst.

In der Rutschenwelt „Galaxy“ in der „Erdinger Therme“ gibt es neben Alters- und Gewichtsbegrenzungen auch Ampeln an den Rutschen, damit es nicht zu Kollisionen auf den Bahnen kommt. „Zusätzlich haben wir geschultes Personal an den Rutschen, das den Badegästen erklärt, welche Haltung sie beim Rutschen einnehmen müssen und auf was sie achten sollten“, sagt Daniela Schwaiger von der Rutschenwelt „Galaxy“ in der Erdinger Therme. Verletzungen könne man trotzdem nicht vollkommen ausschließen.  

Von Jonas Regauer

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