Sohn mit Küchenmesser erstochen: Prozessauftakt 

Nürnberg/Fürth - Er soll seinen Sohn im Streit erstochen haben: Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth hat am Dienstag der Prozess gegen einen 79-Jährigen wegen Totschlags begonnen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, seinen damals 39 Jahre alten Sohn mit einem Küchenmesser umgebracht zu haben. Demnach war es am 24. Juli 2010 in Fürth in der Wohnung der Eltern zu einem Familienstreit gekommen: Dabei holte der Vater plötzlich ein Messer aus der Küche und stach zweimal auf seinen Sohn ein. Dann flüchtete er in den Keller.

Auch die alarmierten Polizisten bedrohte der Mann mit dem Messer - die Staatsanwaltschaft vermutet, der Angeklagte wollte von den Beamten erschossen werden. Als die Polizisten die Kellertür nämlich wieder verschlossen und sich in Sicherheit gebracht hatten, rammte sich der Mann das Messer selbst in den Bauch. Seine Verletzungen waren aber nicht lebensbedrohlich. Wenige Stunden nach der Tat wies ein Test noch 1,8 Promille Alkohol im Blut des Mannes nach.

Der Polizei und dem Ermittlungsrichter hatte der 79-Jährige die Tat gestanden, vor Gericht erklärte er aber nun, dass er sich an nichts erinnern könne. Seine Frau, die als Zeugin aussagte, berichtete von vielen Fällen häuslicher Gewalt, die sich seit Jahren in der Familie abgespielt hatten. Drohungen und Schläge waren demnach an der Tagesordnung. Immer wieder brach die 64-Jährige in Tränen aus, als sie von den erschütternden Details ihres Familienlebens erzählte. Das Urteil wird am kommenden Dienstag (17. Mai) erwartet.

dpa 

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