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Franz Murr hat 21 Ochsen verloren.

Solidarische Almbauern spenden Ochsen

Waging – Nach dem tödlichen Absturz von 21 Ochsen im Chiemgau haben sich jetzt Bauern aus Brannenburg und Flintsbach zusammengetan und dem betroffenen Landwirt zwei neue Ochsen gespendet.

Wenn Franz Murr an den 13. Juni dieses Jahres zurückdenkt, stellen sich ihm – wie er sagt – noch immer die Haare auf. An jenem Tag verlor der Nebenerwerbslandwirt aus Waging 21 seiner 38 Ochsen (wir berichteten). Aus ungeklärter Ursache gerieten 22 Tiere auf der Vorderalm unterhalb des Hochgerns im Chiemgau in Panik und stürzten eine steile Felswand hinunter. Nur ein Jungochse überlebte das Unglück. Neben der Tragödie, dass 21 seiner Ochsen qualvoll starben, spricht Franz Murr von einem wirtschaftlichen Schaden von rund 25 000 Euro. Den muss der Waginger zudem selber stemmen, denn die Tiere waren nicht versichert.

Das Unglück traf Franz Murr und seine Frau Irmi sehr hart. „Da denkt man dann schon daran, aufzuhören und alles hinzuschmeißen“, sagt der Landwirt. „Aber wir haben beschlossen, uns durchzubeißen – es hilft ja nichts.“ Schützenhilfe erhielten die Murrs jetzt von Bauern aus Brannenburg und Flintsbach, Mitglieder im Almwirtschaftlichen Verein Oberbayerns (AVO). Nachdem diese in der Zeitung von dem Unglück gelesen hatten, beschlossen sie, ihrem Kollegen zu helfen. Die Landwirte legten zusammen und kauften der Familie Murr zwei Jungochsen. „Ich war völlig perplex“, gesteht Franz Murr. „Das war eine Riesenüberraschung.“ Zumal der Waginger die hilfsbereiten Bauern gar nicht persönlich kennt.

Eine Abordnung der Bezirksbauernschaft Brannenburg kam schließlich mit „Bärli“ und „Gustl“ auf die Vorderalm. Als Dankeschön stellte Franz Murr den Gästen eine zünftige Brotzeit hin. Auch Senner Konrad Ganzenhuber freute sich über den Zuwachs – ihn hatte das Unglück ebenfalls sehr getroffen. Bärli und Gustl haben sich sofort in die Herde integriert. „Das sind zwei ganz brave Tiere“, schwärmt Franz Murr. „Ich mag sie richtig gern.“

Wie es am 13. Juni zu dem tragischen Unglück kam, wird sich übrigens wohl nie klären lassen. War zu Beginn von einem Heißluftballon oder gar einem Erdbeben die Rede, ist nun die Vermutung aufgestellt worden, dass ein Bremsenschwarm die Ochsen in Panik versetzte. Auf der benachbarten Baireralm waren die Rinder ebenfalls in Panik geraten. Als der Hirte die Tiere beruhigen wollte, stellte er fest, dass deren Rücken voller Bremsen war. Allerdings waren die Ochsen auf der Vorderalm mit Ohrclips ausgestattet, die das Ungeziefer eigentlich abwehren.

Melanie Maunz

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