Soldat Weich will ein ganz Harter sein!

München - Ausgerechnet "Weich" heisst ein junger Offiziersanwärter in einer bayerischen Kaserne. Wegen seines "unpassenden" Namens erntet der Soldat derart harte Sticheleien, dass er sogar seinen Namen ändern will.

„Gefreiter Weich! 30 Liegestützen! Zeigen Sie mal, ob Sie hart genug sind!“ So ähnlich muss man es sich wohl in der oberbayerischen Kaserne vorstellen, wo Offiziersanwärter Weich Dienst tut. Denn bei „Weich“ denkt anscheinend so mancher bei der Bundeswehr erst mal an „Weichei“ und lässt sich dann so manche Stichelei einfallen. Soldat Weich jedenfalls findet die Sprüche inzwischen so hart, dass er nicht weiter ein Weich sein will. Er will lieber den Allerweltsnamen seiner Oma tragen. Deshalb ist er jetzt glatt vor das Verwaltungsgericht München gezogen.

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

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Weich schildert den Richtern sein Schicksal: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit dem Namen immer auch die Eigenschaft aufgestempelt bekommt.“ So leide er etwa beim Vorlesen der Namen in stehender Formation, wenn die Kameraden schmunzeln. „Das erschwert einem schon die Integration in die Gruppe.“ Er spricht sogar von Diskriminierung.

Der Vorsitzende Richter kann Weich nur wenig Hoffnung machen. Laut dem Gesetz könne der Name nur im Einzelfall geändert werden. Dafür müsse ein wichtiger Grund vorliegen. „Nicht so einfach ist das bei Namen, die eine Eigenschaft assoziieren“, sagt der Vorsitzende, „zum Beispiel weich oder hart.“ Wenn man den Namen des Klägers ändere, nur weil er bei der Bundeswehr nicht gut klinge, dann hätten alle, die „Weich“ hießen, einen Anspruch auf eine Namensänderung. „Das kann nicht die Lösung sein.“

Soldat Weich versucht noch einmal, das Gericht zu überzeugen: Jede Woche müsse er sich einen Witz wegen seines Namens anhören: „Anfangs geht’s. Aber inzwischen fühle ich mich persönlich verletzt.“ Am Ende nimmt er die „goldene Brücke“, die ihm das Gericht nahe legt: Er solle ein psychiatrisches Gutachten erstellen lassen. Weich nimmt seine Klage zurück – dafür wird das Landratsamt nochmal über den Wunsch entscheiden. Vielleicht kann er doch noch den Aufnäher „Weich“ von der Uniform reißen.

gut.

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