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Aufräumarbeiten in Taufkirchen nach dem Unwetter.

Ein Sommer voller Unwetter

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Tausende Blitze, Sturmböen und Starkregen: Das subtropische Klima lässt es in Bayern mächtig krachen. Obwohl insgesamt eher geringe Regenmengen fallen, richten die kurzen, starken Gewitter immer wieder Schäden an. Dabei steht der heftigste Paukenschlag wohl noch aus.

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München – Es liegt Spannung in der Luft. Und sie entlädt sich meist, wenn es dunkel wird. In der Nacht auf Sonntag zählte der Deutsche Wetterdienst (DWD) 8656 Blitze über München und Umgebung. „Das waren wirklich extrem heftige Zellen“, sagt DWD-Meteorologe Hansjörg Lieske beim Blick auf das Wetterradar. Nicht nur einzelne Unwetter, richtige Gewitterfronten zogen durch Oberbayern. „Und es ist gut möglich, dass es noch heftiger wird.“

Unwetterschäden in München

Unwetterschäden in München

Es sind besonders starke Sommergewitter, die sich zurzeit regelmäßig über Bayern entladen. Die Sonne heizt die Luft tagsüber auf und lässt viel Wasser verdunsten. Am Boden wird es heiß, in der Höhe bleibt die Temperatur hingegen nahezu konstant – die großen Unterschiede lassen es dann abends knallen.

Kurz und heftig toben die Unwetter. Die Regenmengen, die Samstagnacht vom Himmel fielen, lagen zwischen elf und 44 Liter pro Quadratmeter – das ist viel, aber nicht außergewöhnlich. Problematisch wird es nur, wenn das ganze Wasser auf einmal kommt.

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Samstagnacht erwischte es die Stadt München und den Landkreis Ebersberg am stärksten. Das Zornedinger Bürgerfest endete im Wetterchaos und musste evakuiert werden. Rund 300 Gäste retteten sich ins Rathaus. Die Musiker konnten ihre Instrumente und die Bühnentechnik nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen. Bäume stürzten auf dem Festgelände um, der Strom fiel aus. Allein hier entstand ein Sachschaden von rund 300 000 Euro. Ebersbergs Kreisbrandrat Gerhard Bullinger schätzt, dass der Schaden im Landkreis die Millionenhöhe erreicht hat.

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In Germering (Kreis Fürstenfeldbruck) schlug ein Blitz in den Kamin eines Einfamilienhauses ein und sprengte dabei die Metall-Abdeckung ab. Die Feuerwehr in München rückte 35 Mal aus, zahlreiche Keller und der Candidtunnel in Giesing liefen voll. In Aholfing (Kreis Straubing-Bogen) zündete ein Blitz den Dachstuhl eines Holzhauses an. Auch im Landkreis Deggendorf, in Kapfelberg, kam es zu einem Schwelbrand nach einem Blitzeinschlag. In Teilen Oberbayerns prasselte sogar Hagel vom Himmel, laut DWD-Wetterforscher Jens Winninghoff schossen bis zu drei Zentimeter dicke Kugeln aus den Wolken.

Ein Ende der Gewitter ist vorerst nicht in Sicht. Meteorologe Dominik Jung spricht vom „Sommer der Unwetter – und das wird bis Ende August auch anhalten“. „Die richtigen Klopper kommen noch“, warnt auch Lieske. Im Laufe des Mittwochs, vielleicht auch erst in der Nacht zum Donnerstag, droht das nächste starke Gewitter. „Das wird ein Paukenschlag – womöglich der bislang heftigste.“ Anschließend wird sich das Wetter laut Lieske für ein paar Tage ein wenig beruhigen. Die Luft soll sich deutlich abkühlen, etwa auf 20 Grad. Das Wetter bleibt also vor allem eins: wechselhaft.

Von Thomas Schmidt

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