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Sohn tötet Vater (84) - elf Jahre Haft

Nürnberg - Zu elf Jahren Haft wegen Mordes an seinem 84-jährigen Vater ist ein Nürnberger verurteilt worden.

Zu elf Jahren Haft wegen Mordes an seinem 84 Jahre alten Vater ist am Dienstag ein Nürnberger Frührentner verurteilt worden. Die üblicherweise auf Mord stehende lebenslange Strafe reduzierte das Landgericht Nürnberg-Fürth, weil der 57-Jährige sowohl an einer Hirnkrankheit als auch an einer Persönlichkeitsstörung leidet und daher vermindert schuldfähig ist. Der Mann, der Zeit seines Lebens bei seinen Eltern wohnte, war extrem auf seine inzwischen verstorbene Mutter fixiert, die ebenso wie die beiden Söhne unter dem tyrannischen Vater litt.

Nachdem die Mutter dem Täter kurz vor Weihnachten 2008 ihr Leid geklagt hatte, schlich der 57-Jährige in den frühen Morgenstunden des 27. Dezember in das Zimmer des Vaters. Dort drückte er dem lungenkranken Rentner ein Kopfkissen auf das Gesicht. Das Opfer leistete kaum Gegenwehr und erstickte nach kurzer Zeit.

Anschließend zog der Täter den Leichnam ins Badezimmer, wo er ihn bäuchlings und mit dem Kopf unter Wasser in die zuvor gefüllte Badewanne legte. Um ganz sicherzugehen, hatte er auch noch einen Fön parat gelegt, den er in die Wanne werfen wollte. Da aber keine Luftblasen mehr aus dem Wasser aufstiegen, verzichtete er letztlich auf den Stromschlag.

Am Morgen weihte er seine Mutter ein, erst knapp zwei Stunden später rief die Familie die Polizei. Auch der Bruder des Täters wurde informiert - er gab erst noch einen Lottoschein ab, bevor er sich auf den Weg machte. Das ermordete Opfer hatte die Familie offenbar sein Leben lang unterjocht und misshandelt. Selbst die ausgezahlte Lebensversicherung des Täters soll er für Alkohol und Prostituierte ausgegeben haben, während er seinem Sohn nicht ausreichend Essen zubilligte.

dpa 

Rubriklistenbild: © dpa

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