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Das Laub durchwirbeln macht Spaß, aber mit dem Sauger auch viel Lärm. Der Einsatz der Geräte ist sehr umstritten.

Starnberg sagt schon "Nein"

Sollten Gemeinden auf Laubsauger verzichten?

München - Sie sind Wunderdinger: Ohne Aufwand lassen Laubsauger das Blattwerk verschwinden. Gut, über ihren Lärm könnte man streiten – aber warum? Man selbst hat bei der „Arbeit“ Ohrenschützer an.

Sie sind eines der Streitthemen Nummer eins im Herbst: die Laubbläser. Klein, handlich, aber unglaublich laut und störend. Positives über sie gibt's selten zu hören. Eher ist die Rede von „Monstern“. Viele fordern sogar, die Bläser ganz zu verbieten – doch das geht rechtlich nicht. Am Ende bleibt also nur eines: Jeder ist für seinen Krach selbst verantwortlich.

Der Direktor vom Bayerischen Gemeindetag, Wilfried Schober, lacht herzlich, als das Thema zur Sprache kommt: „Das sind meine persönlichen Hassobjekte.“ Das Gremium selbst hat sich mit ihnen auch befasst, kann als Interessenverband aber nur Empfehlungen ausgeben. Diese sind klar: Die Gemeinden sollten darauf verzichten.

Aus Lärm- sowie Emmissionsschutzgründen und der Umwelt zuliebe. Laubsauger häckseln Marienkäfer mit, ohne den Laubhaufen unter dem Apfelbaum können Igel nicht überleben. Den Nährboden entziehen Bläser der Natur ebenfalls.

Starnberg empfahl Bürgern 2012 einen Verzicht

Einige Gemeinden haben reagiert. Graz in Österreich zum Beispiel. Ab Oktober dürfen Mitarbeiter ein Jahr lang keine Sauger und Bläser anrühren. In Bayern sagt nur eine Kommune „Nein“: Starnberg empfahl 2012 den Bürgern einen Verzicht. Die Stadtverwaltung geht selbstverständlich mit gutem Beispiel voran und ersetzt diese lärmintensiven Arbeitsgeräte durch umwelt- und nervenschonende Besen.

In Ottobrunn (Kreis München) zählen Fragen zum Thema zu den Bürgerversammlungs-Klassikern. Den jüngsten Vorstoß wiegelte Bürgermeister Thomas Loderer diesen Monat ab. Zu einer Bürgerbitte sagte er, seine Kommune versuche auf eingesetzte Fremdfirmen einzuwirken, „damit nicht jedem Blatt nachgejagt wird“. Ganz verzichten könne man nicht. „Das ist ein Kostenthema.“

Wenn schon unverzichtbar, dann kann man etwas gegen den Lärm unternehmen und auf leisere Varianten setzen. Jeder Baumarkt hat sie, Akkubetrieben sind sie, stufenlos regulierbar in der Stärke. Gut, zauberhaft lautlos das Laub einsaugen oder wegblasen können auch sie nicht. Aber anders als die gängigen mit Elektro-Motor und mit im Schnitt 110 Dezibel kommen sie höchstens auf 95 dB (115 dB verursacht ein startendes Flugzeug, 95 dB eine Handkreissäge).

Natürlich gibt’s einen Haken, einen, der den Nerv der Deutschen trifft: Die Schnurrer sind teuer. Ein „normaler“ wird einem ab 29,99 Euro hinterhergeworfen, die anderen kosten ab 100 Euro.

Angelika Mayr

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