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Peggys Fall ist heute nicht das erste Mal Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“. Vergangenes Jahr interviewte Moderator Rudi Cerne (Mitte) Peggys Mutter Susanne Knobloch und Klaus Müller von der Kripo Bayreuth

30.000 Euro Belohnung für entscheidende Hinweise

Der Fall Peggy in "Aktenzeichen XY... ungelöst"

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Lichtenberg - 15 Jahre lang fehlte von Peggy jede Spur. Nach dem Fund ihres Skeletts hoffen die Ermittler nun, den Fall aufklären zu können. Entscheidende Hinweise erhoffen sie sich auch durch die Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“, die den Fall Peggy Mittwochabend aufgreift.

Anderthalb Wochen ist es her, dass die Polizei in einem Waldstück 15 Kilometer entfernt von Peggys Wohnort Lichtenberg Teile ihres Skeletts entdeckt hat. Seitdem läuft die Suche nach dem Täter auf Hochtouren – bislang fehlt der Soko allerdings noch der entscheidende Hinweis.

Das gefundene Skelett ist nicht komplett. Die Ermittler erklären sich das durch die Tiere im Wald. Zudem fehlen Kleidungsstücke und der Schulranzen von Peggy. Auch ob der mögliche Täter aus der Nähe kam, kann die Polizei noch nicht sagen. „Es liegt nahe, dass er gute Ortskenntnisse hatte“, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel. „Es kann aber trotzdem sein, dass es ein Fremder war.“ Die Beamten ermitteln in alle Richtungen. „Wir werden uns nicht auf eine Hypothese beschränken.“ Im Augenblick gibt es keinen Verdächtigen.

Allerdings hofft die Soko, dass sich das in den nächsten Tagen ändern könnte. Denn der Fall ist Mittwochabend um 20.15 Uhr noch einmal Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“. Zu Gast im Studio ist Uwe Ebner, der Leiter der Soko Peggy. „Wir möchten von ihm wissen, wie sich der Fall durch den Fund der Leiche verändert hat“, sagt Ina-Maria Reize, die Leiterin der Redaktion. Sie ist optimistisch, dass sich auch nach so langer Zeit noch Zeugen melden könnten, die der Polizei entscheidende Hinweise geben könnten. „Das sind natürlich keine neuen Zeugen – eher Menschen, die damals vielleicht etwas beobachtet haben, es aber für unwichtig hielten oder sich nicht getraut haben, sich bei der Polizei zu melden.“ Die Hemmschwelle, sich bei der Redaktion zu melden, ist oft niedriger, als die Kripo anzurufen, glaubt sie.

Darauf hofft auch Soko-Leiter Ebner. „Jeder erinnert sich an die Zeit, als das Mädchen verschwunden ist. Vielleicht hat jemand früher Wahrnehmungen nicht für wichtig erachtet, bewertet sie nach dem Skelettfund aber neu und meldet sich.“ Die Kripo hat für Hinweise, die zum möglichen Täter führen, eine Belohnung in Höhe von 30 000 Euro ausgesetzt. Unter der Nummer 09 21/506 14 14 hat die Polizei ein Hinweistelefon eingerichtet.

Viele Erkenntnisse über den Skelettfund wollen die Ermittler noch zurückhalten. „Es ist nicht in unserem Sinne, dass ein möglicher Täter unseren derzeitigen Erkenntnisstand kennt und sein Verhalten danach ausrichten kann“, erklärt Staatsanwalt Potzel. Theoretisch sei es aber nach so langer Zeit noch möglich, Täter-DNA zu finden.

Professor Randolph Penning, Rechtsmediziner an der LMU, hält das für sehr unwahrscheinlich. „Je nachdem, welche Skelettteile die Kripo gefunden hat, sind aber eventuell noch Rückschlüsse auf die Todesursache möglich“, sagt er. Da die Rechtsmediziner Peggy nach wenigen Tagen identifiziert hatten, hält er es für sehr wahrscheinlich, dass der Schädelknochen gefunden wurde. „Über die Zähne kann die Identität am besten geklärt werden.“ Wenn das neunjährige Mädchen erschlagen wurde, wären am Schädel auch nach 15 Jahren noch Spuren zu erkennen. Auch der Kehlkopf könnte entscheidende Hinweise zur Todesursache liefern. „Allerdings ist er bei einem Kind noch so weich und klein, dass es großes Glück wäre, wenn nach 15 Jahren noch etwas davon übrig ist.“ Unmöglich ist es nicht, betont er. Das hängt auch davon ab, ob die Leiche vergraben oder in Plastik verhüllt gewesen sei.

Sobald die rechtsmedizinischen Untersuchungen abgeschlossen sind, wird die Leiche freigegeben. Dann kann Peggys Familie entscheiden, ob ein Grab angelegt werden soll. Bisher gibt es für Peggy einen Gedenkstein auf einem Friedhof bei Lichtenberg. Das Grab ist aber seit 15 Jahren leer.

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