Sohn warnte vor Waffen: Dennoch keine Schuld bei Polizei

Viechtach/Deggendorf - Vor einem Familiendrama mit einem getöteten Ehepaar in Viechtach hatte der Sohn sich wegen der Waffen seines Vaters an die Polizei gewandt. Doch handelte nicht.

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Obwohl der zuständige Polizeibeamte nichts unternahm, sieht die Staatsanwaltschaft keine Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten bei dem Beamten. Eine Strafvereitelung im Amt sei ihm nicht vorzuwerfen, teilte die Anklagebehörde in Deggendorf am Donnerstag mit. Im Juli hatte in Viechtach ein 49 Jahre alter Mann seine 46 Jahre alte Ehefrau mit einem Revolver erschossen und sich selbst das Leben genommen. Der 26-jährige Sohn soll die Polizei schon Monate zuvor wegen seines gewalttätigen Vater gewarnt haben. Nach eigenen Angaben hatte der Sohn bei der Polizei gefragt, ob es nicht möglich sei, dem Vater die Waffen wegzunehmen. Er besitze “eine 357 Magnum, eine Sportpistole und ein Kalibergewehr“.

Er habe dem Polizeibeamten auch gesagt, dass der Vater der Familie schon mehrfach mit dem Erschießen gedroht habe, sagte der Sohn später in einer Vernehmung. Er habe aber die Auskunft erhalten, dass sein Vater die Waffen legal besitze und man da praktisch nichts unternehmen könne. Allerdings sei der genaue Inhalt dieses Gesprächs zwischen dem Sohn und dem Polizeibeamten im Nachhinein nicht zweifelsfrei zu klären, teilte die Staatsanwaltschaft jetzt mit. Der Sohn habe auch nicht Anzeige gegen den Vater erstattet. Der Polizeibeamte durfte deshalb davon ausgehen, dass er an einer Strafverfolgung seines Vaters nicht interessiert war, hieß es. Ob das Verhalten des Polizeibeamten dienstrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könne, unterliege nicht der Beurteilung durch die Staatsanwaltschaft.

Zwischen den Eheleuten soll es längere Zeit Streit gegeben haben. Die Frau soll die Trennung geplant haben. Wegen einer Scheidung war sie den Ermittlungen zufolge schon beim Rechtsanwalt. Die 46-Jährige hatte im April zudem gegen ihren Mann Strafanzeige wegen Vergewaltigung erstattet, anschließend aber im Ermittlungsverfahren keine Angaben mehr gemacht.

dpa

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